Pinneberg
Pferdesport

Antonia Heidorn startet bei der Jugend-Challenge

 Antonia Heidorn (16) tritt mit Wallach Ogardens Sandman (l.,10),  Don Mio (10) bekommt eine Pause

Antonia Heidorn (16) tritt mit Wallach Ogardens Sandman (l.,10), Don Mio (10) bekommt eine Pause

Foto: Melanie Mallon / HA

16 Jahre alte Schenefelder Dressurreiterin ist am Wochenende bei den Wettkämpfen der bundesweit besten Nachwuchsportler in Verden dabei.

Schenefeld.  Auf dem Titel der amtierenden Kreismeisterin ruht sich die Dressurreiterin Antonia Heidorn (16) nicht aus. Das nächste Turnier steht für die Schenefelderin schon am kommenden Wochenende in Verden (Niedersachsen) an. „Anmelden kann man sich für die Jugend-Challenge nicht, es wurden Einladungen verschickt. Antonia ist uns mit ihren konstant guten Leistungen aufgefallen“, sagt die neue Koordinatorin des Pferdesportverbandes, Imke Willenbrock (48), aus Bad Segeberg.

Sie hat vor Kurzem die Aufgaben von Landestrainer Detlef Peper übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist. Sie selbst ist auch beim Turnier vor Ort, um ihre knapp 30 Reiter im Bereich Pony- und Pferdesport in den Disziplinen Dressur und Springen im Blick zu haben.

In der Dressur-Szene reitet Antonia Heidorn schon vorne bei den großen Reitern mit. Fleiß und Disziplin zahlen sich eben aus. Selbst wenn bei anderen Wettkämpfen internationale Top-Reiter, wie der Däne Martin Christensen vom Tannenhof in Wedel, der schon 30 Jahre im Sattel sitzt, auf der Starterliste stehen, lässt sich die Gymnasiastin nicht großartig beeindrucken. „Ich nehme mir gern die Zeit und schaue zu, da kann ich noch etwas lernen“, sagt sie.

Bei der 21. Auflage der Jugend-Challenge in Verden an der Aller geht es um Schleifen, Pokale und Titel. 250 junge Dressur- und Springsportler treffen sich aus ganz Deutschland und folgen nun der Einladung des jeweiligen Landestrainers. Vier junge Dressurreiter mit ihren Pferden aus ganz Schleswig-Holstein sind eingeladen – drei werden antreten. Eine davon ist Antonia Heidorn.

„Wenn alles glatt läuft, reitet meine Schülerin an zwei Prüfungstagen drei internationale Aufgaben der Fédération Equestre Internationale“, erklärt Ausbilder Jochen Honold (59). Heidorns Trainer ist tagsüber EDV-Berater, die Ausbildung als Bereiter absolvierte Honold in jungen Jahren, um sein Studium zu finanzieren. „Pferde faszinieren mich, ich engagiere mich in meiner Freizeit für den Sport“, sagt Honold und schaut ebenso gespannt auf den bevorstehenden bundesweiten Wettkampf.

Die Spielregeln bei der Challenge: Bis zum 21. Lebensjahr werden junge Hoffnungsträger im Pferdesport eingeladen, im Ponysport ist für Jugendliche mit 16 Jahren Schluss. Die Niedersachsenhalle in Verden bietet wegen der Prüfungen nach internationalen Maßstäben eine besondere Atmosphäre. „Die Konkurrenz ist mit sehr guten vierbeinigen Athleten und Reitern hoch. Nur die zehn Besten aus der Dressurprüfung kommen in das Finale“, sagt Antonia Heidorn „Ich freue mich über diese Einladung und werde mit meinem zehn Jahre alten Wallach Ogardens Sandman kämpfen.“

Dabei sind eine hohe Konzentrationsfähigkeit, Disziplin, eine gute Vorbereitung und Nervenstärke Trumpf. Auch die Vierbeiner sollten ähnliche Eigenschaften mitbringen. Ihr zweiter Bewegungskünstler, der zehn Jahre alte Dio Mio, bekommt eine Ruhepause in Halstenbek auf dem Brander Hof von Stallbetreiberin und Dressurreiterin Carolin Heyser. Bei der Challenge kann keiner vorhersehen, wie die Konkurrenz aus 16 Bundesländern jeweils mit dem Leistungsdruck umgehen wird. Und auch die Vierbeiner sind sensibel und spüren schnell, wenn die Reiter nervös oder angespannt sind. „Ich habe mit meinem Ausbilder Jochen Honold vereinbart, dass ich nicht zu ehrgeizig in die Prüfung reite“, sagt die junge Amazone lachend und kann doch selbst daran nicht so richtig glauben. „Ich kenne mich ja, sobald ich einreite und die Richter grüße, will ich mehr und setze mich selbst unter Druck.“

Bevor es in die Prüfung geht, spüren ihre Vierbeiner: Jetzt wird es ernst. Beim Einflechten der Mähne, beim Transport und in den Gastboxen wissen Pferd wie Reiter, dass es wichtig wird. „Mein frecher Dio Mio verlangt zum Beispiel einfach vor der Prüfung schon sein Leckerli, er stupst dann meine Mama immer an“, sagt Antonia Heidorn.

Schon seit dem sechsten Lebensjahr sitzt sie im Sattel

Neben der Schule wird in den Trainingseinheiten auf dem Catharinenhof in Wedel an Lektionen und Genauigkeit gefeilt. „Wenn alles richtig sitzt, geht es in die nächste Ausbildungsstufe. Wir arbeiten zum Beispiel in der Winterpause an den Pirouetten“, sagt Heidorn. Zuvor gab es seit dem sechsten Lebensjahr Unterricht bei ihrer Mutter Petra, einer ausgebildeten Reitpädagogin. „Ab einem bestimmten Punkt ist der Lerneffekt mit einem Trainer allerdings schon größer“, sagt die 16-Jährige. Antonias Lebensmotto bringt ihren Ehrgeiz auf den Punkt: „Wir zeigen Herz, siegen mit Stolz, verlieren mit Respekt und geben nie auf.“

Heidorn trifft bei der Challenge in Verden auf zahlreiche bekannte Gesichter. Aus dem Nachbarstall Eggerstedt in Schenefeld wird Antonias Freundin Jule Marie Schönfeldt mit ihrer Ponystute Tyra antreten. Avena Siemers, die in Appen trainiert, geht mit ihrem Ponywallach Dresscode ebenfalls an den Start. Auch die junge Spring-Amazone Johanna Huesmann, die bei der vierfachen deutschen Meisterin und EM-Mannschaftstitelträgerin von 2011, Janne Friederike Meyer, in Waldenau ihre vierbeinigen Sportler trainiert, wird ihr Springpferd satteln.

Das Springreiten liegt Huesmann im Blut, ihr Onkel Carsten-Otto Nagel vom Moorhof in Wedel ist zweifacher Derbysieger und Mannschaftsweltmeister von 2010.