Pinneberg
Fußball

Lüneburg und Diaz beenden den „Wedel-Fluch“ des VfL

Flemming Lüneburg bringt mit seinem gezielten Schuss ins lange Eck (32.) den VfL Pinneberg gegen den Wedeler TSV auf die Siegerstraße

Flemming Lüneburg bringt mit seinem gezielten Schuss ins lange Eck (32.) den VfL Pinneberg gegen den Wedeler TSV auf die Siegerstraße

Foto: Ulrich Stückler

Pinnebergs Oberliga-Fußballer besiegen den zu drucklos agierenden TSV zu Hause mit 2:0. VfL-Abwehr meldet Wedeler Angreifer komplett ab

Pinneberg.  Zwei Tage nach dem 32. Geburtstag von Kapitän Tim Vollmer und einen Tag vor Halloween besiegten die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg ihren schlimmsten Albtraum. Endlich einmal im Duell mit den Kreisstädtern ging VfL-Schreck Eric Agyemang leer aus. In Diensten des Wedeler TSV stand der frühere Torjäger der TuS Dassendorf entweder allein auf weiter Flur, im Abseits oder beides. Die Pinneberger gewannen das Nachbarduell souverän 2:0 (1:0).

In der 81. Minute flüchtete sich Frank Ockens, sportlicher Leiter des WTSV, in blanke Ironie. „Ein Unentschieden wäre jetzt gerecht für den VfL. Soeben hatten die Pinneberger zum vierten Mal an diesem Nachmittag nur das Aluminium getroffen. Beim 25-Meter-Schuss des eingewechselten Artur Frost prallte der Ball vom rechten Innenpfosten ins Feld zurück. Drei Minuten vorher hatte sich Alexander Borck die Haare gerauft. Nur Zentimeter fehlten bei Borcks „Heuler“ aus 18 Metern zum Tor des Monats. Da war es der linke Innenpfosten, der einem Torerfolg im Wege stand.

Kevin Koyro reagierte gelassen. „Dann eben das nächste Mal.“ Dem früheren Uetersener klebte das Pech an den Stiefeln. Nach einem Flachpass von der rechten Seite (Alexander Borck) bugsierte er die Kugel in Bedrängnis an den rechten Pfosten (54.). Drei Minuten später köpfte Koyro Borcks Flanke an die Querstange. Die Wedeler hätten sich über ein 0:4 oder 0:5 nicht beschweren dürfen. WTSV-Vorstand Thorsten Zessin nahm kein Blatt vor den Mund. „Das war unsere schlechteste Saisonleistung bisher. Wir konnten unsere Qualitäten nicht im Ansatz ausspielen und sind am Ende glimpflich davongekommen.“

Die Wedeler Stärke bestand bisher darin, offensiv stets aufgetrumpft und pro Partie mindestens einen Treffer erzielt zu haben. Auch im Stadion am Rosengarten ging es vielversprechend los. Eric Agyemang kam zum Schuss, scheiterte aber an VfL-Keeper Norman Baese (6.). Eine Minute später zappelte der Ball in Baeses Netz, doch Torschütze Mark Hinze stand abseits. Mit der Hacke lenkte Hinze den Ball zu Sonay Hayran. Nach dessen Flanke blieb Agyemang wieder nur zweiter Sieger gegen Baese (15.). Die Wedeler berauschten sich an ihrem forschen Auftritt – und bekamen nicht mit, dass ihnen das Spiel aus den Händen glitt.

Luis Diaz gab in der 18. Minute den ersten Pinneberger Warnschuss aus Rechtsaußenposition ab. WTSV-Keeper Niklas Marten stürzte sich ihm entgegen und lenkte den Ball zur Ecke. In der 32. Minute tummelte sich Luis Diaz auf der linken Seite. Flemming Lüneburg spitzelte sein Zuspiel mit der Pieke in die rechte Ecke (1:0). Mit einem Mal beherrschten die Gastgeber das Spiel. Als sich Borck gegen Bewacher Sonay Hayran durchsetzte, schoss Lüneburg den Ball weit über das Tor (42.).

Tim Vollmer winkte ein verspätetes Geburtstagsgeschenk, doch dann flog sein Kopfball nach einem Freistoß des starken Jan-Henrik Kaetow knapp am Tor vorbei (42.). Die Wedeler bekamen keine Entlastung mehr hin. Hendrik Ebbecke und Mark Hintze versuchten es vorübergehend mit einem Positionstausch, der nichts einbrachte. Michael Schulze aus dem Managerstab des VfL riskierte beim Seitenwechsel einen mutigen Tipp: „Ich bin überzeugt, dass die Wedeler gegen uns kein Tor erzielen.“

So war es. In die Nähe eines Torerfolgs kamen die Gäste nur noch in der 84. Minute, als VfL-Verteidiger Fabian Knottnerus bei einer Ecke seines früheren Teamgefährten Jan Eggers über den Ball schlug. Baese begrub den Ball unter sich. Wo war da Agyemang, der solche Momente doch wittert? Abgetaucht. Alle Zweifel am Sieg hatten die Pinneberger nämlich schon in der 59. Minute ausgeräumt. Luis Diaz überwand Marten mit einem Scharfschuss in die linke Ecke (2:0). Prasselnder Applaus der Fans belohnte die Kreisstädter für den starken Auftritt.

Tore: 1:0 Lüneburg (32.), 2:0 Luis Diaz (59.). Schiedsrichter: Porsch (Barsbütteler SV).
Zuschauer: 190.
Unterhaltungswert: mittel bis hoch.
VfL Pinneberg: Baese – Knottnerus, Ellerbrock, Vollmer, Daniel Alvarez – Kaetow, Dirksen - Borck (88. Ivanko), Lüneburg (71. Frost), Luis Diaz – Koyro (62. Dora).
Wedeler TSV: Marten – Najjar (73. Celic), Sabas, Jorma Eggers, Hayran – Voorbraak (79. Yayla), Steinecke – Ebbecke (55. Kenou), Jan Eggers, Hinze – Agyemang.