Pinneberg
Ellerbek

Ein Turnier der Besonderheiten

Beim 42. Hallenmeeting des TC Ellerbek starteten 318 Tennis-Asse in acht Konkurrenzen. DTB stuft Kategorie höher ein

Ellerbek.  Der Abschied war verbunden mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen im Sommer. Wenn auf der Anlage am Dubenhorst vom 21. bis 24. Juli das 45. Ferienturnier des TC Ellerbek ausgetragen wird, dürften sich viele der Teilnehmer des gerade zu Ende gegangenen Hallen-Weihnachtsturniers erneut begegnen. Diese Zuversicht jedenfalls gibt Jörg Hilpert, Cheforganisator des jüngsten, 42. Hallen-Events, zum Ausdruck. Stärker besucht war das Meeting noch nie: 318 Teilnehmer trafen sich in insgesamt 500 Matches und acht Konkurrenzen. An den fünf Turniertagen gingen die Lichter in den drei Veranstaltungshallen am Rugenbergener Mühlenweg, bei der SV Halstenbek-Rellingen und beim Pinneberger TC durchweg erst spät aus.

Es war ein Mammutprogramm, das seinesgleichen sucht. „Einen Tag vor Meldeschluss gingen noch 120 Meldungen ein“, erklärte Jörg Hilpert, der bei der Organisation wie immer von Steffi Schoop und weiteren Vereinsmitgliedern unterstützt worden ist. Es galt auch zahlreiche auswärtige Tennisgäste zu betreuen. Hintergrund: Das Weihnachtsturnier ist mit das größte seiner Art in Norddeutschland. Der Zeitpunkt ist günstig, weil viele Spieler und Spielerinnen zwischen Weihnachten und Neujahr wenig vorhaben. Jörg Hilpert teilte Julian Battmer, Sportdirektor des Hamburger Tennisverbandes, mit, dass die Turniertage von Ellerbek trotz des starken Andrangs reibungslos abgelaufen waren. Julian Battmer antwortete sogleich: „In Ellerbek findet das beliebteste Hallenturnier im Hamburger Umland statt. Man hört immer wieder, wie sehr die Atmosphäre geschätzt wird.“

Das Ellerbeker Indoor-Spektakel und seine besonderen Geschichten am Rande. So war der junge Henri Ohl von TC Rot-Weiß Tiengen in den Ferien mit der ganzen Familie aus dem Hochschwarzwald angereist und hatte den Ellerbeker Verantwortlichen ein leckeres Früchtebrot aus der heimischen Region geschenkt. Das Aussscheiden im Viertelfinale der U 14 war schon längst vergessen.

Felina Ermann gehört der Tennisabteilung des 1. FC Nürberg an. Nachdem sie das Finale in der Altersklasse der U 16 gegen Franziska Sziedat (TC Lichterfelde Berlin) in drei Sätzen verloren hatte, war für sie noch längst nicht Schluss. Sie fragte Jörg Hilpert und Steffi Schoop, wo sie mit ihrem Vater in Hamburg denn am besten Silvester feiern könne. Antwort: „Fahrt doch mal zu den Landungsbrücken.“ Gesagt, getan: Es wurde nach dem Tennis ein aufregender Jahresabschluss.

Jörn Hellfritsch, stellvertretender Vorsitzender des Pinneberger TC, leistete außer der Bereitstellung der Halle am Voßbarg noch einen weiteren Beitrag der Unterstützung. Hellfritsch nahm sich der rund 400 Turnierbälle an, die verbraucht worden waren und recycelt sie demnächst in seiner Firma, damit sie außerhalb von Tennisplätzen weiterverwendet werden können. Alte Tennisbälle dienen zum Beispielnoch als Anhängerkupplungen, sie sind für Geräuschedämmung und als Untersetzer für Lautsprecher geeignet. Oder: Jugendliche können in Kindergärten beim Spielen etwas mit ihnen anfangen, und nicht zuletzt bietet sich die Gelegenheit, seinem Hund den gelben Filz vor dem anschließenden „Rücktransport“ zuzuwerfen.

Alles nur positiv in Ellerbek? Nicht ganz. Eltern, Gäste und Zuschauer konnten erstmals nicht auf der Tribüne die Spiele in den Hallen verfolgen und waren quasi vorübergehend „ausgesperrt“. Man weiß ja: So mancher Außenstehender redet beim Tennis gern mal rein ins Geschehen, um Sohn oder Tochter Anweisungen zu geben. Das kommt beim Weihnachtsturnier nicht in Frage... Wichtiger war den Turnierleitern indes, dass die Matches bis auf wenige Ausnahmen absolut fair verliefen. Jörg Hilpert: „Das ist für ein Event dieser Größenordnung fast ungewöhnlich. Ich musste als Oberschiedsrichter kaum einmal eingreifen.“

Was das Niveau angeht, hat die Veranstaltung eine Aufwertung erhalten, für die der Deutsche Tennis Bund sorgte. Zum ersten Mal kam ein neues Turniersystem zum Tragen. Es trägt den Stempel der drittgrößten Jugend-Leistungskategorie, der sogenannten „J 2“, Darüber folgt nur noch die J 1 (Landesebene) und J 0 (deutsche Meisterschaft). Damit übt das Meeting neue Anziehungskraft aus.

Ausgetragen wurden die Altersgruppen U 12, U 14 und U 16 (männlich/weiblich). Bei den Herren und Damen gibt es Preisgelder in Höhe von insgesamt 1000 Euro. In den Jugendklassen sorgten Pauline Hellfritsch (Pinneberger TC) und die für Großflottbek spielende Schenefelderin Pia Spanger mit dem jeweiligen Erreichen des Endspieles für das beste Ergebnis.

Strahlendste Siegerin war in der U 12 Noma Noha Akugue vom TSV Glinde, die auf dem Weg zum Gesamtsieg nur ein einziges Spiel (im Finale) abgab. Eine große Überraschung stellte bei den Herren der Finaltriumph von Patrick Steinmetz (Großflottbeker THGC) dar, der sich als ungesetzter Akteur am Ende durchsetzen konnte.
Ergebnisse: www.tcellerbek.de.