Fußball-Oberliga

Das ist ganz schwere Kost gewesen

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Wolfgang Helm

Foto: Meincke Kalle

Nach einem Spiel auf niedrigstem Niveau in der zweiten Halbzeit gewinnt die SV Halstenbek-Rellingen gegen Buxtehude mit 3:1.

Halstenbek.  In der 70. Minute wurde es Nuray Karakaya zu bunt. „Das ist ja wirklich ein miserables Spiel“, schimpfte die Mutter von Mittelfeldspieler Ümit Karakaya sinngemäß. Um bei der Wahrheit zu bleiben: Sie benutzte ein etwas deftigeres Vokabular. Doch wo sie recht hat, hat sie recht. Der zweite Durchgang gegen das völlig gesichtslose Team des Buxtehuder SV war der ödeste, den die Oberliga-Fußballer der SV Halstenbek-Rellingen ihrem Publikum in den vergangenen Monaten zumuteten. Anstatt aufgrund ihrer viel höheren Qualität als die Gäste Tore satt aufzutischen, kochten sie auf Sparflamme. Am Ende stimmte das Ergebnis (3:1) zwar halbwegs. „Aber dass uns nach der Pause nichts mehr gelungen ist, ärgert mich. Diese Leistung genügte unseren Ansprüchen bei weitem nicht“, so HR-Manager Detlef Kebbe.

Wer so uninspiriert auftritt wie die Halstenbeker nach dem Seitenwechsel, der darf sich über Fragen wie diese nicht beschweren: Was machen eigentlich die Langzeitverletzten? Wann kommen endlich Jan Rottstedt, Robert Hermanowicz und Nikola Maksimovic zurück, drei mit Elan und Hummeln im Hintern? „Vor 2016 wird das nichts“, kündigte Hermanowicz an.

Nach seinem Kreuzbandriss hatte der Verteidiger das Training wieder aufgenommen. Eine Kniegelenksreizung verhindert sein Comeback noch vor dem Jahreswechsel. Der von einem Kreuzbandriss genesene Niklas Siebert kam zur zweiten Halbzeit anstelle von Indrit Behrami zum Einsatz, bewegte aber nicht mehr viel. Man ist besseres von ihm und seinen Teamgefährten gewohnt. Die Zuschauer zahlen schließlich für ein komplettes Spiel Eintritt und nicht nur für 45 Minuten. In schweren Zeiten des Amateur-Fußballs stehen auch die Halstenbeker in der Pflicht, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Wer sich zur Pause verabschiedete, verpasste nichts mehr.

Nuray Karakaya hatte wenigstens Freude an ihrem Sohn, der mit seinen Freistößen immer wieder Gefahr im Buxtehuder Strafraum heraufbeschwor. So war es in der sechsten Minute. Der Ball landete auf dem Kopf von Eliezer Correia Ca und schließlich vor den Füßen von Enrik Nrecaj, der aus wenigen Metern das 1:0 der Halstenbeker erzielte. Auch dem 2:0 von Jan Novotny per Kopf ging ein Karakaya-Freistoß voraus (28.). Zwischendurch hatte sich HR aber auch Nachlässigkeiten geleistet und Buxtehudes Sascha Müller einen Pfostenschuss genehmigt (25.). Als Vincent Ermisch der Ball an den Oberarm sprang, verhängte Schiedsrichter Philipp Steiner einen Elfmeter, den Kepper Sousa da Silva zum 1:2 der Gäste verwandelte (37.). Drei Minuten später stellte Braima Balde den vorherigen Abstand mit einem Kunstschuss ins lange Eck wieder her.

„Alles prima“, jubelte die Halstenbeker Meckerecke um Ex-Clubwirt Hans Reck und Dieter Ohlsen von den HR-Senioren. Später verfinsterten sich ihre Mienen. Das Spiel bot keinen Gesprächsstoff mehr. Die Besucher waren schon dankbar, dass wenigstens Offensivverteidiger Yannick Sottorf und Enrik Nrecaj ab und zu noch etwas unternahmen. In der 70. Minute tankte sich Nrecaj auf Links durch. Der Ball flog am Tor vorbei. Für solche Momente waren die Zuschauer schon dankbar. Der Rest? Grenzenloses Gähnen.

Dass es nur die Ruhe vor dem Sturm gewesen ist, können die Halstenbeker am 14. Spieltag auswärts gegen Altona 93 vor gewiss stimmungsvoller Kulisse beweisen. Dann werden nur 45 gute Minuten nicht reichen, sich zu behaupten. Das nächste Heimspiel steigt am 15. November gegen den SV Curslack-Neuengamme. Wenn dann der eine oder andere Fan wegbleibt, hat sich das Team das selbst zuzuschreiben.

SV Halstenbek-Rellingen: Elfert – Novotny, Ermisch, Nunes Correia (59. Mentz), Sottorf – Correia Ca – Behrami (46. Siebert), Karakaya, Steinecke – Balde, Nrecaj (85. Arda).
Tore: 1:0 Nrecaj (6.), 2:0 Novotny (28.), 2:1 da Silva (37./Handelfmeter), 3:1 Balde (40.). Schiedsrichter: Steiner (Grün-Weiß Harburg) – Zuschauer: 110.

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