Pinneberg
Basketball

Ü-35-Team des SC Rist gewinnt deutschen Meistertitel

Da war natürlich Partystimmung in der Steinberghalle: Die Ü-35-Spieler des SC Rist präsentieren stolz den Pokal und ihre Medaillen

Da war natürlich Partystimmung in der Steinberghalle: Die Ü-35-Spieler des SC Rist präsentieren stolz den Pokal und ihre Medaillen

Foto: SC Rist / HA

Wedeler weden in eigener Halle die beste Mannschaft Deutschlands. Damen des Vereins erreichen in dieser Altersklasse den zweiten Platz.

Wedel.  Trotz der Hitze in der Steinberghalle reichte die Kraft noch zum Jubeln. Nach vier kräftezehrenden Partien stand der Erfolg für die Ü-35-Basketballer des SC Rist bei den deutschen Meisterschaften fest. Im Endspiel besiegte das Team von Trainer Olaf Möller, der aufgrund von Knieproblemen selbst nicht mehr mitspielt, den DBV Charlottenburg 51:37.

Der Pokal geht damit zum dritten Mal nach 2008 und 2009 zum SC Rist. Die Damen hingegen kassierten im Endspiel eine knappe 39:42-Niederlage gegen die SG FCB/Jahn München – beinahe hätte es also zum Doppelerfolg der Gastgeber gereicht.

Wieder einmal standen sich bei den Herren die beiden Rivalen SC Rist und Charlottenburg in einem Finale gegenüber. „Es tut gut, dass wir jetzt mal wieder gewonnen haben, nachdem uns Charlottenburg zuletzt meistens geschlagen hat“, sagte Ingo Knillmann, Jahrgang 1963 und damit ältester Spieler der Wedeler Meistermannschaft. Ebenso wie Christian Pauk (Jahrgang 1964) hat Knillmann inklusive „Jugend trainiert für Olympia“ und Ü 35 mittlerweile eine zweistellige Anzahl deutscher Meistertitel eingesammelt.

Bei der DM im vergangenen Jahr und zuletzt bei den norddeutschen Titelkämpfen kam der Sieger noch aus Berlin. Dreimal in den vergangenen vier Jahren holten die Berliner den DM-Titel und waren auch diesmal mit zahlreichen früheren Profis wie Stephen Arigbabu, Sebastian Machowski und Niklas Lütcke angetreten. Doch diesmal unterlagen sie einer kämpferischen starken Heimmannschaft, die Charlottenburg auch taktisch überlegen war. „Wir haben sehr gut verteidigt und ihnen das Leben schwer gemacht, sodass sie nicht zu ihrem normalen Spiel gefunden haben“, so Teamchef Olaf Möller, der auch im Endspiel auf Martin Duggen bauen konnte.

Der Aufbau- und Flügelspieler lenkte das Spiel und strahlte konstant Korbgefahr aus. „Mit welcher Ruhe und Übersicht er das Spiel macht und das Tempo bestimmt, ist beeindruckend“, lobte auch Teamkollege Michael Claxton, dessen Vertrag als Chefcoach der Pro-B-Mannschaft Ende Juli ausläuft und der nun den Club verlassen wird (das Abendblatt berichtete).

Die Zuschauer in der Steinberghalle, unter denen auch Wedels Bürgermeister Niels Schmidt und Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn waren, unterstützten das Team lautstark – und auch die 15 Spieler im Kader der Wedeler waren ein großer Faktor für den Endspielerfolg. „Da ich ja pro Partie nur zwölf Spieler auf den Spielberichtsbogen schreiben darf, mussten immer drei aussetzen“, sagte Möller.

Wedeler Herren und Damen bleibenin der Gruppenphase unbesiegt

Damit konnten Kräfte gespart werden und die Wedeler gingen mit etwas mehr Energie als der Gegner ins Finale. Ihre Vorrundenpartien hatten die Gastgeber allesamt siegreich überstanden (UBC Münster 60:52, FC Tegernheim 55:41, BC Darmstadt 57:42). Die Mannschaft aus der Hauptstadt in der anderen Gruppe ebenfalls, so dass beide als Gruppenerster den deutschen Meister unter sich ermittelten. Auch die Wedeler Ü-35-Damen hatten sich mit drei Siegen fürs Endspiel qualifiziert und dabei Bochum (54:27), Würzburg (48:24) sowie die SG Sandhausen/Karlsruhe (58:34) bezwungen.

In der Partie gegen Würzburg hatte sich Leistungsträgerin Gundula Laabs am Finger verletzt und auch die Ferse machte Probleme. „Doch Gundu hat auf die Zähne gebissen“, so Teamkollegin Tine Zelass

Das Finale gegen die Münchnerinnen war eine knappe Angelegenheit. Innenspielerin Katharina Kühn musste früh wegen ihres fünften Fouls raus. „Sonst hätte es wohl anders ausgesehen“, sagte Zelass. Die ehemalige Nationalspielerin Kühn war nur schwer zu ersetzen. „Der zweite Platz schmerzt schon ein bisschen“, so Zelass. Jedoch wohl nur vorübergehend, ehe schon bald der Stolz des amtierenden norddeutschen Meisters über das Erreichte überwiegt.

Gespielt wurde in zwei Wedeler Hallen und einer in Holm. „Es hat alles soweit gut geklappt“, resümierte Zelass – trotz der Doppelbelastung mit der Organisation, die so manch Wedelerin und Wedeler Spieler nebenbei noch zu bewältigen hatte. Die ganze Arbeit habe sich jedoch gelohnt, meinte Tine Zelass. „So eine Veranstaltung lässt ja auch immer den Verein enger zusammenrücken“, sagte sie. Die beiden erfolgreichen Teams des SC Rist werden schon bald auf dem Wedeler Rathausbalkon den Pokal und die Medaillen im Zuge eines Festaktes präsentieren.