Pinneberg
Tornesch

Fünf Tore in der Vorsaison, jetzt sechs auf einen Streich

Wie Björn Dohrn zum umjubelten Spieler bei Tornesch wurde. Ein Hattrick war beim 7:1 über St. Paulis Dritte auch dabei. Union wie Rantzau weiter in der Bezirksliga-Spitzengruppe

Tornesch.  Der Wahnsinn hatte einen Namen – Björn Dohrn. Während der gesamten bisherigen Saison hatte der Stürmer, 21, für die SV Lieth in der Kreisliga fünf Tore erzielt. Im Trikot von Union Tornesch (Fußball-Bezirksliga) benötigte er nur 90 Minuten, diesen Wert zu überbieten. Beim 7:1 (3:0) gegen die Dritte des FC St. Pauli schoss Dohrn sechs Tore. Ein Hattrick zwischen der 74. und 81. Minute war auch dabei.

„Er stand auf der Liste meiner Wunschspieler ganz oben“, sagt Trainer Stefan Dösselmann über den Neuzugang, der sich im Sommer 2015 noch für die Klein Nordender entschieden hatte und erst am letzten Tag der zweiten Transferperiode (31. Januar) die Freigabe für die Tornescher erhielt. Schon in der siebten Minute deutete der frühere Oberligaspieler des FC Elmshorn an, den Erwartungen gerecht werden zu können. Nach einem Konterangriff über Kapitän Daniel Arndt gelang Dohrn das 1:0. Später glückten dem Linksfuß auch noch das 2:0 (37.) und das 4:0 (56.). Zwischendurch hatte sich Serge Haag zu Wort gemeldet und mit dem Treffer zum 3:0 kurz vor dem Seitenwechsel alle Zweifel am Sieg ausgeräumt. Stefan Dösselmann konnte es sich getrost erlauben, den leicht angeschlagenen Tobias Brandt, bislang mit 15 Toren bester Union-Schütze, auf der Bank zu lassen. Die Gäste vom Millerntor untermalten das Dohrn-Festival mit etlichen Frustfouls, die der Schiedsrichter schließlich mit drei Gelb-Roten Karten (60., 83., 86.) ahndete.

Der FC Union festigte seinen dritten Rang in der Staffel West, hat allerdings schon drei Partien mehr als der Tabellenvierte SSV Rantzau ausgetragen. Die Barmstedter mussten hart kämpfen, ehe das 3:2 (1:0) dank Toren von Nils Reuter (35.), Phil Breuel (70.) und Niclas Lohmann (75.) über Roland Wedel feststand. „Dieser starke Aufsteiger hat uns alles abverlangt“, lobte SSV-Coach Bernd Ruhser die Gäste, die zu keinem Zeitpunkt locker ließen und das Geschehen in Person von Josip Dilber (1:1/46.) und Roger Macias Mora (2:3/84.) spannend gestalteten. Als sich Marco Meins die riesige Kopfballchance zum 3:3 eröffnete, reagierte der Barmstedter Keeper Florian Hermenau vorzüglich (90.).

Auf Ausrutscher der beiden führenden Teams hofften die Barmstedter und Tornescher vergeblich, wobei sich Tabellenführer Niendorfer TSV II nach Aussage des Bönningstedter Trainers Guido Krenzk hinterher dafür entschuldigte, wie sein 4:3 (3:2) über den SV Rugenbergen II zustande kam. „Das Niendorfer 1:1 war ein Witzelfmeter, den der Schiedsrichter auch noch wiederholen ließ. Beim 2:1 stand der Niendorfer Torschütze zwei Meter im Abseits“, ärgerte sich Krenzk. So reichten die Tore von Felix Semmelhack (1:0/13.), Jens Kuhlmann (2:2/25.) und Dirk Ballandat (3:4/83.) nicht, auf dem Kunstrasen am Sachsenweg für eine Überraschung zu sorgen.

Der SC Egenbüttel kratzte nach dem 1:1 von Andreas Jerchel (47.) auswärts gegen Hansa 11 ebenfalls an einem Punktgewinn. Am Ende hatte sich der Tabellenzweite 4:1 (1:0) behauptet. Die Rellinger mussten noch lange an die 79. Minute denken, als Christian Tews frei vor dem Torwart auftauchte, dann aber den Ball quer ins Niemandsland abspielte. Trost für Tews: HSV-Profi Lewis Holtby machte es in einer vergleichbaren Szene gegen Borussia Mönchengladbach nicht besser.

Der TSV Uetersen II brachte drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt unter Dach und Fach. Fabian Grabke per Kopf (20.), Jon Schwertfeger (41., 57.) und Kubilay Özen (47.) drehten das 0:1 (7.) auswärts gegen den SC Ellerau in ein 4:1(2:1).