Pinneberg
Fußball

Gleich mehrere Damen-Teams sind im Aufstiegsfieber

Foto: Privat / HA

TuS Appen steigt in die Verbandsliga auf. Union Tornesch peilt Regionalliga an. SC Egenbüttel geht als Vizemeister in die Relegation.

Appen.  Die Fußball-Frauen des TuS Appen sowie ihre Trainer Sascha Liebenow und Lasse Kaland jubelten euphorisch. Mit einem 2:0-Erfolg über den SC Victoria hatten sie schon am vorletzten Spieltag in der Landesliga die Vizemeisterschaft und den Einzug in die Verbandsliga (höchste Hamburger Spielklasse) perfekt gemacht.

Vereinsmitarbeiter Björn Bleschke staunt Bauklötze. „Erst 2015 waren wir aufgestiegen. Jetzt der Durchmarsch – genial. “ Der Klassenerhalt muss kein Wunschtraum sein. Denn da gibt es Telefonat, das Kai Wagner, Coach des Verbandsliga-Neunten SC Pinneberg, am Dienstag mit Arno Braeger führte. Wagner teilte dem SCP-Fußballvorstand mit, dass sich sein Team nächste Serie „zu 98 Prozent“ den Appenern anschließt. Von ursprünglich 20 Spielern konnte Wagner zum Schluss nur noch 13 einsetzen. „Das sind zu wenige für die Verbandsliga.“

Vier Spielerinnen von TuRa Harksheide, die einen Tag vorher ein Probetraining in Eggerstedt absolviert hatten, zögern, zu wechseln. Bei den Diskussionen hinterher sprach sich das Pinneberger Team deutlich dafür aus, sich unter den gegebenen Voraussetzungen dem TuS anzuschließen. „Wir hätten in Appen zwei starke Damenteams und drei Trainer, die sich die Arbeit teilten.“ So stellt sich Kai Wagner, der als bisheriger Herrenspieler des SCP (Bezirksligaabsteiger) so oder so dem TuS Appen beitritt, die Zukunft vor.

An der Vormachtstellung von Union Tornesch im Kreis Pinneberg werden aber auch wettbewerbsfähige Appenerinnen zunächst nicht rütteln können. Union-Coach Mahdi Habibpur ist nach der Verbandsliga-Vizemeisterschaft 2015/16 hinter dem FC St. Pauli, die beste Platzierung bisher, ehrlich. „Eines Tages darf es die Regionalliga sein.“ Regisseurin Josefin Lutz, Hamburgs Spielerin der Saison 14/15, und Torhüterin Saskia Schippmann – um nur zwei von mehreren zu nennen – weckten schon woanders Begehrlichkeiten. Angebote sogar aus der 2. Liga werden aber abgelehnt. „Es macht nämlich Spaß beim FC Union. Unser Teamgeist ist ausgeprägt wie nie“, sagt Habibpur.

An den Frauen des SC Egenbüttel schätzt deren Coach Arne Steenbock noch etwas anderes. „Die Wissbegier. Sie hören zu, wenn ich ihnen etwas beizubringen versuche.“ Dazu kommt der Erfolgshunger. Als Bezirksliga-Vizemeister können die Rellingerinnen mit Siegen in den Relegationsspielen am Sonntag, 29. Mai, um 13 Uhr am Moorweg gegen den SC Alstertal-Langenhorn und am 5. Juni (15 Uhr) beim TuS Berne in die Landesliga klettern.

Zuvor gab es Szenenapplaus für Stürmerin Tanja „Kröte“ Beck. Die frühere Ikone der SV Halstenbek-Rellingen beendete altersbedingt ihre Laufbahn. Beim 5:2 über Grün-Weiß Eimsbüttel zählte sie zur riesigen Freude des gesamten Teams zu den Torschützinnen. Katharina Kanzler (Defensive), ebenso wie Steenbock seit acht Jahren dabei, und Spielführerin Svenja Timm nahmen „Kröte“ noch einmal in den Arm.

In der Kreisliga haben sich die Frauen des Moorreger SV und der SV Lieth wieder lieb. Die Klein-Nordenderinnen trotzten Tabellenzweiten Komet Blankenese ein 1:1 ab. Dadurch hätte der MSV das abschließende 3:2 nach einem 0:2-Rückstand zur Pause über den SC Sternschanze dank Toren von Svenja Gerlach (2) und Emelie Dieske gar nicht mehr für den Titelgewinn benötigt. Vorher, am 4. Mai, hatten die jungen SVL-Frauen bei einem 0:3-Rückstand in Moorrege vorzeitig den Rasen verlassen.

Das Sportgericht bestrafte den „schuldhaft verursachten Spielabbruch“, einen Fehler beim Ausfertigen des Spielberichts sowie das Nichterscheinen bei der Verhandlung mit 210 Euro. „Wir waren alle baff“, wunderte sich MSV-Damenobmann Matthias Doll, der sich bei den Übungsleitern Peter Eberhardt und Peter Witt für ausgezeichnete Arbeit bedankte. SVL-Trainer Karsten Pape bittet um Verständnis. „Mein Team mit einem Altersdurchschnitt von 17 Jahren war von der MSV-Spielweise eingeschüchtert und fühlte sich vom Schiedsrichter nicht ausreichend geschützt. Aber bei einem nächsten Mal reagierten wir wahrscheinlich anders.“ Aufgrund einer Lücke in der internen Kommunikation wurde der Sportgerichtstermin versäumt. „Unser eigentlich gutes Verhältnis bleibt ungetrübt“, betonen beide Seiten.

Für den Voßlocher SV endete die erste Saison auf dem vorletzten Rang (Kreisliga). Bittere Verletzungen wie der Sprunggelenksbruch von Torhüterin Rebecca Jachert machen nun wohl den Umzug in die Sonderklasse (Teams mit nur sieben Spielerinnen auf dem Feld) unumgänglich.