Pinneberg
Fußball

Riesige Vorfreude auf den FC St. Pauli

Dieter Wahlers (links) und Olaf Kraft gehören zu den zahlreichen Helfern im Verein, die das Fußball-Volksfest in Hetlingen zu einem Erfolg machen wollen

Dieter Wahlers (links) und Olaf Kraft gehören zu den zahlreichen Helfern im Verein, die das Fußball-Volksfest in Hetlingen zu einem Erfolg machen wollen

Foto: Helm

Für das Gastspiel des Zweitbundesligisten bei Hetlingens Kreisliga-Kickern am Dienstag um 18.30 Uhr werden mindestens 1500 Fans erwartet

Hetlingen.  54 Einwohner je Quadrat-Kilometer, das ist Hetlingens Bevölkerungsdichte. Am Dienstag, 30. Juni, explodiert der Wert vorübergehend. Mindestens 1500 Zuschauer werden zum Freundschaftspiel der Kreisliga-Fußballer des Hetlinger MTV um 18.30 Uhr gegen den FC St. Pauli (2. Bundesliga) erwartet. HMTV-Abteilungsleiter Michael Kirmse schöpft Hoffnung aus den Vorverkaufszahlen. „Bislang sind 1100 Eintrittskarten abgesetzt.“

Für Dieter Wahlers, 54, und Olaf Kraft, 51, bedeutet das Schwerstarbeit. Der ehemalige HMTV-Schiedsrichter und der frühere A-Jugend-Trainer sind zum Bierzapfen eingeteilt. „Wir bauen vier Getränkewagen mit insgesamt 20 Zapfanlagen auf“, kündigte Kirmse an. Der Wetterbericht ist positiv, der Durst wird gewaltig sein. Wahlers und Kraft wissen noch gar nicht, dass sie keine Minute vom Spiel mitbekommen werden. Am Sonnabend waren beide Männer noch damit beschäftigt, Bauzäune und Absperrungen am Deichstadion zu errichten. Direkt neben dem Sportplatz feierte die freiwillige Hetlinger Feuerwehr eine Party. Michael Kirmse richtete eine nicht wörtlich zu nehmende Drohung an die Fest-Besucher. „Wenn einer auf unseren schönen Rasen göbelt, begrabe ich ihn an Ort und Stelle höchstpersönlich.“

Neben Wahlers und Kraft kommen noch 83 weitere Helfer zum Einsatz. Die Hetlinger Feuerwehrleute regeln den Verkehr und weisen den Gästen von außerhalb Parkplätze zu. „Es ist für alles gesorgt“, verspricht Kirmse. Die Erinnerungen gehen zurück an den Anfang des Jahres 2014. Bei den Hetlinger Kickern, die dank hervorragender Arbeit im Nachwuchsbereich aus ihrer Starre erwachten, blühte die Verwegenheit. Alle wollten mal einem Profi-Team auf den Zahn fühlen. Auf der Geschäftsstelle des FC St. Pauli reichte der Club Anfang Januar eine bunte Bewerbung ein. St. Paulis Team-Manager Christian Bönig, Ex-Kicker des SuS Waldenau, seit wenigen Tagen nicht mehr im Amt, schlug den 1. April 2014 vor. „Das hätten wir gerne gemacht. Aber unser Platz war zu diesem Zeitpunkt in einem schlechten Zustand“, sagt Kirmse. Der Kontakt blieb erhalten. Am Ende kam ein Termin zustande, der beiden Teams gefiel. Bis zuletzt drückten die Hetlinger dem FC St. Pauli die Daumen im Abstiegskampf. Gegen einen Drittligisten zu spielen, das musste nicht unbedingt sein. Es hat geholfen...

Bei Auftritten der Kiez-Kicker im Kreis fallen reichlich Tore

Die Hetlinger Torleute Philipp Henningsen, Marco Panacek und Daniel Kleinworth, die jeweils 30 Minuten zum Einsatz kommen werden, freuen sich darauf, ihr Format vor großer Kulisse unter Beweis stellen zu dürfen. Es wird Einbahnstraßen-Fußball, keine Frage. Ihre jüngsten Auftritte im Kreis Pinneberg gewannen die Kiez-Kicker deutlich. 6:0 beim TSV Uetersen (29. Juli 2014/1700 Zuschauer), 16:1 beim TuS Holstein 16:1 (22.Juni 2014/2300 Zuschauer), 19:1 gegen eine Wedeler Stadt-Auswahl (27. Juli 2012/2000 Zuschauer) und 9:0 beim SSV Rantzau 9:0 (8. Mai 2012/2000 Zuschauer) lauteten die Resultate. Im ersten Testspiel nach der Sommerpause 2015 musste der Buxtehuder SV (Hamburger Oberliga) dran glauben – 1:9.

Ist auch ein Torerfolg für die Hetlinger Recken drin? Jonas Hübner aus dem Trainerstab malt sich das so aus: „Wenn einer von uns trifft, dann wird er von den Teamkollegen durchs Dorf getragen.“ Das Ergebnis spielt allerdingsd nicht in erster Linie eine Rolle, sondern das Ereignis. Die Hetlinger erwägen, sämtliche 29 Akteure ihres Kaders als Belohnung für die Meisterschaft in der Kreisklasse zum Einsatz zu bringen.

Auf den Fahnen steht die Fairness geschrieben. Schiedsrichter Michael Zibull (Heidgrabener SV), der sich von der Oberliga-Bühne verabschiedete, ist bekannt dafür, Unsportlichkeiten rigoros zu ahnden. Die Fußball-Fans wünschen sich einen fröhlichen Abend und richten noch die Bitte an St. Paulis Coach Ewald Lienen, nach Möglichkeit Dennis Rosin einzusetzen. Der 18 Jahre alte Elmshorner gilt als großes Mittelfeld-Talent und ist am Millerntor bereits mit einem Profi-Vertrag ausgestattet.