Pinneberg
Wedel

„Ich finde, die Chemie stimmte damals“

Ex-Rist-Spieler Marvin Boadu tritt am Sonnabend mit Citybasket Recklinghausen auf sein früheres Team

Wedel. Marvin Boadu, 26, trägt mittlerweile das Trikot von Citybasket Recklinghausen, Gegner des SC Rist in der 2. Bundesliga Pro B am Sonnabend, 10. Oktober (19.30 Uhr). 2009 gewann der Basketballer mit den Wedelern den Titel in der Regionalliga und führte das Team in der Saison 2012/13 in die Play-offs. Seine dritte Rist-Dienstzeit endete indes abrupt. Vor der Saison 2014/15 verpflichtet, folgte die Trennung schon im Oktober des letzten Jahres. Gerüchte über Dissonanzen mit Trainer Michael Claxton kamen auf – und dass es zwischen dem Aufbauspieler und seinen Teamkollegen nicht richtig passen würde.

„Dem kann ich nur widersprechen. Ich kenne den Großteil der Jungs schon jahrelang. Die Teamchemie hat gestimmt. Beide Seiten hatten sich einfach mehr voneinander erhofft“, sagt Boadu, der sich als gebürtiger Hamburger auf das Wiedersehen mit dem SC Rist freut. Zu den Rist-Spielern René Kindzeka und Lennard Larysz steht er noch heute in Kontakt. Zuletzt trafen sich Larysz und Boadu bei den Sommer-Trainingseinheiten des Wedeler Nachwuchs-Bundesliga-Teams in Hamburg.

Es folgte der Wechsel zum Staffelkonkurrenten Hertener Löwen, die seinen Vertrag nach einer positiven Doping-Probe (Marihuana) im Januar 2015 auflösten. Diese Sperre lief im Mai ab. „Die Sache ist abgehakt und liegt in der Vergangenheit. Jetzt zählt nur noch die Saison mit Recklinghausen“, so der ehemalige Wedeler, der mit der Trikotnummer Null aufläuft.

Mit bislang 15,5 Punkten im Schnitt ist Boadu der absolute Leistungsträger der Nordrhein-Westfalen, die bisher beide Partien verloren (in Itzehoe 84:93, zu Hause gegen Iserlohn 68:73). „Wir müssen versuchen, ihn zu kontrollieren“, sagt Rist-Headcoach Michael Claxton, dessen Team zuletzt den Sieg gegen Artland Dragons im letzten Viertel aus der Hand gab und am ersten Spieltag in Bochum gewann. Der Amerikaner warnt vor Recklinghausen: „Citybasket steht mit dem Rücken zur Wand und wird hart für ihren ersten Sieg kämpfen“, so Claxton, der beim Unternehmen Auswärtssieg weiter auf Fabian Böke verzichten muss. René Kindzeka ist nach seiner Operation am Handgelenk ebenfalls nicht fit.

Der Einsatz von Helge Baues, der gegen die Artland Dragons umknickte und sich den Knöchel verstauchte, ist ungewiss. Janis Stielow soll für den Kooperationspartner Hamburg Towers (Pro A) am Sonntag auflaufen. Die endgültige Entscheidung, ob er tags zuvor auch für Wedel spielt, steht noch aus. Von diesen beiden Personalien hängt auch die Kader-Nominierung von Nachwuchskraft Jack Fritsche ab. Alexander Pimentel steht hingegen im Kader der zweiten Wedeler Herren.

„Wir werden mit den zehn zur Verfügung stehenden Spielern alles geben, um wieder auf die Siegerstraße zu kommen. Hoffentlich haben wir aus der ärgerlichen Niederlage gegen Quakenbrück gelernt, ein Spiel vorzeitig zu entscheiden“, sagt der Headcoach. Weitere Schlüsselspieler des Gegners sind beispielsweise Joseph Scott und Christoph Bruns. Claxton: „Scott ist ein Allrounder auf dem Feld. Bruns ist ein guter Distanzschütze. Wir müssen verhindern, dass er oder andere Scharfschützen heißlaufen.“ Besonders heiß wird auch Marvin Boadu gegen die ehemaligen Kollegen sein.