Pinneberg
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VfL-Fußballer überholen HR auf der Zielgeraden

Pinneberger Team geht nach Sieg am letzten Oberliga-Spieltag auf Hafenrundfahrt – Schneider wird bester Torjäger der Halstenbeker

Pinneberg. Um 22.30 Uhr hieß es „Leinen los“. Während ihrer Hafen-Rundfahrt bewunderten die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg die
„Alexander von Humboldt“, mit fast 400 Metern längstes Container-Schiff der Welt, und die Mega-Yacht „Eclipse“ des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch, Eigner des englischen Meisters FC Chelsea.

Der Kapitän der vergleichsweise niedlichen Barkasse „Hanseat“, auf der die Kicker und deren Lebenspartnerinnen über die Elbe schipperten, bestaunte die Ausgelassenheit seiner Gäste. „So kreatives Liedgut habe ich selten gehört.“ Die sangesfreudigen Pinneberger feierten den vierten Rang in der höchsten Hamburger Spielklasse und den 3:1 (2:0)-Erfolg bei Absteiger Germania Schnelsen, mit dem sie am letzten Spieltag an der SV Halstenbek-Rellingen, die ihr Heimspiel gegen den Niendorfer TSV 1:3 (1:1) verlor, vorbeizogen. Das ließen sie stimmgewaltig die gesamte Hafen-City wissen.

Der SV Rugenbergen endete nach dem 2:2 (0:0) bei Altona 93 als Tabellenneunter. Alle drei Teams aus dem Kreis Pinneberg blicken auf eine Saison zurück, die sie zufrieden stellte. Einen krischen Satz äußerte Michael Fischer allerdings noch, bevor er sich an Bord begab. „Dieser Sieg in Schnelsen war das Wenigste, was man erwarten konnte.“ Damit erklärte der VfL-Coach die Rückschläge in den vergangenen Wochen für abgehakt. Als es darauf ankam, sich nicht den fröhlichen Abend nach dem Spiel zu verderben, bot seine Team nochmals eine konzentrierte Leistung. Der Sieg nach Toren von Thorben Reibe (22.), Sören Lühr (24.) und Benjamin Brameier (49.) geriet auch nach dem Schnelsener 1:3 von Andreas Pein (60.) nicht mehr in Gefahr.

Die Zukunft von Torjäger Jan-Marc Schneider ist noch ungeklärt

In Halstenbek war unterdessen Club-Chef Hans Jürgen Stammer bemüht, den Reinfall gegen die dezimierten Niendorfer (Rote Karte: Braima Balde/37.) in den Hintergrund zu rücken. „Was die Mannschaft insgesamt leistete, war großer Sport“, betonte Stammer. Den beim Saison-Kehraus glücklosen Stürmer Jan-Marc Schneider belohnte der Vorsitzende für 27 Saisontreffer mit einer kleinen Torjäger-Kanone. In der Oberliga-Wertung musste Schneider allerdings dem Dassendorfer Eric Agyemang (29 Treffer), der beim 6:0 gegen Barmbek-Uhelnhorst dreimal „knipste“, den Vortritt lassen. „Bei jedem Spiel der Halstenbeker bin ich immer fürchterlich aufgeregt“, gestand Spielermutter Birte Schneider. Ob das auch nächste Serie noch so sein wird? Der Torjäger hat mehrere Optionen, seine sportliche Zukunft zu gestalten.

Von Stammer verabschiedet wurden vorerst aber nur Patrick Hoppe, der nach vier Jahren zum SV Rugenbergen wechselt, Yinar Arboleda-Sanchez, Torwart Adrian Matthäi und Jephter Agyei-Antwi. Clubwirtin Birgit bekam ebenso wie deren Vorgängerin Karin Reck, die Geburtstag hatte, einen Blumenstrauß überreicht. Für die abwesende Rosi Kebbe, die dem Team immer Tee und Kaffee kocht, nahm Detlef Kebbe, der HR-Manager, das Bukett in Empfang. Am Grill und am Bierstand bildeten sich lange Schlangen. Eine Stunde nach dem Abpfiff war dann auch der Verdruss von Trainer Thomas Bliemeister über die „billigen“ Niendorfer Torerfolge von Tim Schumacher (21.) und Serhat Yapici (58., 68.) sowie die schwache Leistung seines Teams verraucht. Als Freund des Offensiv-Fußballs ist Bliemeister stolz auf 80 Saisontreffer. Das 1:1 von Enrik Nrecay in der 33. Minute war der letzte.

Der SV Rugenbergen hatte zwar allen Grund, sich über den späten Altonaer Ausgleich von Felix Brügmann in der zweiten Minute der Nachspielzeit zu ärgern. Sonst wäre es gar der siebte Rang geworden. Trotzdem zählte das Gastspiel in der Adolf-Jäger-Kampfbahn zu den Saison-Höhepunkten. Mit der Aussicht auf Freibier und ein schönes Spiel hatten nicht weniger als 1200 durstige Anhänger die Stadion-Tore passiert. Das war eine Kulisse, die nicht nur die Gastgeber beflügelte. Am Ende sprangen „hohes Tempo und geiler Fußball“ (SVR-Trainer Ralf Palapies) sowie für die Bönningstedter Torerfolge von Pascal Haase (1:0/17.) und Milos Ljubisavljevic (2:1/69.) dabei heraus. In den fünf bis sechs Wochen Pause laden nun alle wieder ihren Akku auf.