Pinneberg
Schenefeld

Der Reiz von Sport und Glamour

Sommerturnier des Elbdörfer und Schenefelder Reitervereins mit vielen prominenten Gästen. 1500 Pferde in 34 Prüfungen

Schenefeld. Hoch attraktiver Sport ist das eine, ein stattliches Aufgebot an Prominenz im Sattel und am Rande des Geschehens das andere. Von allem ist etwas dabei, wenn auf der Reitanlage des Elbdörfer und Schenefelder Reitervereins im Klövensteen noch bis zum Sonntag, 31. August, das traditionelle Sommerturnier durchgeführt wird. Auf drei verschiedenen Plätzen findet gleichzeitig Spring- und Dressursport vom Allerbesten statt. An die 170 ehrenamtliche Helfer und 18 Wertungsrichter werden täglich von etwa 6.30 Uhr an im Einsatz sein. Über das Wochenende verteilt sind in 34 Prüfungen mit knapp 600 Teilnehmern rund 1500 Pferde am Start, ein Vierbeiner geht im Durchschnitt zwei bis drei Prüfungen. Der Große Preis am Sonntag ist für die Springreiter als Drei-Sterne-Prüfung mit Stechen um 15 Uhr und einem Preisgeld von 10.000 Euro ausgeschrieben. Das Meeting ist mit einem Gesamt-Etat von 70.000 Euro ausgestattet – und aus dem Kreis Pinneberg und Umgebung treffen leistungsstarke Reiter aufeinander.

Dressurreiterin Alexandra Stich, die ihre Pferde in Schenefeld stationiert hat und auch Vereinsmitglied beim ESRV ist, gehört beispielsweise zu denjenigen, die dem Event mit besonderer Spannung entgegen sehen. Die Ehefrau von Michael Stich, ehemaliger Tennis-Profi und Wimbledonsieger 1991 sowie heutiger Turnierdirektor am Hamburger Rothenbaum, lässt sich den Besuch im Klövensteen einmal mehr nicht nehmen. Stich, seit Jahren Reitsport-Fan durch und durch, ließ bereits versichern, welch außergewöhnliche Leistung es sei, wie die Organisatoren des ESRV die Topveranstaltung wieder einmal initiiert haben. Den Pferdesportanhängern soll ja auch Tolles geboten werden. Ehemann Stich achtet übrigens genau darauf, wie es für seine Gattin läuft und hilft im Stall bei der Vorbereitung der Pferde mit.

40.000 Euro Preisgeld sind ein lohnenswerter Anreiz für die Aktiven

Einsatz zu zeigen heißt es wohl auch für die Organisatoren. „Power und auch Improvisationsvermögen sind gefragt, wir könnten das Turnier mit über 70 Klein- und Großsponsoren und freiwilligen Helfern sonst nicht bewältigen“, so Veranstalter Jürgen Böckmann. Kariina Böckmann, Tochter von Reitanlagenchef Böckmann unterstützte ihren Vater und seine beiden Mitstreiter Rainer Schwiebert und Wolfgang Schierloh bei der Vorbereitung der Veranstaltung. Mit Optimismus und ganz entspannt sehen die Gastgeber dem Turnier entgegen. Insgesamt geht es in den einzelnen Prüfungen um Preisgelder von über 40.000 Euro für die Spring- und Dressurreiter.

Das Sommerturnier ist für die Dressurreiter gleichzeitig ein heimischer Standort und hat einen hohen Stellenwert im Hinblick auf den Nürnberger Burg-Pokal. Nur die besten Dressurcracks aus fünf Stationen treten am Wochenende an und können sich einen Startplatz für einen Start in Franken sichern. Dressurnachwuchs und Routiniers können sich beim Sommerturnier auf ein vielfältiges Programm freuen. Erneut werden hier die Amateurmeisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein entschieden. Hartwig Burfeind, der seinen Stall auf dem neuen Eichenhof in Appen-Etz bei Susann Schieferdecker hat und unter anderem Alexandra Stich trainiert, hat sich dieses Motto gesetzt. „Hineinhören in die Pferde und niemals überfordern“, findet er. Die Teilnahmeberechtigung für den Nürnberger Burg-Pokal hat der national bewährte Burfeind mit dem Hannoveraner Lapagenos jetzt schon sicher in der Tasche.

Das Teilnehmerfeld ist in der Dressur überhaupt hochkarätig besetzt. Martin Christensen, Nuno Palma E Santos, Anja Hermelink (alle Wedel) und Juliane Brunkorst (Schenefeld) bringen gute Pferde mit, alle werden mit dem Ziel gesattelt, einen Startplatz für das bundesweit gut angesehene Nürnberger Burg-Pokalturnier zu bekommen.

Familie de Boer kommt mit mehr als 20 Pferden zum Turnierplatz

Die Familie Stut-de Boer (Geschwister Paula und Sarah, Vater Wieger) werden über 20 Pferde an den Start im Dressur- und Springsport bringen. Paula de Boer beherrscht Springen und Dressur, was als absolute Ausnahme gilt. Alle restlichen Teilnehmer starten entweder nur in der Dressur oder allein im Parcours. Springreiter Lars Bak Andersen, der für den Reit- und Fahrverein Elmshorn mit elf Pferden anreist, will sich mit den Geschwistern Jule, Nisse und Rasmus Lüneburg im Springsport messen. Der Holsteiner Verband hat ebenfalls alle Dressur- und Springpferde angemeldet – auch das unterstreicht den Stellenwert des Events.

Wie im vergangenen Jahr stellen sich die Veranstalter mit ihrem Reitsportereignis wieder in den Dienst der Aktion „Reiten gegen den Hunger“, eine Herzensangelegenheit der Verlegerin Gudrun Bauer. Das Projekt startete im Jahr 2012. Zweck der Initiative ist es, Spendengelder für die Welthungerhilfe zu sammeln. Als Schirmherrin „Reiten gegen den Hunger“,konnte die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, eine begeisterte Pferdeliebhaberin, gewonnen werden. Gudrun Bauer hat in dieser Zeit über 350.000 Euro für die Welthungerhilfe zusammengetragen. Der Eintritt ist frei, eine freiwillige Spende ist willkommen.

Das Geschehen im Parcours ist im Livestream unter www.pferd-und-sport.de zu verfolgen.