Pinneberg
Ellerbek

Abstand zur Abstiegszone gewahrt

Ellerbeker Handballerinnen: 28:28 gegen Tabellennachbar Todesfelde/Leezen, Männer siegreich. Esingens Frauen 27:35

Ellerbek. Es gibt Unentschieden im Sport, die wenig Aufregendes zu Tage fördern, nicht so aber das jüngste Remis bei den Handball-Frauen des TSV Ellerbek im Oberliga-Heimspiel gegen die SG Todesfelde/Leezen (28:28). Nach einer packenden, abwechslungsreichen Partie trennten sich die Ellerbekerinnen von ihren Gästen aus dem Kreis Segeberg 28:28 (16:16). Die Teams bleiben damit auch weiter direkte Tabellennachbarn (Platz 6/7). Für TSV-Trainer Timo Jarama war ein Aspekt besonders wichtig: Es hatte sich keine Spielerin verletzt. So ist die Gefahr eher gering, dass seine Schützlinge noch in den Abstiegsstrudel geraten könnten.

Derzeit sind es fünf Punkte Abstand zu einem Abstiegsplatz. Bis zum zweiten Platz sind es andererseits nur drei Punkte. Die Mannschaft ist seit nunmehr vier Begegnungen ungeschlagen. Diese Serie soll am Sonnabend, 21. März, um 19 Uhr bei Absteiger TuS Lübeck 76 fortgesetzt werden.

Kurz vor dem Spiel meldeten sich überraschend Maren Sicks und Julia Boike einsatzbereit. Hingegen musste die torgefährliche Julia Steinberg passen, womit 13 Spielerinnen zur Verfügung standen. Der Schlüssel zu einem guten Ergebnis konnte dabei vorab nur in einer geglückten Beschattung von Torjägerin Franziska Haupt liegen.

Diese Rolle übernahm Nadine Cramer recht erfolgreich. Franziska Haupt, eine erfahrene Zweitbundesligaspielerin, die im Schnitt 13 Tore pro Spiel wirft, brachte diesmal „nur“ zehn Treffer an. Offen und unkonzentriert zeigte sich dagegen der Fünfer-Deckungsverband Ellerbeks. Im Vergleich zum Spiel gegen den THW Kiel fehlte die Spritzigkeit in Körper und Kopf. So kamen die TSV-Frauen häufig zu spät, mussten jeweils Siebenmeter hinnehmen oder kassierten direkt ein Gegentor.

Die Frauen des TuS Esingen haben als Tabellenvorletzte (11:31 Punkte) nichts mehr zu verlieren und blicken dem Abstieg in die Hamburg-Liga erhobenen Hauptes entgegen. Diese Einstellung begrüßt Trainer Jan-Henning Himborn, der nach vorne blickt. Die jüngste 27:35 (10:16)-Pleite gegen den THW Kiel war in dieser Höhe allerdings kaum erwartet worden, weil der Gegner (Platz acht/22:20) nicht unbedingt zu den Topclubs der Klasse zählt.

Der Auftakt verlief mit 4:11 und 7:13 schon sehr unglücklich für die Tornescherinnen, denen man anmerkte, dass die Moral insgesamt gebrochen ist. Trotzdem versuchte es die Mannschaft später noch einmal, aber es kam zahlenmäßig nicht mehr viel rum. Diverse Holztreffer taten ein Übriges und dann folgte noch ein ganz bitterer Moment: Leistungsträgerin Martina Bauer verletzte sich bei einem Sturz schwer am Knie. Bei einer Kernspintomografie könnte eventuell einen Kreuzbandriss diagnostiziert werden.

In der Oberliga der Männer gewann der TSV Ellerbek bei der SG Wift (SG Wittorf/FT Neumünster) mit 29:27 (18:14) und verbucht damit den zweiten Erfolg hintereinander – und das trotz angespannter Personalsituation. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen oder Urlaub fehlten mit Fokko Erdmann, Tim Blunck, Tarek Fejry und Martin Schleßelmann gleich vier etatmäßige Stammkräfte. Die A-Jugendlichen Micha Remer und Kevin Reinefeld standen im Kader, kamen aber nicht zum Einsatz.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase konnten sich die Gäste bis zur Halbzeit einen Vier-Tore-Vorsprung herauswerfen (18:14). Kurz nach der Pause wuchs die Führung sogar auf acht Treffer an (22:14) an. Beim Zwischenstand von 25:19 aus Ellerbeker Sicht wurde es dann doch noch einmal spannend. Fünf Tore in Folge erzielte die SG Wift, zudem musste Olaf Levin nach der dritten Zwei-Minuten-Zeitstrafe in der 46. Minute wegen der Roten Karte vom Feld. Die Ellerbeker ließen sich von der Aufholjagd der SG aber nicht beirren und behielten bis zum Schluss die Nerven.

„Was wir uns vorgenommen hatten, haben wir gut umgesetzt“, sagte Spielertrainer Dennis Lißner. In der Abwehr habe man gut gestanden und in der Offensive diszipliniert und strukturiert agiert. Nur in der zweiten Halbzeit habe man dem hohen Aufwand Tribut zollen müssen. „Insgesamt war es eine ordentliche Leistung von uns“, so Lißner. Beim Heimspiel am Sonnabend, 21. März (19.30 Uhr, Harbig-Halle), gegen den voraussichtlich dritten Absteiger neben dem TV Fischbek und TSV Mildstedt, die HSG Eider Harde, werden die vier Leistungsträger wieder mit von der Partie sein. Fehlen wird hingegen Niklas Weller (Urlaub).