Pinneberg
Fußball

Die unendliche Leidensgeschichte des Torjägers

Die Schmerzen waren groß: Rugenbergens Co-Trainer Knut Aßmann (links) führt Pascal Haase nach seiner frühzeitigen Schulterverletzung in die Kabine

Die Schmerzen waren groß: Rugenbergens Co-Trainer Knut Aßmann (links) führt Pascal Haase nach seiner frühzeitigen Schulterverletzung in die Kabine

Foto: Meincke Kalle

Eine erneute Schulterverletzung von Rugenbergens Oberliga Top-Stürmer Pascal Haase überschattet 4:2-Erfolg der Bönningstedter gegen WTSV Concordia.

Bönningstedt.  Pünktlich war er wieder da, als das Büfett mit Rinderbraten, Bratkartoffeln, Brechbohnen und Salat eröffnet wurde. Als ob nichts gewesen wäre, legte sich Pascal Haase eine ordentliche Portion auf den Teller und setzte sich zu den Teamgefährten an den Tisch. „Im nächsten Spiel am Dienstag in Halstenbek will ich dabei sein“, ließ der Torjäger des SV Rugenbergen die verblüffte Runde wissen. Trainer Ralf Palapies fielen beinahe Messer und Gabel aus der Hand.

Haase und seine linke Schulter, das ist offenbar eine unendliche Leidensgeschichte. Zweimal schon war er wegen einer Luxation operiert worden. Beim 4:2 (2:0) der Bönningstedter Oberliga-Fußballer über den WTSV Concordia spielte die überdehnte Gelenkkapsel schon wieder nicht mit. Schuld daran hatte Gästekeeper Kanan Savarov, der sich verschätzte und Haase bei einer Flanke von Pascal Hoppe wild zu Boden rammte. Haase schaffte es unmittelbar vor dem Kontakt, den Ball zum 2:0 ins Netz zu köpfen. Dann signalisierte er sofort, dass etwas nicht stimmte. Physiotherapeut Dennis Maaß bemühte sich vergeblich, die Schulter einzurenken.

Nach 19 Minuten war die Partie für den „harten Hund “ vorbei. Was die medizinische Abteilung des SVR nicht schaffte, erledigten dann die Profis im Albertinen-Krankenhaus. Eine Packung Schmerzmittel gab es mit auf den Weg. Beim Mannschaftsabend hinterher mit den Ehefrauen und Lebensgefährtinnen hinterher im Clublokal verbreitete Haase schon wieder gute Laune. Seine Freundin Meike nahm allerdings den Trainer ins Gebet. „Ralf, du willst ihn doch in Halstenbek nicht ernsthaft spielen lassen?“ Der Trainer denkt nach. „Ich trage die Verantwortung für die Gesundheit meiner Spieler. Und ich leide mit. Als sich Pascal verletzte, war mir das Ergebnis eigentlich egal.“

Aber er hat auch kaum noch Personal. Ohnehin fehlten Jan Lauer (Urlaub), Patrick Ziller, Kevin Beese, Dominik Kuhr und Steven Tegeler (alle verletzt). Gegen die Wandsbeker schied nach Haase auch Dennis von Bastian (Zerrung) aus. Palapies Kompromissvorschlag: „Ich setze Spieler der U 23 ein und Pascal für den äußersten Notfall auf die Bank.“ Und wenn Haase (22 Saisontore, obwohl er wegen der Schulter mehrfach pausierte) auf der Startelf besteht? Mit Concordias Benjamin Bambur (26 Tore), der an der Ellerbeker Straße überhaupt nicht in Erscheinung trat, liefert er sich nach seiner Neun-Tore-Show gegen den SV Lurup (11:1) einen Zweikampf um die Torjägerkrone. Das Gastspiel auf dem Jacob-Thode-Platz (Anpfiff: 18.30 Uhr), ist das letzte Kreisderby mit Beteiligung des SV Rugenbergen diese Saison.

Mit einem abgefälschten Flankenball hatte Dennis von Bastian schon in der dritten Minute das 1:0 der Bönningstedter erzielt. Trotz des Haase-Schocks dominierten die Gastgeber den ersten Durchgang. Im Anschluss eines von Jan Melich initiierten Bilderbuchangriffs über vier Stationen vergab der für Haase eingewechselte Henrik Rühmann das 3:0. Niklas Stahlblock verhinderte den Einschlug kurz vor der eigenen Torlinie (36.). Später steigerten sich die Wandsbeker. Beim Nachschuss von Aldin Kapur war Keeper Jannis Waldmann machtlos – 2:1 (50.). Concordias Torwart Safarov tummelte sich vorne, Yannick Siemsen hauchte der Partie Spannung ein (3:2/86.). Doch bei Rugenbergen können auch andere als Haase Tore schießen. Jan Düllberg zielte mit links hoch ins Eck (3:1/68.). Kein Zuschauer verließ vorzeitig das Gelände. Patrick Hoppe krönte seine starke läuferische Leistung als Schütze des 4:2 nach einem Querpass des rechts durchgestarteten Viktor Streib, der jenseits der Elbe wohnt, zuletzt nur ein Reservistendasein beim SVR fristete und sich wohl aus beiden Gründen nächste Serie dem aktuellen Landesliga-Tabellenführer Klub Kosova (Hansa-Staffel) anschließt.

SV Rugenbergen: Waldmann – Ansorge, Munzel, Hansen, Worthmann – Melich – Scholz (78. Streib), Düllberg, von Bastian(62. Nils Schultz), Hoppe – Haase (19. Rühmann). Tore: 1:0 von Bastian (3.), 2:0 Haase (18.), 2:1 Kapur (50.), 3:1 Düllberg (68.), 3:2 Siemsen (86.), 4:2 Hoppe (90.+3). Schiedsrichter: Timm (SC Egenbüttel) – Zuschauer: 125. Unterhaltungswert: mittel bis hoch.