Pinneberg
Handball

TuS Esingen II stürzt den haushohen Favoriten

Foto: Johannes Speckner

Die bislang punktlosen Tornescher Hamburg-Liga-Handballer besiegen den zuvor ungeschlagenen Tabellenersten Halstenbeker TS/Blau-Weiß 96.

Halstenbek.  Du kannst als Handball-Trainer noch so oft deiner Mannschaft sagen, auf keinen Fall ein Spiel nur wegen des Blicks auf die Tabelle im Vorfeld als gewonnen anzusehen – und dann passiert es doch. Nach der 23:24 (8:14)-Heimniederlage der Spielgemeinschaft Halstenbeker TS/Blau-Weiß 96 Schenefeld – bis dahin ungeschlagener Tabellenführer der Hamburg-Liga – gegen das noch punktlose Ligaschlusslicht TuS Esingen II fasste der Halstenbeker Coach Frank Unterspann zerknirscht seine Erkenntnisse zusammen: „Ich glaube, wir haben – und das wohl nur unbewusst – den Gegner unterschätzt. In der ersten Halbzeit haben wir richtig schlecht gespielt“, sagte Unterspann. „Dass wir nicht vollzählig waren, ist nur ein nachrangiger Faktor; mit der richtigen Einstellung wäre für uns ein Sieg drin gewesen.“

Doch die Männer aus Halstenbek und Schenefeld hatten die Rechnung ohne die Tornescher gemacht. Die taten, was gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner das einzig probate Mittel ist. „Wir sind von Beginn an geschlossen als Team aufgetreten und haben unsere Aktionen ruhig, aber konsequent durchgezogen“, sagte Dennis Lißner. Der Spielertrainer – selber angeschlagen – hatte wie auch einige Stammkräfte nicht ins Geschehen eingreifen können.

Doch die Struktur im Esinger Männerbereich machte Unterstützung einfach. „Wir trainieren konzeptionell in allen Teams gleich, verwenden für unsere Angriffe dieselben Auslösehandlungen“, sagte Lißner, der so aus dem Tornescher Oberligakader Kreisläufer Jan Rabe und Rückraumspieler Thorben Kahnert sowie aus den vierten Herren seinen Bruder Kevin Lißner als Rechtsaußen einsetzen konnte. Die so verstärkte Gästecrew erarbeitete sich bis zur Pause eine Sechs-Tore-Führung. Lißner: „In dieser Phase waren aber besonders unsere Stammspieler ausschlaggebend.“ So erzielte Lukas Geertz seine vier Tore allesamt im ersten Durchgang.

Der TuS verteidigte seine Führung bis zum 14:20 (43.). Dann die scheinbare Wende. Simon Schönenberg, Kim Knust und der achtfache Torschütze Florian Bitterlich brachten mit sieben Treffern in Folge die Hausherren in Front (21:20/51.) – doch der TuS hielt dagegen. „Und das muss ich meinem Team hoch anrechnen: Alle haben die Ruhe bewahrt“, sagte Dennis Lißner. „Wir haben intensiv verteidigt, nichts mehr zugelassen. Dieses Erlebnis nehmen wir mit, auch wenn wir wissen, dass wir weiterhin nur kleine Brötchen backen können. Aber wir wissen nun auch, dass jeder Gegner schlagbar ist, wenn wir volle Leistung bringen.“

TSV Ellerbek ist nach viertem Sieg neuer Tabellenführer

Der TSV Ellerbek musste als letztes verlustpunktfreies Team der Liga nicht seine Bestleistung abrufen, um mit dem 33:28 (16:12)-Heimsieg über die SG Hamburg-Nord II an die Spitze vorzurücken. Teambetreuerin Kathrin Herzberg verzeichnete „eine auf beiden Seiten sehr fehlerlastige Partie.“

Doch Trainer Lars Rindlisbacher war nach dem vierten Sieg nicht unzufrieden. „Wir haben im Angriff eine erfreuliche Bandbreite gezeigt und bleiben für unsere Gegner unberechenbar“, sagte Rindlisbacher. „Und für die Zukunft bin ich zuversichtlich, dass wir wieder besser verteidigen. Unser Ziel bleibt, die Gegner bei den Toren im unteren 20er-Bereich zu halten.“

Die Männer mit der „roten Laterne“, der punktlose Barmstedter MTV, hatten im Heimspiel gegen die HSG Pinnau auf einen Befreiungsschlag gehofft, doch die Kräfte reichten nur für 50 gute Minuten. Nach der 21:27 (8:12)-Niederlage betrieb Coach An-dreas Butzmann nicht lange Ursachenforschung. „Wir hatten verletzungs- und berufsbedingt nur einen kleinen Kader, die Jungs konnten kaum pausieren, und so fiel dann auch unser Haupttorschütze Christian Behnke nach 45 Minuten mit Wadenkrämpfen aus.“ Ohne Behnke trafen nur noch Andreas Feindt und Ole Pauschert für den BMTV. Trainerkollege Sascha Burmeister erlebte die Partie deutlich zufriedener: „Wir waren vollzählig, ich konnte viel auswechseln. Außerdem waren wir konsequenter beim Ausnutzen unserer klaren Chancen.“

Zum Debakel wurde für die Männer des Elmshorner HT ihre zweite Halbzeit der 21:26-Heimpleite gegen den TuS Aumühle-Wohltorf. Nach der 17:15-Pausenführung und dem 20:17 (38.) erzielte das Team von Coach Marc Neumann nur noch ein Tor, in einer Partie, in der insgesamt nur drei Zeitstrafen ausgesprochen wurden.