Pinneberg
Kunstturnen

Karen Neubauer hat den Nachwuchs bestens im Griff

Foto: Frederik Büll / HA

Die Trainerin der Halstenbeker Turnerschaft fördert junge Turntalente. Teilnahme am diesjährigen Bärchenpokal in Berlin ist das Ziel.

Halstenbek.  Lale Rösener ist sieben Jahre alt. Wann sie mit dem Leistungsturnen bei der Halstenbeker Turnerschaft angefangen habe? „Ich weiß es gar nicht mehr“, sagt sie und grinst. Trainerin Karen Neubauer, 45, hilft ihr auf die Sprünge: „Bevor du fünf Jahre alt geworden bist, hast du mir immer die restlichen Monate, Wochen und Tage vorgerechnet. Du konntest es kaum abwarten, bis es losgehen konnte.“ Röseners Schwester Lee, 9, ist ebenfalls mit großer Leidenschaft Kunstturnerin bei der HT.

Beide zeichnet ein enormer Bewegungsdrang aus. Im elterlichen Haus in Bevern gibt es unter anderem eine Reckstange, einen Übungsbalken oder Matten für das Herumturnen. Die Geschwister trainieren zusammen mit ihren Vereinskolleginnen und den Turnern von Blau Weiß 96 dreimal wöchentlich in der Turnhalle der Gemeinschaftsschule Achter de Weiden.

Alle Turngeräte sind vorhanden. Vor allem die vielfältige Airtrack-Bahn, eine Luftkissenkonstruktion für Akrobatikübungen, die sich auch zu einer Hüpfburg umfunktionieren lässt, erfreut sich großer Beliebtheit. Insgesamt sind es über 30 weibliche Sportlerinnen unterschiedlicher Altersklassen, die von den Trainern beider Vereine Karen Neubauer, Arne Rosenzweig, Tanja Helms, Svetlana Dahn, Catharina Skodda, sowie Angela und Isabelle Marquard fachkundig betreut werden.

Die Röseners zählen zum D-Landeskader und trainieren zusätzlich zum üblichen Pensum noch achtmal im Jahr in Kiel. Auch Bonnie Birker, 8, von der HT ist in dieser Auswahl vertreten. Die drei Schenefelder Turnerinnen Alina Hergert, Lilo Schwarzwald und Kira Milewski stehen ebenfalls im D-Kader. Ihr Coach Neubauer begleitet die Halstenbeker und Blau-Weiß-Talente auch während der Einheiten in der Landeshauptstadt. Die Halstenbekerin hat das Trainer-A-Diplom sowie ein Ausbilder-Diplom des Deutschen Turner-Bundes und gehört zu dem acht Personen umfassenden Trainerpool auf Landesebene. Sie turnte einst selber in ihrer alten Heimat Kiel, wechselte aber schon früh neben das Sportgerät und fördert seit vielen Jahren insbesondere den jüngsten Nachwuchs. Nach ihrer langjährigen Arbeit in den Kunstturnzentren Kiel und Norderstedt folgte der Wechsel zur HT. „Wer einmal die mühsame und wunderbare Entwicklung einer Gruppe hopsender Turnküken zu sich elegant bewegenden Kürturnerinnen begleiten durfte, ist von dieser Sportart begeistert“, sagt sie. Bereits seit 2003 ist die Ärztin bei der HT tätig.

In diesen Jahren kristallisierte sich eine leistungsorientierte Sparte unter den Turnern heraus, so dass sich Neubauer um Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten bemühte, damit Talente nun auch ohne Vereinswechsel intensiv gefördert werden können. Sie arbeitet gern beispielsweise mit einem elastischen Bungee-Longen-Gürtel für die Flick-Flack-Salto-Bewegungen. Dieser hat den Vorteil, dass die Kinder bei misslungenen Aktionen nicht mit dem Kopf auf den Boden aufschlagen können. Daneben gibt es auch eine Dreh-Longe für zusätzliche Schraubenbewegung. Die Hallenzeiten in Halstenbek reichten nicht mehr aus, so dass man sich nach einem Kooperationspartner umsah. Seit 2013 besteht die Trainingsgemeinschaften aus beiden Vereinen.

Neubauer ist mit viel Herzblut bei der Sache. Das merkt man unter anderem daran, dass sie beim Gespräch die Übungen ihrer Schützlinge an den Geräten stets mit einem Auge verfolgt und den Turnerinnen Tipps gibt.„Mir ist die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Mädchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten wichtiger als Medaillen und Pokale“, so Neubauer, die aber mit ihren Turnerinnen auch auf ein Ziel in diesem Jahr hinarbeitet. „Ich würde mich riesig freuen, wenn eine Halstenbekerin im Schleswig-Holstein-Team beim Bärchenpokal in Berlin vertreten wären.“ Dies ist auf Bundesebene einer der traditionsreichsten und bedeutendsten Wettkämpfe für Nachwuchsturnerinnen.

Damit in der Schenefelder und Halstenbeker Turngemeinschaft, die im vergangenen Jahr gemeinsam bei den Landesmeisterschaften durch elf erste und vier zweite Plätze die erfolgreichsten Truppe Schleswig-Holsteins stellte, noch möglichst viele grazile Turner ausgebildet werden können, ist insbesondere HT auf der Suche nach Kindern ab fünf Jahren. „Fünf oder sechs Jahre sind das beste Alter, um anzufangen. Zu Beginn wird einmal in der Woche trainiert“, sagt Neubauer. Das vorherige Zuschauen ist kein Problem und steigert die Vorfreude enorm. Das kann Lale Rösener nur bestätigen.

Kontakt: Trainerin Karen Neubauer,
E- Mail: karen.neubauer.privat@googlemail.com. HT-Geschäftsstelle: Heike Fenske, Telefon: 04101/41 716.