Pinneberg
Hallenfussball

Der TSV Uetersen triumphiert erneut in Wedel

Foto: Meincke

Landesliga-Fußballer aus der Rosenstadt siegen im Finale des Warsteiner-Cups gegen Gastgeber Wedeler TSV 3:2 nach Neunmeterschießen.

Wedel.  Christopher Knapp machte es kurz und schmerzlos. Nach nur einem Schritt Anlauf schoss der Torwart des TSV Uetersen den Ball flach in die rechte Ecke. Oliver Firgens hatte keine Abwehrchance. Die Uetersener Landesliga-Fußballer feierten ihren Keeper, der ihnen im Neunmeterschießen das 3:2 (0:0) über Gastgeber Wedeler TSV und damit wie im Vorjahr den ersten Platz beim Warsteiner-Cup in der Steinberghalle, verbunden mit 400 Euro Weihnachtsgeld, sicherte. Dritter wurde das ebenfalls in der Hammonia-Staffel angesiedelte Team von Teutonia 05.

Die Schiedsrichter Marcel Hass (TuS Osdorf), Murat Yilmaz (FC Türkiye) und Kevin Rosin (SV Lieth) waren verwundert, dass es ihnen die friedlich gestimmten Kicker während der Vorrunde so leicht machten.

Ab dem Halbfinale wurde es ein bisschen turbulenter. Yilmaz sah sich zu einer Zweiminuten-Strafe gegen den Osdorfer Jeremy Wachter, der den Wedeler Tim Jobmann gegen die Bande rempelte, veranlasst. Spielentscheidend war das nicht. Die zweimal in Rückstand geratenen Wedeler besiegten den „geliebten Feind“, mit dem sie sich schon mehrfach begeisternde Duelle in der Punktrunde und im Oddset-Pokal geliefert hatten, nach Toren von Hendrik Ebbecke (1:1), Sebastian Gonzalez (2:2), Aytac Erman (3:2, 6:2) und Thomas Koster (5:2) 6:3. Das 4:2 war ein Selbsttor von Cihan Yagmur, der den Ball nach einem Flachpass von Dominik Lange über die eigene Torlinie lenkte.

In der regulären Spielzeit der Finalpartie gab es nur wenige Aufreger

Nach dreimal 3:2 in der Vorrunde hatte der WTSV dem eigenen Publikum die erste souveräne Darbietung geliefert. Im zweiten Halbfinale führte der TSV Uetersen gegen Teutonia 05 nach zehn von 14 gespielten Minuten 4:0. Wie beste Freunde hockten Wachter (Osdorf) und Gonzalez (Wedel) zusammen, um tolle Tore von Yannick Kouassi (2), Jannick Prien und Kevin Koyro zu bestaunen. 56 Sekunden vor Schluss hieß es aber nur noch 4:3.

Möglicherweise verdankten es die Uetersener der Unbedachtheit von Filipe Fernandez, dass sie die Führung nicht komplett verspielten. Teutonias Nummer 21 erlaubte sich einen Kommentar, den Marcel Hass mit einer Zweiminuten-Strafe ahndete. Die restlichen 28 Sekunden brannte für die Uetersener nichts mehr an.

Das Endspiel hielt dann nicht, was die torreichen Halbfinal-Partien versprochen hatten. Ein Aufschrei im Publikum begleitete allerdings die letzte Szene. An der Hallenwand gegenüber der Tribüne hatte sich Gonzalez den Ball gegen Florian Blaedtke erkämpft. Thomas Koster holte zum Schuss aus. In diesem Moment ertönte die Sirene - Abpfiff. Christopher Knapp hatte den Ball ohnehin mit seinem rechten Fuß abgewehrt, um im Neunmeterschießen zu Höchstform aufzulaufen.

Pablo Moreira (WTSV) und Koyro (Uetersen) hatten ihre Neunmeter verwandelt, als Knapp den gar nicht schlechten Versuch von Thomas Koster mit einem Panthersprung in seine linke Ecke entschärfte. Blaedtke und Aytac erwiesen sich danach als zielsicher, dann trat wieder Knapp als eiskalter Vollstrecker in Erscheinung. Die Turnierleitung und die Schiedsrichter wählten ihn zum besten Torwart des Turniers.

Walter Zessin hatte auf mehr Zuschauer in der Steinberghalle gehofft

Trotz seines Missgeschicks gebührte Thomas Koster das Attribut, bester Feldspieler gewesen zu sein. Auf der Jagd nach Toren reichte niemand an Pascal Pietsch (Teutonia 05) heran, der es neunmal im gegnerischen Tornetz zappeln ließ.

Nicht ganz glücklich wirkte WTSV-Ligaobmann Walter Zessin, der gern mehr als 400 zahlende Besucher gezählt hatte. Es hatte sich bis zu den Fans herumgesprochen, dass die SV Halstenbek-Rellingen nur mit ihrer zweiten Mannschaft und der VfL Pinneberg nur mit einem Akteur der Ersten (Finn Lüneburg) antraten.

„Der 26. Dezember ist nicht mehr der heilige Termin wie noch vor einigen Jahren. Uns haben auch einige wichtige Spieler gefehlt“, sagte der Osdorfer Stürmer Torben Krause. Das veränderte Freizeitverhalten der Kicker und das Turnier einen Tag später in Horst (Kreis Steinburg) machen Kummer.

Einer, der sehr gern dabei gewesen wäre, durfte hingegen nicht. „Ich habe schriftlich meinen Vereinsaustritt zum 31. Dezember erklärt“, gab David Fock bekannt. Der frühere Ligaobmann des VfL, der im November zurückgetreten war, hätte zu gern seiner Leidenschaft als Torwart zwischen den Pinneberger Pfosten gefrönt. Spielberechtigt wäre er sogar gewesen. Trainer Michael Fischer übermittelte ihm jedoch einen Vorstandsbeschluss, der Fock verbot, bei diesem Hallenturnier mitzumachen. Der Tangstedter fühlt sich wie ein Ausgestoßener: „Ich glaube es nicht. Das ist nun der Dank für jahrelange ehrenamtliche Mitarbeit.“

Warsteiner Cup des Wedeler TSV Gruppe A: SV Halstenbek-Rellingen II - Hetlinger MTV 5:1, TSV Uetersen - Wedeler TSV 2:3, Hetlinger MTV - Wedeler TSV 2:3, SV Halstenbek-Rellingen II - TSV Uetersen 1:4, TSV Uetersen - Hetlinger MTV 6:0, Wedeler TSV - SV Halstenbek-Rellingen II 3:2. Gruppe B: SV Lurup - VfL Pinneberg 0:2, TuS Osdorf - Teutonia 05 1:5,VfL Pinneberg - Teutonia 05 2:4, SV Lurup - TuS Osdorf 2:6, TuS Osdorf - VfL Pinneberg 4:2, Teutonia 05 - SV Lurup 3:0. Halbfinale: Wedeler TSV - TuS Osdorf 6:3, Teutonia 05 - TSV Uetersen 3:4; Neunmeterschießen um den 3. Platz: Teutonia 05 - TuS Osdorf 3:2; Finale: Wedeler SV - TSV Uetersen 2:3 (0:0) nach Neunmeterschießen.