Pinneberg
Wedel

„Notfalls müssen wir an unsere Grenzen gehen“

Rist-Coach Michael Claxton vor dem Pro-B-Heimspiel gegen die Uni-Riesen Leipzig

Wedel. Am Sonnabend, 31. Januar, bekommen die Zweitliga-Basketballer des SC Rist eine doppelte Chance, sich zu rehabilitieren. Zu Gast in der Steinberghalle sind um 19 Uhr die Uni-Riesen Leipzig, mit denen sich die Wedeler seit ihrem Aufstieg in die Pro B (dritthöchste deutsche Herren-Spielklasse) zur Saison 2009/10 zwar selten maßen, aber stets schwer taten. 2010/11 kassierten die Rist-Herren in der damals eingleisigen Pro B zwei Niederlagen gegen die Sachsen. In der zurückliegenden Spielzeit (2013/14) setzten sich die Wedeler zwar in drei Playoff-Viertelfinalspielen mit 2:1 durch, verloren aber die Partie in Leipzig ebenso wie das Duell am zweiten Spieltag der aktuellen Saison.

Jetzt soll für die Wedeler der erste Heimsieg in einer regulären Spielzeit über die Uni-Riesen herausspringen. Das knappe 80:86 in der Messestadt, bei dem die Wedeler bis in die Schlussphase hinein den Sieg vor Augen hatten, ärgert Claxton und sein Team vor der Begegnung des Tabellenvierten (20 Punkte) gegen den Neunten (16) mindestens ebenso wie das jüngste 73:85 bei der Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB.

Holen die Wedeler den elften Sieg, rücken die Playoffs immer näher

„Wir wollen uns für beide Niederlagen rehabilitieren, auch wenn wir dafür an unsere physischen Grenzen gehen müssen“, sagt Claxton, für dessen Team der elfte Saisonsieg ein weiterer Schritt Richtung Playoff-Teilnahme wäre. Der 38 Jahre alte US-Coach sieht gegen die Uni-Riesen vor allem seine großen Spieler Denzell Erves, Paul Owusu, Fabian Böke und Kapitän Christoph Roquette extrem gefordert. „Sie werden unter dem Korb alle Hände voll zu tun haben.“

Der Wedeler Trainer spricht aus leidvoller Erfahrung, schenkten doch im Hinspiel seine Landsleute Christopher Flores und Khalil Kelly den Gästen zusammen 43 von letztlich 86 Punkten der Sachsen ein. „Wir müssen die beiden in der Zone stoppen, vor allem Khalil Kelly ist unter dem Korb ein extrem gefährlicher Mann“, sagt Claxton. Auch der Trainer der Leipziger ist ein Amerikaner. Beim hessischen Pro-B-Süd-Club Wild Wings Hanau kurzfristig entlassen, fand Coach Ty Shaw bei den Uni-Riesen fast umgehend ein neues Engagement.

Während Michael Claxton auf den großen Positionen die Qual der Wahl hat, bangt der US-Coach im Spielaufbau um den Einsatz von U20-Nationalspieler Janis Stielow, der auch im Pro-A-Team der Hamburg Towers eine feste Größe ist. „Er droht mit Rückenbeschwerden auszufallen, aber es besteht trotzdem die Chance, dass er für uns spielen kann“, sagt Coach Claxton, der zudem wieder auf den Dreierspezialisten Jonas Laatzen bauen kann, der seine Knieverletzung mittlerweile auskuriert hat.