Pinneberg
Handball

Der Turnierleiter ist schon von Anfang an dabei

Üblicherweise werden Handballspiele in der Halle ausgetragen. Beim Wettkampf des Barmstedter MTV treten die 166 Teams jedoch draußen an

Üblicherweise werden Handballspiele in der Halle ausgetragen. Beim Wettkampf des Barmstedter MTV treten die 166 Teams jedoch draußen an

Foto: Meincke

Michael Schönfelder rief das Ede-Menzler-Gedächtnisturnier 1971 ins Leben. Nun steht die 45. Auflage des Wettbewerbs in Barmstedt an.

Barmstedt.  Während andere in diesem Alter es häufig ruhiger angehen lassen, scheint Michael Schönfelder, 72 Jahre alter Organisator des 45. Ede-Menzler-Gedächtnisturniers, Trubel und Stress zu mögen. „Ich mache das gern. Solange ich mich fit fühle und der liebe Gott mich lässt, werde ich mich weiter um diesen Wettbewerb kümmern“, sagt der zweite stellvertretende Bürgermeister seiner Geburtsstadt Barmstedt. Einfach nur die Beine hochzulegen, das sei nichts für ihn.

Am Sonnabend und Sonntag, 9. und 10. Juli, übernimmt er zum 45. Mal die Leitung des Jugendhandball-Turniers des Barmstedter MTV und behält stets den Überblick, wenn 166 Jugendhandball-Teams von der E- bis zur A- Jugend sowie die Minis auf den Kleinfeld-Rasenplätzen am Sportplatz Heederbrook um Pokale und Sachpreise kämpfen. 1971 rief Schönfelder das Turnier ins Leben.

Ede Menzler, der einst als Trainer die Jugendteams des Barmstedter MTV zu großen Erfolgen geführt hatte, verstarb im Juni 1972 – einen Monat später wurde das Event ihm zu Ehren umbenannt und ist bei vielen Clubs aus der Region sowie dem norddeutschen Raum fester Bestandteil des Handball-Terminkalenders. „Beim ersten Turnier waren 60 Mannschaften dabei. Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr“, erinnert sich Schönfelder, der Teil eines über 120-köpfigen Organisationsteam ist, das sich um viel mehr als nur den sportlichen Aspekt kümmert.

Mannschaften mit einer weiteren Anreise, diesmal sind unter anderem Teams des VfL Lichtenrade und der SG TMBW Berlin vertreten, haben die Möglichkeit, in einem Zeltlager zu übernachten. Zudem werden auch Schlafgelegenheiten in nahe gelegenen Sporthallen oder Schulräumen bereitgestellt. Circa 600 Kinder und Jugendliche nehmen dieses Angebot wahr. Eine Rundumverpflegung wird ebenfalls auf die Beine gestellt.

In der spielfreien Zeit können die Handballer kostenlos Bootsfahrten auf dem Rantzauer See unternehmen, Minigolf spielen oder das Freibad besuchen. Ein wenig Entspannung, die Michael Schönfelder voraussichtlich nicht vergönnt sein wird. Schiedsrichter und Teams müssen aufs richtige Feld geschickt werden, ständig trudeln neue Ergebnisse ein, die ordnungsgemäß eingetragen werden. „Als Turnierleiter habe ich kaum Zeit mir die Spiele anzugucken. Es herrscht ja schon ordentlich Gewusel auf der Anlage. Aber ich habe viel Spaß und die Handballer ebenfalls“, so Schönfelder.

15 Teams des VfL Lichtenrade reisen nach Barmstedt

Er selbst hat etwa 50 Jahre aktiv Handball gespielt. Oft auch auf Rasen. „Nach dem Krieg gab es keine Sporthallen. Da haben wir dann draußen auf dem Großfeld Elf gegen Elf gespielt mit einem Schusskreis in 13 Metern Torentfernung“, sagt Lokalpolitiker Schönfelder, der seit jeher dem Sport verbunden ist und sich 1966 mit der Freien Wählergemeinschaft Barmstedt erfolgreich für den Bau einer Sporthalle in der Gemeinde einsetzte.

Doch beim Ede-Menzler-Cup wird traditionell im Freien gespielt. Schönfelder: „Dribbeln geht auf Rasen schon, auch wenn es natürlich immer wieder Unebenheiten gibt“, so der Handball-Veteran. Er hofft, dass am Wochenende auch das Wetter mitspielt und es zumindest trocken bleibt. „Wir mussten das Turnier auch schon wegen Regens abbrechen. Wenn die Plätze rutschig sind, ist es zu gefährlich“, so Schönfelder. Am Sonnabend beginnt das Turnier um 11.30 Uhr mit den weiblichen und männlichen A-, B- und C-Jugendmannschaften. Abends gibt es zudem ein All-Star-Spiel mit den besten Spielern der A- und B-Jugendteams. Sonntag gehen dann von 9.30 Uhr an die Spieler der D- und E-Jugend sowie die Minis (geboren ab 2008) auf Torejagd.

Die meisten Teilnehmer stellt mit 15 Teams der VfL Lichtenrade. Gerade der Verein aus dem Süden Berlins hat gute Erinnerung an diesen Wettbewerb. Viermal in Folge gewann der VfL den Wanderpokal als erfolgreichster Club. Es folgen jeweils zwölf Mannschaften des Gastgebers sowie der HG Horst-Kiebitzreihe.