Pinneberg
Basketball

Rist-Co-Trainer jetzt in Chef-Funktion

Stefan Altemüller genießt seit Jahren einen guten Ruf beim SC Rist. Das betrifft seine Co-Trainertätigkeit ebenso wie das Engagement im Bereich des Nachwuchs-Basketballs

Stefan Altemüller genießt seit Jahren einen guten Ruf beim SC Rist. Das betrifft seine Co-Trainertätigkeit ebenso wie das Engagement im Bereich des Nachwuchs-Basketballs

Foto: SC Rist

Stefan Altemüllerverabschiedet sich von den Wedeler Herren und übernimmt in der nächsten Saison die zuletzt glücklosen Damen in der 2. Regionalliga

Wedel.  Ein Basketball-Fachmann, gleichzeitig Kenner der Szene und Spezialist bei der Förderung des Basketball-Nachwuchses hat einen neuen Weg eingeschlagen. Stefan Altemüller hat das Amt des Cheftrainers beim Damenteam des SC Rist übernommen und wird die Mannschaft in der kommenden Saison in der 2. Regionalliga betreuen. Er folgt auf René Zoller, der das Trainerramt in der vergangenen Spielzeit inne hatte. „Ich hoffe, dass René dem Verein erhalten bleibt, vielleicht im Jugendbereich“, sagt Gundula Laabs. „Von seinem Wissen können auch noch andere Trainer bei uns profitieren.“

Stefan Altemüller war aus eigenen Stücken an den Vereinsvorstand herangetreten. „Mein Wunsch war es schon seit einiger Zeit, wieder eine Mannschaft zu trainieren. Die Arbeit bei den ersten Herren hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber ich wollte jetzt gerne mal wieder selber das Coaching übernehmen“, sagt Altemüller, der seit seinem Wechsel nach Wedel 2013 als Assistenztrainer in der Pro B tätig war und in den ersten beiden Jahren zudem für die zweiten Herren verantwortlich zeichnete.

Seitdem sie das Traineramt bei der Regionalliga-Mannschaft im Anschluss an die Saison 2013/14 abgab, habe Gundula Laabs versucht, Altemüller für diesen Posten zu gewinnen – nun hat’s endlich geklappt. „Wir hatten mit Bernardo Velarde und René Zoller ja zwei tolle Trainer, aber nun haben wir jemanden, der sich schon bestens mit den Strukturen im SC Rist auskennt und auch schon einige Spielerinnen kennt“, betont die frühere Nationalspielerin, die bei den ersten Damen hinter den Kulissen organisatorisch die Fäden zieht.

Nach dem doch recht kläglichen Abstieg aus der 1. Regionalliga mit einem gleichwohl sehr jungen Spielerkader gebe es „definitiv einen Neuanfang“, sagt Neu-Coach Altemüller. „Wir wollen die Talente und das Potenzial, das im Verein ist, nutzen. Die älteste Spielerin wird Jahrgang ‘92 sein, teilweise sind Spielerinnen aus dem Jahrgang 2002 dabei“, erklärt der neue Coach der Wedelerinnen.

„Das wird ein Lernprozess, und man muss auch Geduld haben, aber da bin ich eigentlich ptimistisch. Das Ziel ist es nun zunächst einmal, die Mädchen an das sportliche Niveau in der 2. Regionalliga zu gewöhnen und sie an das Level im Seniorenbereich heranzuführen“, sagt er. „Das sind alles junge, talentierte Mädels. Sie bekommen in den nächsten Wochen und Monaten die Chance, sich zu präsentieren“, erläutert der Trainer.

Als „Co“ gesammelte Erfahrungen umsetzen

Christoph Roquette, Sportlicher Leiter der Wedeler ProB-Herren-Mannschaft, ist sich sicher, dass der bisherige Herren Co-Trainer genau der richtige Mann auf diesem Posten ist. Nach der Niederlagenserie in der vergangenen Saison müssten die Spielerinnen nur sehr behutsam und psychologisch geschickt an ihren neue Bewährungsprobe herangeführt werden.

Zwar hat Altemüller, 33 Jahre alter Lehrer für Englisch und Sport, in den vergangenen Jahren im Herrenbereich gearbeitet, dennoch betritt er mit der Übernahme des Amtes bei den Damen kein Neuland. Von 2008 bis 2010 war er bereits Trainer der Oberliga-Damen der TSG Gießen-Wieseck und betreute zudem drei Jahre lang die Gießener Damen-Unimannschaft. Diese und natürlich auch die Erfahrungen seiner Tätigkeit als Co-Trainer der Rist-Herren, zuletzt unter Michael Claxton, bringt er nun bei den Wedelerinnen ein.

„Ich habe in den drei Jahren viele Einblicke in verschiedene Herangehensweisen erhalten“, sagt er hinsichtlich seines nun ehemaligen Postens als ProB-Assistent: Sei es die Videoanalyse, die Aspekte der Spielvorbereitung oder aber die Notwendigkeit, aufgrund der Schnelligkeit des Spiels innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen zu treffen. Diese als „Co“ gesammelten Erfahrungen wolle er nun nutzen und als Cheftrainer umsetzen, erläutert Altemüller.

Da sich die Metropolitan Baskets kürzlich in der Qualifikation keinen Startplatz für die neue WNBL-Saison sichern konnten, fällt die Lernmöglichkeit in der U17-Bundesliga für einen Teil der Rist-Damen zumindest vorerst flach. „Deshalb geht es jetzt auch darum, den Mädchen, die WNBL gespielt hätten, möglichst viel Spielzeit zu geben“, erläutert der 33-Jährige, der sich diesbezüglich auch mit WNBL-Trainer Alexander May austauscht. „Jetzt geht es für mich erst mal darum, dass ich die Mädchen richtig kennenlerne und dass sie mich kennenlernen“, so Altemüller über die kommenden Schritte nach der ersten Teamzusammenkunft.