Pinneberg
Quickborn

Da schlagen die Herzen von Fußball-Romantikern höher

Viele ehemalige Größen kicken beim Reiner-Schultz-Altliga-Cup

Quickborn.  Marcus van Dalen war gerührt. Etliche Kicker der Nord-Ostsee-Auswahl und der Quickborner Golden Oldies sowie die Teamgefährten vom VfL Pinneberg sangen dem Mann mit dem gelben Torwart-Pullover ein Ständchen. Erst gewannen die Pinneberger mit dem Maler und Lackierer aus Haselau zwischen den Pfosten das Altliga-Turnier um den 5. Reiner-Schultz-Cup in der Quickborner Lilli Henoch-Halle Eine halbe Stunde nach der Pokalübergabe vollendete van Dalen zudem sein 47. Lebensjahr.

Für Marcus van Dalen fängt das Jahram 47. Geburtstag hervorragend an

„Einen schöneren Geburtstag kann es fast nicht geben“, sagte der Keeper, der mit seinen Paraden ganz entscheidend zum Turniersieg beigetragen hatte. Das Jahr 2016 fängt ja gut an, nachdem van Dalen 2015 einige persönliche Schicksalsschläge verkraften musste. Die fröhliche Nacht endete an der Seite von Freundin Stefanie in einer Schenefelder Diskothek.

Beim Blick über das Spielfeld schlugen die Herzen der Fußball-Romantiker höher. Die Nord-Ostsee-Auswahl präsentierte den früheren Europapokal-Sieger des HSV, Peter Hidien, wenn auch nur als Betreuer hinter der Barriere. „Chita“ arbeitet als Spartenleiter seit Jahren daran, den Fußball im TuS Hasloh wieder salonfähig zu machen. Der VfL bot nicht nur Thomas „Keule“ Oldenburg, vor seiner Pinneberger Zeit 1984 Aufstiegsheld des FC St. Pauli, auf. Auch die Namen von Michael Müller (SV Halstenbek-Rellingen), Martin Skowronnek (TSV Uetersen), Jens Schmanke (Blau-Weiß 96, Sportfreunde Pinneberg), Marco Fuhlendorf (Kummerfelder SV) und Olaf Sauerbier (SC Pinneberg) sind noch mit einem guten Klang versehen. „Die Dummen außer Bernd“, nennt sich eine Gemeinschaft aus dem Norderstedter Raum. Hendrik Krause (SV Rugenbergen, TuS Holstein) und der frühere Lübecker Knipser Andreas „Boller“ Jeschke (Trainer von TBS Pinneberg) genießen im Kreis Pinneberg weiterhin einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Zwillinge Torsten und Oliver Wolf (TuS Holstein) machen Witze, dass ihnen das Idealgewicht abhanden kam: „Zusammen sind wir die Tonne.“ Patrick Perret (SV Rugenbergen) trägt mittlerweile die Raute als Spieler der zweiten HSV-Senioren zur Schau. Ex-TuS-Coach Lars Landschof wirkte bei den Golden Oldies mit. David Fock, kürzlich noch Ligaobmann des VfL Pinneberg, spielte ebenso wie Marc Hollnagel und Wilke Eulen (Tangstedter SV) für die Freizeittruppe des FC Matin.

Die Show im Finale aber gehörte nur einem. Das war van Dalen, der im entscheidenden Neunmeterschießen vor jedem Versuch des HSV den rechten Torpfosten küsste. Das Ritual brachte Glück. Die „Katze“ krallte sich zweimal den Ball. Den entscheidenden Neunmeter zu verwandeln, überließ van Dalen aber lieber Thomas Oldenburg. Am Ende hieß es 3:2, nachdem Skowronek den tollen Einsatz von Patrick Suhrbier zunächst zum 1:0 verwertet hatte und Lars Moldenhauer 50 Sekunden vor dem Abpfiff der Ausgleich gelungen war.

Golden Oldies sammeln stattlicheSumme für Mukoviszidose-Hilfe

Als Sieger darf sich aber vor allem die Mukoviszidose-Hilfe fühlen. Schon weit vor dem Turnierende gab Organisator Dierk Beste, dessen Sohn Marvin die Routiniers Uwe Borota und Volker Gretsch in der Turnierleitung unterstützte, den Verkauf aller 850 Tombola-Lose bekannt. Am Bierausschank und am Imbiss brummte der Umsatz, vor allem zum Schluss, als van Dalen in die Spendierhosen schlüpfte. Es wird wieder auf eine Spende der Golden Oldies für die Betroffenen der unheilbaren Wechselstoff-Erkrankung deutlich im vierstelligen Bereich hinauslaufen.