Pinneberg
Klein Nordende

Ein Spielabbruch, der keiner war

Turbulenzen bei den Fußball-Bezirksligaspielen in Klein Nordende und Klein Offenseth

Klein Nordende. Vorhang auf zum großen Abstiegskampf in der Staffel West (Fußball-Bezirksliga). Es wird spannend wie nie. Mit allen Mitteln wehren sich die Teams dagegen, in der Kreisliga zu landen. Die Spieler der SV Lieth legten sich nach dem 1:1 (1:1) gegen TuRa Harksheide II sogar mit ihrem eigenen Vorstand an. Der TSV Sparrieshoop erwägt einen Protest gegen die Wertung des 0:1 (0:1) gegen den TSV Holm.

Mehr als einen Elfmetertreffer von Benjamin Linse (1:0/39.) brachten die Klein Nordender gegen TuRa II nicht zustande. Ihre Probleme führten sie auch auf die extrem schwierigen Platzverhältnisse im Waldstadion zurück. Den Wunsch der Mannschaft, auf dem Kunstrasen antreten zu dürfen, hatte der Vorstand abgelehnt. Fußball-Abteilungsleiter Manfred Pieper erklärt, warum: „Zum einen hängt im Waldstadion die Werbung der Sponsoren. Zum anderen sind wir auch der Gemeinde gegenüber verpflichtet, das Angebot des Waldstadions anzunehmen.“

Abends wurde auf dem Kunstrasen („Klaus-Waskow-Platz“) dann doch gekickt. Gegen einen Unkostenbeitrag durfte der Heidgrabener SV dort ein Kreisliga-Spiel bestreiten. Das heizte den internen Unmut an, auf den Pieper mittlerweile reagierte. „In den nächsten drei Heimspielen geht unsere Erste auf den Kunstrasen. Die Sponsoren tragen das mit.“ Sein Stellvertreter Steffen Weers bringt Verständnis für die Beschwerden der Spieler auf. „Ich war selbst erschrocken, als ich über den Rasen des Waldstadions gegangen bin. Es war ein Fehler von uns, die Mannschaft auf diesen Acker zu schicken.“

In Klein Offenseth, wo Fabian Tiede einen Foulelfmeter zum Holmer 1:0 verwandelt hatte (41.), lagen die Nerven zunächst blank. Aus den Reihen des unterlegenen TSV Sparrieshoop handelten sich Torben Büchner (Rote Karte/69.) und Markus Steffen (Gelb-Rote Karte/88.) Platzverweise ein. Wegen ihrer Kommentare sollten die TSV-Trainer Christian Kullock und Kevin Reichmann die Sportanlage verlassen.

Als sie sich lediglich hinter die Barriere begaben, pfiff der Unparteiische das Spiel ab. „Das war ein Spielabbruch und damit ein Regelverstoß, so, wie es gelaufen ist“, sagt Kullock. Schiedsrichter Kai Kleen (Sportfreunde Pinneberg) reagierte schlau und betonte, die Partie regulär beendet zu haben. In seinem offiziellen Spielbericht ist nichts von einem Spielabbruch zu lesen. Was nun, TSV Sparrieshoop? Kullock: „Runter kommen, nachdenken.“

„Zum Kotzen“, war Simon Hatje, dem Co-Trainer des Tabellendrittletzten SC Egenbüttel, zumute. Das 1:0 von Kevin Malke (19./Foulelfmeter) drehten Jan-Niklas Rohr (71.) und Matthias Tuleweit (80.) in ein 2:1 des SSV Rantzau. In den Kampf um die Vizemeisterschaft hat sich die SV Halstenbek-Rellingen II dank des 1:0 (Dustin Schomacker/33.) über den SV Rugenbergen II eingemischt.

Der TSV Uetersen II veranstaltete einen „Tag der offenen Tür“. Beim 1:7 (1:5) auswärts gegen den Niendorfer TSV II war Kubilay Özen Schütze des 1:4. Fatih Simsek, Martin Schwabe, Marvin Meyer und Yannik Siems machten den souveränen 4:1 (3:0)-Erfolg von Union Tornesch auswärts über den SC Ellerau perfekt.

In der Staffel Nord klebt der zweiten Vertretung des SC Egenbüttel nach der 0:3 (0:2)-Pleite beim SC Condor auf dem letzten Platz.