Pinneberg
Wedel

Ausrufezeichen am Steinberg

Pro B-Basketballer des SC Rist nehmen im ersten Spiel der Play-offs die Schwelmer Baskets komplett auseinander

Wedel. In den Play-offs der Vorsaison schied der Tabellenerste der Nordstaffel, Hannover, gegen Baunach, Achter aus dem Süden, nach drei Partien im Achtelfinale überraschend aus. Dass der SC Rist als Tabellenzweiter nach der Hauptrunde gegen die EN Baskets Schwelm (Tabellensiebter im Süden) noch in die Bredouille kommen könnte, scheint nach diesem Auftritt im ersten Spiel nahezu ausgeschlossen.

Die Rist-Basketballer aus der 2. Bundesliga Pro B zeigten vor 680 Zuschauern in der Steinberghalle deutlich, wer der Favorit für den Viertelfinal-Einzug ist. 104:66 stand es nach 40 einseitigen Minuten. Die Wedeler führen nach einer mehr als souveränen Vorstellung damit 1:0 gegen die überfordert wirkenden Gäste. „Es kommt immer darauf an, wie man selber spielt. Und das war gut. Schwelm hat ziemlich schnell aufgegeben“, sagte Mannschaftskapitän Christoph Roquette.

In den ersten Minuten lag der Gegner noch 6:2 in Führung, doch die anfängliche Euphorie wich schnell der Ernüchterung. Beim Stand von 5:8 aus Wedeler Sicht nahm Rist-Headcoach Michael Claxton die erste Auszeit. „Ich habe die Spieler nur gefragt, wo denn eigentlich unsere Verteidigung sei. Wir haben nicht gut verteidigt“, sagte der Amerikaner. Die Wedeler glichen nach zwei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen von René Kindzeka und einem Korbleger von Jens Hirschberg zum zwischenzeitlichen 13:13 aus. Danach gelangen dem Heimteam noch 13 Zähler, Schwelm konnte nur noch derer vier verbuchen. Der Vorsprung von neun Punkten aus dem ersten Viertel wuchs bis zur Halbzeit auf 28 – 55:27. Schwelm konnte den Wedelern, die vor allem aus der Ferndistanz zielsicher waren (42 Prozent der Dreier fielen in den Korb), nichts mehr entgegensetzen. Insgesamt versenkten die Wedeler starke 40 Versuche von 65 aus dem Feld und hatten auch die Zone problemlos im Griff. Von den Schlüsselspielern des Gegners Christopher und Jody Johnson, sowie Sebastian Schröter und Julius Dücker war wenig zu sehen.

Bis zum Ende hielt das Claxton-Team diesen Einbahnstraßen-Basketball aufrecht und erzielte Korb um Korb, während den Schwelmern nichts gelingen wollte. „Vor der Partie war ich ziemlich nervös. Auch wenn es dann so gut läuft, ist es wichtig, weiter die Konzentration hochzuhalten", sagte ein rundum zufriedener Wedel-Trainer nach Spielende, der trotz des früh feststehenden Erfolgs seine Spieler vehement und lautstark instruierte. Zweimal brandete in diesem ungleichen Duell dann doch noch großer Jubel unter den Heimfans auf: Denzell Erves erzielte mit einem Freiwurf den 100. Punkt für Wedel, wenige Sekunden später versenkte Brandon Spearman den weit vom Ring abprallenden Ball mit einer Hand krachend per Dunking im Korb. Der größte Abstand war das zwischenzeitliche 92:47 – 45 Zähler lag Wedel in Führung. Eine ähnliche Situation hält Center Christoph Roquette in der Auswärtsbegegnung in Schwelm (Sonnabend, 21. März, 19.30 Uhr) für undenkbar. „ Schwelm wird alles geben, um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.“

Dieses würde am Dienstag, 24. März, wiederum am Steinberg stattfinden. „Wir hoffen natürlich nicht, ein drittes Mal gegen die Baskets spielen müssen. Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt liegt der Fokus auf dem Rückspiel“, so Claxton, der vor allem von der erfolgreichen Wurfquote und vom schnellen Passspiel seiner Mannschaft angetan war. „Das war ein Statement, dass in Wedel nichts zu holen ist. Nun müssen wir auswärts genau so auftreten“, sagte Roquette.

Die Schwelmer, die der Kampfansage, in Wedel gewinnen zu wollen, keinen Kampf folgen ließen, verließen die Halle wie geprügelte Hunde. Auf der Vereins-Homepage sprach Coach Omar Rahim von einer „peinlichen Vorstellung“. Einziger Wermutstropfen waren zwei Wedeler Verletzungen: René Kindzeka stürzte bei einem Korbleger-Versuch gegen Anfang des zweiten Viertels unglücklich auf den rechten Unterarm und konnte nicht mehr mitwirken.

Fabian Böke musste humpelnd mit einer leichten Knöchelverletzung eingangs des Schlussabschnitts das Feld verlassen. Er wurde sicherheitshalber geschont. „Es scheint so, als ob es nichts Schlimmes ist. Zumindest Böke wird ziemlich sicher beim Auswärtsspiel dabei sein“, so Claxton. Gelingt dem SC Rist in Schwelm erneut eine derartige Machtdemonstration, ist der Sprung in die zweite Play-off-Runde gesichert.

Viertelergebnisse: 26:17, 29:10, 26:15, 23:24 Punkte (SC Rist): Brandon Spearman (19), Diante Watkins, Denzell Erves (je 17), Christoph Roquette (15), René Kindzeka, Fabian Böke (je 9), Paul Owusu (7), Fabian Strauß. Jens Hirschberg (je 4) Jonas Laatzen (3). Nicht eingesetzt: Lennard Larysz.