Pinneberg
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Die Krankenakte der Fußball-Oberliga

Die Zeit des Liegens und der Krankenhausaufenthalte ist jetzt vorbei. Niklas Siebert hat die Folgen seines Kreuzbandrisses beim Sottmann-Cup im Januar recht gut überstanden und hofft im Heimtreffen gegen den SC Condor auf einen Kurzeinsatz

Die Zeit des Liegens und der Krankenhausaufenthalte ist jetzt vorbei. Niklas Siebert hat die Folgen seines Kreuzbandrisses beim Sottmann-Cup im Januar recht gut überstanden und hofft im Heimtreffen gegen den SC Condor auf einen Kurzeinsatz

Foto: Meincke

Halstenbeks Niklas Siebert kehrt nach Kreuzbandriss zurück. Aber die Trainer Thomas Bliemeister und Michael Fischer sorgen sich um ihre Gesundheit.

Halstenbek.  „Neun Monate Pause“ hatte Manager Detlef Kebbe prophezeit, nachdem Niklas Siebert, 20, beim Sottmann-Cup am 17. Januar einen Riss des vorderen Kreuzbandes, links, Bänderrisse und eine Meniskusschaden erlitten hatte. Fast genau so ist es gekommen.

Neun Monate und drei Wochen nach seinem Sportunfall in der Halle an der Feldstraße steht Siebert bei den Oberliga-Fußballern der SV Halstenbek-Rellingen vor seinem Comeback. Im Oddset-Pokalspiel beim SC Sperber durfte er schon auf der Bank Platz nehmen. Im Heimtreffen gegen den SC Condor ist ein Kurzeinsatz nicht ausgeschlossen. Überstürzt wird selbstverständlich nichts. Der pfiffige, torgefährliche Mittelfeldspieler soll behutsam an den bisweilen rauen Alltag in Hamburgs höchster Spielklasse herangeführt werden.

Siebert hat eine Leidenszeit hinter sich, sein Trainer auch. „Ich hatte kaum noch Luft bekommen und im Schlaf nur noch durch den Mund geatmet. Mein Geruchssinn war wie abgestorben. Vor dem erforderlichen chirurgischen Eingriff hatte ich Angst“, erzählt Thomas Bliemeister. Nun ließ er die Operation in der HNO-Abteilung der Asklepios-Klinik St. Georg vornehmen. Polypen und Verwucherungen wurden entfernt, die Nasenscheidewand wurde gerichtet. Handtellergroße Wunden neben beiden Nasenflügeln verbieten es zurzeit, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen – Infektionsgefahr. Bliemeister wird sich mit seinem Co-Trainer Matthias Reincke absprechen, ob und unter welchen Umständen Niklas Siebert gegen die Farmsener vielleicht eingesetzt werden könnte. Für beide Teams geht es um den Anschluss nach oben, wobei den SC Condor in der Zwischenzeit ein ähnliches Pech wie die Halstenbeker im Winter ereilte. Vier Spieler handelten sich zwischenzeitlich Kreuzbandrisse ein.

Niklas Siebert und Thomas Bliemeister haben das Schlimmste überstanden. Was aber kommt noch auf Michael Fischer zu? Wegen eines Tumors im rechten Oberarm musste der Coach des VfL Pinneberg schon 20 Bestrahlungen über sich ergehen lassen. „Mal kann ich vier Kästen Bier auf einmal anheben. Ein anderes Mal drehe ich mich sanft im Schlaf auf die Seite und habe stechende Schmerzen“, das ist sein Zustand.

Am Freitag, 9. Oktober, wurde im Eppendorfer Universitätskrankenhaus eine weitere Knochenprobe entnommen, am Montag folgt eine Röntgenuntersuchung. Danach steht fest, ob die Bestrahlung den Tumor besiegt hat oder ob sich Fischer beim Spezialisten in Heidelberg einen künstlichen Knochen vom Ellenbogen bis zum Schultergelenk einsetzen lassen muss. Am Sonntag will er nach Möglichkeit beide Arme hochreißen, auch den rechten. Auswärts gegen Buchholz 08 streben die Pinneberger den zweiten Saisonsieg an, den sie dringend benötigen, um die nächste Zeit nicht am Tabellenende zu versauern. Dass der Buchholzer Torjäger Arne Gillich verletzungsbedingt wohl weiter pausiert, erhöht die Erfolgsaussichten der Pinneberger, denen wiederum Urlauber Sascha Richert fehlen wird. In den Fischauktionshallen (Oktoberfest) stimmte sich das VfL-Team zwei Tage vor dem Spiel auf die Herausforderung ein.

Beim SV Rugenbergen fühlt sich Trainer Ralf Palapies kerngesund, doch das Team geht am Stock. Nach derzeitigem Stand bringt der Coach für das Heimtreffen gegen den FC Süderelbe nur noch elf Mann auf die Beine. Neben den verletzten Max Scholz und Jan Düllberg fehlt auch Kapitän Jan Melich wegen eines beruflichen Auslandsaufenthalts. Die erkrankten Dennis von Bastian, Patrick Ziller und Hendrik Rühmann nehmen allenfalls als Drohgebärde auf der Bank Platz. Die Bönningstedter sind trotzdem fest entschlossen, den vierten Tabellenrang mit dem siebten Saisonsieg zu festigen.


OBERLIGA
SV Rugenbergen – FC Süderelbe
Spielbeginn: Sonnabend, 14 Uhr. HA-Tipp: 2:2.
SV Halstenbek-Rellingen – SC Condor
Spielbeginn: Sonntag 14 Uhr. HA-Tipp: 3:0 für die SV HR.
Buchholz 08 – VfL Pinneberg
Spielbeginn: So. 14 Uhr. HA-Tipp: 1:1.