Pinneberg
Fussball

Der Kraftakt zur Rettung ist doch noch gelungen

Nach dem Abpfiff und dem Erreichen des Klassenerhalts schien alles federleicht: Bennet Giesel trägt den VfL II-Teamkameraden Asan Saliev auf Händen

Nach dem Abpfiff und dem Erreichen des Klassenerhalts schien alles federleicht: Bennet Giesel trägt den VfL II-Teamkameraden Asan Saliev auf Händen

Foto: Wolfgang Hellm / HA

Die Landesliga-Fußballer des VfL Pinneberg II bleiben dank 3:0 über Blau-Weiß 96 in der Liga. TBS und die SV HR II steigen hingegen ab.

Schenefeld.  Der schmächtige Bennet Giesel machte sich den Spaß, den vergleichsweise stämmigen Asan Saliev über den Rasen zu tragen. Am letzten Spieltag in der Hammonia-Staffel vollbrachten die Landesliga-Fußballer des VfL Pinneberg II einen Kraftakt. Mit einem 3:0 (2:0)-Erfolg auswärts über Blau-Weiß 96 und dank des 3:1 des HEBC im Sternschanzenpark gegen Nikola Tesla retteten sie sich vor dem Abstieg.

Zurück in die Bezirksliga müssen allerdings die spielfreie SV Halstenbek-Rellingen II (nach nur einer Saison) und die Mannschaft von TBS Pinneberg, die aufgrund der Resultate auf den anderen Schauplätzen einen Heimerfolg mit fünf Toren Differenz über den SV Eidelstedt benötigt hätte. Es wurde ein 1:2 (0:1). „Wenn ich die Resultate der letzten Wochen so sehe, dann müssen manche Mannschaften möglicherweise ihren Charakter hinterfragen. Letztlich haben wir den Abstieg aber selbst verschuldet“, sagte TBS-Manager Cem Sürücü. Dennis Kubowski, Fußball-Abteilungsleiter und Co-Trainer der Zweiten in Halstenbek, macht niemandem einen Vorwurf. „Wir hatten es in eigener Hand, uns zu retten. Die wichtigen Spiele konnten wir nicht gewinnen. Am Ende trifft mich persönlich der Abstieg nicht wie ein Hammerschlag.“

Die Halstenbeker sind Opfer der umstrittenen Abstiegsregelung des Hamburger Verbandes. Während es in der Hammonia-Staffel (mit ursprünglich 17 Teams) vier Absteiger gibt, sind es in der Hansa-Staffel nur zwei. Der Wahnsinn: Am Ende trennten den Tabellenachten SV Eidelstedt vom 16. TBS lediglich sechs Punkte. Der TSV Uetersen stand nach seinem Rückzug frühzeitig als erster Absteiger fest.

In Schenefeld ertönte der Anpfiff für die Partie wegen der Verabschiedung der Blau-Weiß-Akteure Gregor Adler, Fabian Jensen (SC Victoria), Lennart Behrends und Lars Briewig (Niendorfer TSV III) mit Verspätung. Um 15.05 Uhr ging es schließlich los. Der Abstiegskampf im „Spielfilm“:

15.14 Uhr: Der VfL Pinneberg II nutzt gleich seine erste Torchance. Thorsten Jung steht am vorderen Pfosten und köpft den Eckstoß von Jan Jania ein. Ausgerechnet Jung. Beim 0:2 gegen die HSV-Dritte hatte er noch einen Elfmeter verschossen.

15.31 Uhr: Erneut jubeln die Gäste im Stadion Achter de Weiden. Wieder ist Jung nach einem Querpass von Saliev Torschütze. Kurze Zeit später wechselt Blau-Weiß-Trainer Selcuk Turan den indisponierten Patrick Wolst aus und stellt die Innenverteidigung um.

15.45 Uhr: TBS ist geschockt. Der Zwischenstand aus Schenefeld entspricht nicht den Vorstellungen der Türk-Birliksportler. Dann auch noch das: Daniel Tannenberg schießt unmittelbar vor dem Seitenwechsel das 1:0 des SV Eidelstedt.

16.14 Uh r: Mehmet Eren verwandelt einen von Berkay Kilinc verschuldeten Foulelfmeter zum 2:0 der Eidelstedter. TBS kann nur noch ein Wunder helfen.

16.16 Uhr: Immerhin gibts für „PI“ Schützenhilfe des HEBC. Janosch Rinckens erzielt das 1:0 bei Nikolas Tesla. Das spricht sich im Stadion Achter de Weiden rum wie ein Lauffeuer. VfL II-Keeper Sascha Dittrich ist auf der Höhe und vereitelte gute Schenefelder Kopfballchancen (Adler, Haji Jamal). Thies Raschke verletzt sich. Die Schenefelder müssen die letzten 23 Minuten in Unterzahl absolvieren.

16.29 Uhr: Für TBS kommt das 1:2 von Fatih Simsek entschieden zu spät.

16.33 Uhr: Der HEBC spielt mit. Nikola Tesla gerät 0:2 in Rückstand.

16.40 Uhr: Nikola Tesla verkürzt fünf Minuten vor dem Abpfiff. Aber das Team benötigt noch zwei Tore, die VfL-Zweite zu überflügeln. Börje Scharnberg, der Trainer Patrick Bethke (Urlaub) an der Seitenlinie vertritt, reißt die ersten Späßchen.

16.46 Uhr: Saliev macht alles klar - 3:0 für den VfL II.

16.52 Uhr: Alle starren auf ihre Handys. Dann kommt die frohe Kunde. Der HEBC hat sogar 3:1 gewonnen. Der scheidende Fußball-Vorstand Manfred Kirsch (VfL) gratuliert. „Der Klassenerhalt war eine unglaubliche Leistung unter schwierigsten Bedingungen. “