Pinneberg
Fußball-Relegation

Die lachenden Gesichter verfinsterten sich

Spielerfreundinnen und  weibliche Fans unterstützten das Team über die gesamte Spielzeit. Am Sonntag wollen sie nach  aufregenden 90 Minuten den Aufstieg besingen

Spielerfreundinnen und weibliche Fans unterstützten das Team über die gesamte Spielzeit. Am Sonntag wollen sie nach aufregenden 90 Minuten den Aufstieg besingen

Foto: Helm

Weibliche Fans des Kreisligisten SuS Waldenau bangen um den Aufstieg in die Bezirksliga. Auch HR II und Seestermühe zittern noch

Pinneberg.  Immer nach Siegen stellen die Fußballer von Kreisliga-Vizemeister SuS Waldenau Wackel-Dackel „Waldemar“ in ihre Mitte, um dann die Bewegungen des Glücksbringers nachzumachen – ein lustiger Anblick. „Wir woll´n den Dackel wackeln sehen“, schrieben die Fans auf ein Transparent.

Inzwischen wackelt vielmehr der Aufstieg in die Bezirksliga. Nach ihrer 0:1 (0:0)-Niederlage in vorletzter Minute gegen DuWO 08 auf dem neutralen Sportgelände von Union 03 ist das Team aus dem Süden Pinnebergs gleichauf mit dem SV Tonndorf-Lohe Dritter der Gruppe A. Nun glühen bald die Handys. Im direkten Vergleich am Sonntag um 15 Uhr am Jappopweg benötigen beide Teams einen Sieg, um den Gruppendritten der Staffel B abzufangen. Während in der Gruppe A DuW0 08 und Rot-Weiss Wilhelmsburg mit einem Unentschieden gegeneinander aufgestiegen sind, ist es in der Gruppe B irre. Vier Teams liegen mit je drei Punkten gleichauf.

Alle Chancen hat damit auch noch der TSV Seestermühe, der trotz eines 0:2 (0:1) gegen den SC Sternschanze II mit einem Heimsieg am Sonntag um 15 Uhr gegen Teutonia 05 II alles klar machen kann. Auch ein Remis könnte genug sein. Der bessere der beiden Gruppendritten klettert ebenfalls noch hoch. „Wie hat die Gruppe A gespielt?“, lautete die erste Frage von TSV-Betreuer Klaus Kimpel nach dem Abpfiff.

Zeitgleich scharrte der Waldenauer Trainer Michael Mathey seine Akteure um sich und stimmte sie mit ruhigen Worten auf das entscheidenden Spiel ein. Simon Block war da aus Verärgerung über den Schiedsrichter und „dumme Reporterfragen“ schon wütend in die Kabine gestapft. Es ging vor allem um die 89. Minute, in der sich die Ausgangslage der Pinneberger deutlich verschlechterte. Alle hatten ein Foul an Block, der nach seiner Einwechselung für Belebung sorgte, am gegnerischen Strafraum gesehen, nur der Schiedsrichter nicht. Aus dem Gegenangriff resultierte das entscheidende 1:0 von Terry Benjamin Schmidt.

Sogar die das ganze Spiel über fröhlich gestimmten weiblichen Fans des SuS Waldenau brachten lautstark ihre Empörung zum Ausdruck. Der Unparteiische war ihr Buhmann, zumal sich Yannik Levenhagen in der 83. Minute eine fragwürdige Gelb-Rote Karte wegen einer angeblichen Schwalbe eingehandelt hatte. Wütend schleuderte der Linksaußen sein Trikot in die Luft. „Das kann nicht angehen. Der Gegenspieler haut mir glatt die Beine weg“, schimpfte er. „Stimmt. Vielleicht bist du aber einen Tick zu spät gefallen“, entgegneten ihm Umstehende. Es bahnte sich an, dass „Waldemar“ im Körbchen bleiben musste.

Michael Mathey empfand die Darbietung seines Teams als „nicht ansprechend. Wir können es besser“. Die vielen Zuschauer, darunter die Trainer Heiko Klemme (VfL Pinneberg II, zukünftig SC Condor II) und Andreas Klobedanz (früher TSV Uetersen) sowie die Waldenauer Neuzugänge Ricki Voß, Marcel Gompf, Mike Kolbe (VfL II) und Sören Raschke (Blau-Weiß 96) sahen es nicht ganz so kritisch.

Kreisliga-Maßstäbe zugrunde gelegt war die letzte halbe Stunde toller, spannender Fußball mit Chancen am Fließband hüben wie drüben. Mit dem Damen-Chor im Rücken kann es für den SuS Waldenau noch gutgehen.

Dasselbe trifft auf Bezirksliga-Vizemeister SV Halstenbek-Rellingen II in der Landesliga-Relegation zu. Alle dem FC St. Pauli gegenüber abgeneigten Spieler im Team werden schön ruhig sein, nachdem ihnen die Kiez-Kicker mit dem Klassenerhalt in der 2. Bundesliga noch die Chance eröffneten, das große Ziel als Gruppendritter zu verwirklichen. Ein Unentschieden im Heimspiel am Sonntag um 15 Uhr gegen Este 06/70 reichte, nachdem die Halstenbeker den vorzeitigen Aufstieg mit einer 1:3 (1:0)-Niederlage in Farmsen gegen Bergedorf 85 verpassten.

Vorentscheidend war die 73. Minute, als Oliver Woblewsky mit einem Foulelfmeter scheiterte. Trotz Gelb-Roter Karte (76.) führten die Bergedorfer mit Toren (84./90. Minute) die Entscheidung zu ihren Gunsten herbei. Das Halstenbeker 1:0 von Daniel Mesquita (10.), der nach einem Schlag in die Rippen kollabierte (86.) und ins Krankenhaus gebracht wurde, glichen die „Elstern“ in der 62. Minute aus.