Pinneberg
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VfL-Abwehr agiert abschließend wie ein Hühnerhaufen

Pinneberger Fußballer verlieren letztes Oberliga-Spiel 2:6. Co-Trainer erhält ein Huhn

Pinneberg. Der scheidende Trainer Börje Scharnberg, Hobby-Landwirt, bekam vom Team eine Henne mit Stofftuch und Vereinsemblem am Hals geschenkt. Die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg verabschiedeten sich symbolträchtig in die Sommerpause. Beim 2:6 (2:3) gegen den WTSV Concordia wirkten sie in der Abwehr ausnahmsweise so durcheinander wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen.

Trainer Thorben Reibe, dessen Karriere als Spieler nunmehr als beendet gilt, trug den Reinfall mit Humor. Während der Abschlussparty floss auch das eine oder andere alkoholische Getränk. „Ungefähr gegen Mitternacht hatten wir dann 7:6 gewonnen.“ Tatsächlich fühlte sich die bisherige Zeit mit Reibe wie ein einziger, großer Sieg an. Bei dessen Amtsantritt im Januar schwebten die Pinneberger noch in höchster Abstiegsgefahr. Am Ende wurde es der 13. Rang mit neun Punkten Abstand zum Drittletzten Meiendorfer SV. „Diese Ausbeute hätte ich im Januar blind unterschrieben“, sagt Reibe.

Zu- und Abgänge für die kommende Saison stehen bereits komplett fest

Die Kaderplanung für die kommende Saison gilt als abgeschlossen. Ab dem 26. Juni (Trainingsauftakt) werden für den VfL auch Jan-Henrik Kaetow, David Both (SV Henstedt-Ulzburg), Lennart Dora (TuRa Meldorf), Kevin Koyro, Timo Herrmann (TSV Uetersen) und Vernic-Gerard Matata (SV Rugenbergen II) zum Einsatz kommen. Auf weitere Verstärkungen, die sich anboten, wird bewusst verzichtet. Reibe will das Gefüge, auf das er sich im zurückliegenden Vierteljahr so fest verlassen konnte, nicht sprengen. Schwer wiegt der Verlust von Benjamin Brameier (SV Halstenbek-Rellingen), der sich ebenso wie Finn Lüneburg, Zakaria Chergui und Sören Lühr (HFC Falke) für eine neue Herausforderung entschied. Fußball-Vorstand Manfred Kirsch legte das Manageramt in die Hände von Florian Holstein und Michael Schulze. Tim Jeske fehlte bei der Ehrung krankheitsbedingt. Das frühere Sturm-Ass des FC Elmshorn, das in Pinneberg die Erwartungen enttäuschte, beginnt in Halstenbek noch einmal von vorn.

Brameier hätte sich in der fünften Minute (Pfostenschuss) beinahe mit einem Torerfolg für drei Jahre herausragendes VfL-Engagement belohnt. Es wäre das 2:0 gewesen, nachdem Sascha Richert bereits in der ersten Minute das 1:0 der Pinneberger erzielt hatte. Stattdessen glückte Maurizio d´Urso im Gegenzug das 1:1 (6.). Dann kam die Zeit des Flemming Lüneburg, der das Missgeschick eines Eigentores (1:2/20.) als Kopfball-Schütze des 2:2 (37.) umgehend reparierte. Vom dritten Gegentor (Benjamin Bambur/39.) aber erholten sich die Pinneberger nicht mehr. Drei weitere Torerfolge der Wandsbeker zwischen der 83. und 89. Minute summierten sich zur höchsten Saisonniederlage für den VfL.