Pinneberg
Halstenbek

Spielvereinigung holt Braima Balde

Früherer Niendorfer ist schon gegen Meiendorfer SV spielberechtigt. VfL weiter wie im Pokalrausch?

Halstenbek.  Detlef Kebbe hatte unangenehme Nachfragen zu Yiner Arboleda Sanchez vorgebeugt. Der clevere Manager der SV Halstenbek-Rellingen präsentierte zwei Tage vor dem Oberliga-Heimspiel gegen den Meiendorfer SV Braima Balde, 20, als Neuzugang.

Der dunkelhäutige Offensivspieler aus Guinea hatte in der vergangene Saison in 30 Partien für den Niendorfer TSV fünf Tore erzielt und fünf Torvorlagen geliefert. Fußballerisch ließ er sich als Jugendlicher bei Stoke City in England und Benfica Lissabon in Portugal ausbilden. Der Halstenbeker Trainer Thomas Bliemeister fühlte ihm drei Wochen auf den Zahn. Balde ist sofort für den Club spielberechtigt. „Wir hatten erkannt, dass wir offensiv nicht gut genug besetzt sind“, sagt Detlef Kebbe.

Bei diesem Satz kommt wieder Arboleda Sanchez ins Spiel. Müssen sich die Halstenbeker ärgern, dass er zum Meiendorfer SV zurückkehrte? Wie auf Bestellung lieferte der Stürmer einen Teil der Antwort in doppelter Ausfertigung. Sowohl in einem Testspiel vor dem Punktspielstart als auch im Pokalspiel gegen den SV Curslack-Neuengamme handelte er sich die Rote Karte ein. Als „Wiederholungstäter“, der 2013 schon mal vom Sportgericht für vier Monate auf Eis gelegt wurde, erwartet ihn eine längere Sperre. In Halstenbek ist er nur Zuschauer. „Mit seiner Disziplin ist das so eine Sache“, kann Thomas Bliemeister nun behaupten.

Detlef Kebbe bekennt sich dagegen zu einer „falschen Entscheidung“. Zumeist nur eingewechselt hatte Arboleda bei seinen Einsätzen stets auf positive Weise für Leben auf dem Platz gesorgt. Zu Schulden kommen ließ er sich nichts, doch Torjäger Jan-Marc Schneider erwies sich als (noch) stärker. Als Schneider dann zum FC St. Pauli II wechselte, war es zu spät, Arboleda Sanchez vom Wechsel zum MSV abzubringen. Beim 4:1 im ersten Punktspiel gegen den SC Victoria schoss er zwei Tore. Da wollten die Halstenbeker ihm schon nachweinen. Sein angeblicher Ellenbogenschlag in die Magengegend des Curslacker Gegenspielers Marvin Schalitz lässt alles in einem anderen Licht erscheinen.

Thomas Bliemeister erwartet etwas Zählbares vom ersten Heimspiel der Saison. „Jetzt fängt der Spaß an. “ Die Zuversicht blüht wieder, nicht nur wegen der Verpflichtung Baldes. Vielmehr kehrte Spielmacher Ümit Karakaya aus dem Urlaub zurück. Das verspricht erheblich mehr Spielkultur als beim enttäuschenden, wenn auch letztlich erfolgreichen Oddset-Pokalspiel in Elmshorn.

Der VfL Pinneberg bot beim Eimsbütteler TV (8:0) einen berauschenden Pokalauftritt. Auswärts gegen den SC Condor sieht Trainer Michael Fischer keine Veranlassung, seine Startelf zu ändern. Der SV Rugenbergen ist neugierig darauf, ob er in der Lage ist, Altona 93 zu ärgern.

Oberliga Hamburg, 2. Spieltag, Sonntag, 11.30 Uhr: SC Condor – VfL Pinneberg; 14 Uhr: SV Halstenbek-Rellingen – Meiendorfer SV, Altona 93 – SV Rugenbergen.