Pinneberg
Fußball Oberliga

Der VfL Pinneberg stolpert weiter

VfL-Trainergespann Michael Fischer (l.) und Co-Trainer Börje Scharnberg sind der Verzweiflung nahe

VfL-Trainergespann Michael Fischer (l.) und Co-Trainer Börje Scharnberg sind der Verzweiflung nahe

Foto: Meincke

Seit fünf Spielen wartet der selbsternannte Titelkandidat aus der Kreisstadt auf einen Sieg und gerät immer mehr ins Hintertreffen

Pinneberg. „Schade Pinneberg, alles ist vorbei“, sangen die bierseligen BU-Fans. Ganz so weit ist es zwar noch nicht, aber den Trend der vergangenen Wochen konnten die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg auch im Heimtreffen gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst nicht stoppen.

Mit einer 1:3 (0:1)-Niederlage verabschiedeten sich die seit fünf Partien sieglosen Kreisstädter von der Tabellenspitze. Der Titeltraum droht zu platzen, sofern die Pinneberger nicht im nächsten Auswärtsspiel beim SC Victoria, der sie ebenso wie die TuS Dassendorf überflügelte, die Kehrtwende erzwingen.

Am Dienstag, 14. April, könnten die Pinneberger gar nur noch Vierter sein. Den seit acht Partien ungeschlagenen Barmbekern winkt die Möglichkeit, mit einem Auswärtssieg im Nachholtreffen beim SV Rugenbergen ebenfalls am VfL vorbei zu ziehen. Die Zuschauer in Bönningstedt werden sich dann einer ganz besonderen Prozedur, nämlich einer Leibesvisitation, unterziehen müssen. Partien mit Beteiligung der Barmbeker gelten als Sicherheits-Risiko. In Pinneberg standen drei Ordnungskräfte am Eingang, um die Besucher nach gefährlichen oder unerlaubten Gegenständen abzutasten.

Auch auf dem Spielfeld kam man sich mehrfach nah. Beide Teams scheuten keine Zweikämpfe. Leidtragender war ein Barmbeker Spieler, der verletzt ausgewechselt werden musste.

Es blieb alles im Rahmen, doch das Spiel lief von vornherein gegen den VfL. In der dritten Minute kam Innenverteidiger Jan-Philipp Zimmermann nicht hinterher, als Adrian Sousa bei einem Pass von Fabio Dammann seinen Spurt anzog. Torwart Zakaria Chergui, der anstelle des leicht verschnupften Norman Baese zum Einsatz kam, hatte keine Chance, den Einschlag abzuwenden. BU führte 1:0. VfL-Vorstand Manfred Kirsch reagierte beim Seitenwechsel gelassen: „Wenn es mit der Meisterschaft nichts wird, ist das kein Weltuntergang. Unsere Mannschaft spielt eine tolle Saison. Aber wir müssen uns damit abfinden, dass andere besser sind.“

Pinneberg hatte gute Gelegenheiten, das Spiel zu drehen

Die Barmbeker zählen nicht unbedingt dazu. Mehrfach hatten sie Glück, dass dem VfL nicht der Ausgleich gelang. Der sehr agile Flemming Lüneburg prüfte BU-Keeper Andre´ Tholen mit einem harten Schrägschuss (44.). Benjamin Brameier traf den Ball nach einem Zuspiel von Thorben Reibe rechts an der Fünf-Meter-Linie nicht optimal. Aus dem Torschuss wurde ein scharfer Querpass in die Mitte, mit dem niemand rechnete (48.). Tim Jeske missglückte nach Lüneburgs Flanke der Versuch eine Flugkopfballs (64.). Als Sascha Richert eine Minute später den Ball über die Torlinie drückte, ertönte ein Pfiff. Er soll abseits gestanden sein, als Tholen den Ball bei Brameiers tückischem Aufsetzer abprallen ließ. Die Pinneberger ließen nicht locker, auch nicht nach dem 0:2, das Tom Bober (früher TuS Holstein) in der 76. Minute nach einer Flanke von rechts köpfte. Doch die Leichtigkeit mancher Partien der Hinrunde blitzte nur in der 77. Minute auf, als Steffen Maaß die Flanke des eingewechselten Alexander Borck sauber mit der rechten Innenseite zum zwischenzeilichen 1:2 verwertete (77.). Das Anrennen danach brachte nichts mehr ein. Stattdessen kamen die Barmbeker in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch einmal durch.

Ivan Sa Borges Dju verwandelte einen Konter über rechts zum 3:1 der Gäste. Die teilweise ordentlich angeheiterten Besucher aus dem Hamburger Arbeiter- und Rentner-Stadtteil machten sich gut gelaunt auf den Heimweg. Die Pinneberger hoffen, ihre Durststrecke bald beenden zu können. Manfred Kirsch verbreitet leise Zuversicht: „Mich stimmt positiv, dass sich die Mannschaft gewehrt und Torchancen herausgespielt hat.“ Aber die VfL-Spieler sind zurzeit mit einer Ausnahme (Lüneburg) nicht restlos von sich überzeugt, das war zu sehen.