Pinneberg
Wedel

Wedeler Basketballer ließen den Gegner ganz klein werden

Mit einer Top-Vorstellung schlägt SC Rist die Uni-Riesen Leipzig

Wedel. Die Zweitliga-Basketballer des SC Rist haben eine gigantische Aufgabe in der Pro B Nord (dritthöchste deutsche Herren-Spielklasse) souverän gemeistert. In der Wedeler Steinberghalle besiegte die Mannschaft von Headcoach Michael Claxton die Uni-Riesen Leipzig mit 92:65 (46:34), stockte ihr Punktekonto auf 22 auf und kann nach der besten Heim-Vorstellung dieser Saison wohl schon jetzt für die Playoffs planen.

680 Zuschauer kamen nach einem ausgeglichenen Auftaktviertel aus dem Staunen kaum noch heraus. Die Wedeler, die kurz vor dem Jahreswechsel sechs Partien in Folge verloren hatten und um ihre Saisonziele bangen mussten, zeigten ihre beste Saisonleistung und glänzten auch spielerisch. „Wir wollten schnell die Kontrolle über das Spiel erlangen, und das ist uns dann auch im zweiten Viertel auch gelungen“, sagte der US-Trainer, dessen Team dafür allerdings erheblichen Widerstand brechen musste.

Aufopferungsvolle Defensivarbeit zermürbte die Gäste

Im ersten Abschnitt führten die Sachsen bereits 16:11, wurden diese Führung aber schon bald wieder los, weil die individuelle Stärke einiger Akteure nicht ausreichte, das starke Wedeler Kollektiv zu stoppen. Die Heimmannschaft war in nahezu allen Belangen überlegen, traf sowohl aus dem Feld als auch von der Freiwurflinie besser.

Die Basis dafür war nach Claxton Auffassung vor allem die aufopferungsvolle Defensivarbeit seines Teams. „Die gute Verteidigung hat es uns in einem sehr körperbetonten Spiel erlaubt, auch eine starke Angriffsleistung zu zeigen.“ Mit Watkins, Hirschberg, Denzell Erves und Kapitän Christoph Roquette erzielten vier Wedeler mehr als zehn Punkte

Überragender Wedeler war einmal mehr US-Aufbauspieler Diante Watkins. Neben 25 Punkten bilanzierte der 1,72 Meter kleine Mann aus Chicago unglaubliche 16 Vorlagen zu Korberfolgen von Teamkameraden (Assists), und genau das war nach Auffassung des ebenfalls starken Allrounders Jens Hirschberg der Schlüssel zum klaren Wedeler Erfolg. „Wir haben unglaublich viele Pässe gespielt, die zu Körben geführt haben“, sagte der gebürtige Hesse, der selbst bei drei von vier Wurfversuchen aus der Ferndistanz Erfolg hatte.

Mit Teamwork schafften es die Rist-Herren auch, den Ausfall von drei Stammspielern zu kompensieren. U20-Nationalspieler Janis Stielow musste aufgrund von Rückenbeschwerden passen, Center Paul Owusu zwang eine fiebrige Grippe zum Pausieren, und US-Boy Brandon Spearman zog sich beim Zusammenprall mit einem Leipziger eine Platzwunde am Kopf zu, die im Krankenhaus genäht werden musste. Bei den lediglich zu acht angereisten Leipziger Gästen hätte Trainer Ty Shaw sicherlich gern einige weitere Akteure zur Verfügung gehabt. Eine enttäuschende Vorstellung bot US-Flügelspieler Christopher Flores (sechs Punkte), Landsmann Khalil Kelley spielte zwar durch, konnte die Pleite aber mit 18 Zählern aber auch nicht abwenden.

Das Team hofft solche Leistungen jederzeit abrufen zu können

Den in der regulären Pro-B-Saison noch ausstehenden fünf Partien sehen die Wedeler Basketballer jetzt gelassen entgegen. „In dieser Form können wir jeden Gegner besiegen“, sagte Power Forward Fabian Böke. Das sieht Headcoach Michael Claxton zwar ähnlich, warnt aber vor dem Gastspiel seiner Mannschaft bei Citybasket Recklinghausen am nächsten Sonnabend, 7. Februar (19.30 Uhr), zugleich vor zu großer Euphorie. „Die Frage ist, ob wir so konstant sind, dass wir diese Leistung regelmäßig abrufen können.“

Statistik: Viertelergebnisse: 20:20, 26:14, 23:13, 23:18.SC Rist (Punkte): Diante Watkins (25), Denzell Erves, Christoph Roquette (je 18), Jens Hirschberg (13), Brandon Spearman (8), Fabian Böke (4), Fabian Strauß, Lennard Larysz (je 3), René Kindzeka, Jonas Laatzen.