Pinneberg
Basketball

Mit Kooperationsspieler Lars Kamp zum Derby-Sieg

Lars Kamp kam als Last-Minute-Verpflichtung per Doppel-Lizenz von den Hamburg Towers zum SC Rist Wedel und steuerte prompt 20 Punkte sowie zahlreiche wichtige Aktionen zum 88:86-Sieg der Wedeler über die Landesrivalen bei

Lars Kamp kam als Last-Minute-Verpflichtung per Doppel-Lizenz von den Hamburg Towers zum SC Rist Wedel und steuerte prompt 20 Punkte sowie zahlreiche wichtige Aktionen zum 88:86-Sieg der Wedeler über die Landesrivalen bei

Foto: Frederik Büll

SC Rist reicht am Freitagnachmittag Unterlagen für Doppellizenz des Towers-Spielers ein. Wedel gewinnt mit 88:86 gegen Itzehoe Eagles

Wedel.  Manchmal wird im Leistungssport eben auch ein wenig geflunkert. Nach der Verletzung von Steffen Kiese (Innenbandriss) wolle man keinen weiteren Aufbauspieler verpflichten – so hieß es vor dem Duell der Zweitliga-Basketballer des SC Rist Wedel gegen die Itzehoe Eagles. Intern wurde jedoch an einer Überraschung für den Gegner gebastelt. Erst am Freitag, 14:30 Uhr, reichten die Wedeler den Antrag bei der Liga ein, damit Lars Kamp von den Hamburg Towers auch bei den „Risters“ auflaufen darf.

Die Unterlagen wurden rechtzeitig bearbeitet, sodass Kamp, der als Spielmacher und Shooting Guard aufläuft, mit der Trikotnummer 50 in die Wedeler Starting-Five rutschte. Gemeinsam mit Will Barnes, Moritz Hübner, Aurimas Adomaitis und Fabian Strauß schickte Rist-Cheftrainer Felix Banobre das Talent aufs Feld.

Und Kamp hatte auf Anhieb als Topscorer mit 20 Punkten und guten Aktionen in der Verteidigung erheblichen Anteil daran, dass der SC Rist das Derby gegen die Itzehoe Eagles in der Steinberghalle vor 750 lautstarken Fans 88:86 (22:19, 38:39, 68:65) gewann.

Schon in seiner ersten Aktion passte Kamp den Ball unter den Korb zu Teamkollege Aurimas Adomaitis, der per Korbleger die ersten beiden Zähler der Gastgeber erzielte. „Ich hatte ja nur eine Trainingseinheit mit der Mannschaft, bin aber super aufgenommen worden und freue mich, dass wir als Team gewonnen haben“, sagte der 20-Jährige, der erst vor der Saison aus Paderborn zum Kooperationspartner der Wedeler wechselte und zuvor ein Jahr lang verletzt ausgefallen war.

Den leicht besseren Start erwischten die Gastgeber, die sich auf 10:3 absetzen konnten, ehe Itzehoe – das als Tabellenführer in bislang drei Partien noch unbesiegt war – wieder auf drei Punkte heranrückte. Beide Mannschaften leisteten sich einige Fehler in den ersten beiden Vierteln. Teilweise wirkte dieses umkämpfte Derby ziemlich zerfahren. Bis zur Halbzeit blieb es ein intensives Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Gäste gingen letztendlich mit einem Zähler in Führung in die Pause.

Im dritten Spielabschnitt trumpften beide Teams auf und liefen aus der Distanz heiß. Kamp erzielte drei seiner vier erfolgreichen Drei-Punkte-Würfe in diesem Viertel – es ging hin und her, ohne dass sich ein Team entscheidend absetzen konnte. Der SC Rist Wedel ging mit einem kleinen Polster von drei Zählern in die letzten zehn Minuten (68:65). Als Thierno Agne aus gefühlten neun Metern einen Dreier mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr zum 73:66 knapp acht Minuten vor dem Ende durch die Reuse warf, da bebte die Halle.

Aber Itzehoe kämpfte sich wieder ran. Es wurde hektisch in der Halle. Davon ließ sich auch Headcoach Felix Banobre anstecken, der in den letzten Minuten eine andere Meinung als die Schiedsrichter zu bestimmten Situationen hatte und von Co-Trainer Stefan Altemüller erst wieder besänftigt werden musste.

Eagles-Akteur Flavio Stückemann traf per Dreier 37 Sekunden vor der Schlusssirene zum 84:84, Will Barnes konterte mit einem Korbleger zum 86:84 nur 16 Sekunden später. Itzehoes Frederik Henningsen verlor gleich wieder den Ball an Barnes – dieser wurde gefoult und versenkte beide Freiwürfe. Als die Eagles in der allerletzten Sekunde auch noch zweimal an die Linie durften, klatschte der erleichterte Felix Banobre schon mit seinen Spielern ab.

„Das war eine starke Leistung. Das Team hat funktioniert. Jeder hatte seinen Anteil am Sieg, auch diejenigen, die gar nicht auf dem Feld waren. Der Grund, weshalb wir gewonnen haben, war unsere gute Defense in den letzten Minuten“, lobte der Spanier.

Mit einer ausgeglichenen Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen geht es für die Wedeler nun am kommenden Sonnabend auswärts bei den punktgleichen Artland Dragons in Quakenbrück weiter (19.30 Uhr).

EINZELSTATISTIKEN

SC Rist Wedel (Einsatzzeit, Punkte, Dreier/Versuche, Freiwürfe/Versuche, Fouls):

Lars Kamp (32:08 Min., 20, 4/8, 4/8, 2),

Will Barnes (29:38 Min., 15, 1/5, 6/8, 4),

Jens Hirschberg (19:47 Min., 13, 1/3, –, 2),

Fabian Strauß (30:05 Min., 12, 4/8, –, 3),

Leon Bahner (17:38 Min., 11, – , 5/6, 5),

Aurimas Adomaitis (14:54 Min., 7, –, 1/2, 1),

Thierno Agne (11:50 Min., 6, 2/4, –, 1),

Jürgen Rich (14:40 Min., 2, –, –, 3),

Moritz Hübner (22:09 Min., 2, 0/3, –, 3),

Marius Behr (7:11 Min., 0, 0/1, –, 1).

Nicht gespielt: Marcel Hoppe, Tobias Möller.