Pinneberg
Halstenbek

Ganz klar den Rang abgelaufen

SV Halstenbek-Rellingen gewinnt 2:0 im Oberligaderby gegen SV Rugenbergen, das sich mit Heiko Ansorge verstärkt

Halstenbek. Schon 2007, 2011 und 2013 bestritten die Fußballer der SV Halstenbek ihr erstes Heimspiel der jeweiligen Saison in der höchsten Hamburger Klasse gegen den SV Rugenbergen. Gewinnen konnten sie nie. Im vierten Versuch aber besiegten sie den Fluch. Marcel Schöttke (21.) und Enrik Nrecaj (58.) trugen vor 200 Beobachtern die Tore zum 2:0 (1:0) über die Bönningstedter zusammen.

Umringt von der Verwandtschaft machte Torschütze Nrecaj den Fans sogleich Appetit auf mehr. „Noch fehlt mir die Kraft, nachdem ich mich erst Mitte Juli für den Wechsel zur Spielvereinigung entschlossen hatte“, sagte der Mittelfeldspieler mit Kosovo-albanischen Wurzeln. Halstenbek sieht er als Sprungbrett zurück zum 1. SC Norderstedt, für dessen Regionalliga-Team er bald in Aktion treten will. Es liegt an ihm selbst, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Mit demselben Vorsatz hatten sich sieben weitere frühere SCN-A-Junioren der SV Halstenbek-Rellingen angeschlossen.

Ebenfalls zum Einsatz kamen Keeper Steve Elfert, der allerdings kaum einmal eine Kostprobe seines Könnens abliefern musste, sowie der mit seinen 18 Jahren schon erstaunlich abgeklärte Innenverteidiger Vincent Ermisch und Julian Mentz, der im rechten Mittelfeld Akzente setzte. „Auch an den anderen Jungens werden wir sicher noch unsere Freude haben“, glaubte HR-Trainer Thomas Bliemeister gleich nach Spielschluss.

Das mit Spannung erwartete Oddset-Pokalspiel am Mittwoch bei TBS Pinneberg wird er zum Anlass nehmen, weiteren Akteuren aus der Norderstedter und der eigenen Talentschmiede eine Chance zu geben. Manager Detlef Kebbe, der aufgrund des Ausfalls der Offensiv-Kräfte Jan-Marc Schneider und Timo Wieckhoff sowie von Abwehrchef Sebastian Krabbes Startschwierigkeiten befürchtet hatte, machte ein zufriedenes Gesicht. „Unsere interne Erwartungshaltung ist in diesen 90 Minuten deutlich übertroffen worden.“

Torjäger Pascal Haase wurde bei den Bönningstedtern schmerzlich vermisst

Den Bönningstedtern fehlte Torjäger Pascal Haase an allen Ecken und Enden. Trainer Ralf Palapies reagierte enttäuscht. „Wir haben nicht das gezeigt, was wir können.“ Auf dem Spielermarkt ist Manager Andreas Lätsch unterdessen nochmals tätig und fündig geworden. Der SV Rugenbergen verstärkt sich mit Offensivverteidiger Heiko Ansorge, der zur ersten Elf des FC Elmshorn in der Titel-Saison 2012/13 zählte.

Palapies schließt nicht aus, dass er Ansorge, der in Zivil neben der SVR-Bank stand, schon im Oddset-Pokal am Dienstag, 18.30 Uhr, auswärts gegen den VfL Pinneberg einsetzt. Michael Fischer verließ den Jacob-Thode-Platz gemächlichen Schrittes. „Angst hat mir der SV Rugenbergen in dieser Begegnung nicht eingeflößt“, sagte der VfL-Trainer.

Die Kenner schnalzten mit der Zunge, als Jan Rottstedt von der rechten Seite eine Flanke schlug und Marcel Schöttke den Ball mit einem perfekten Direktschuss aus 13 Metern beim machtlosen Jannis Waldmann unterbrachte – 1:0.

Bezeichnend für den unglücklichen Auftritt von SVR-Taktgeber Jan Melich war die 58. Minute, als der Regisseur 15 Meter vor dem eigenen Strafraum wegrutschte. Nikola Maksimovic spielte den Pass zu Nrecaj, der Sven Worthmann enteilte und den Ball dann clever in der rechten Ecke unterbrachte. Später waren Melich und Worthmann aber bemüht, die Partie nochmals spannend zu gestalten. Worthmann flankte zweimal von der rechten Seite. Melich verfehlte sowohl mit seinem Kopfball (84.) als auch mit seinem Direktschuss (85.) das Ziel.

Schiedsrichter gewährt den Teams zweimal eine Getränkepause

Enttäuschend war der Auftritt des in der Vergangenheit oftmals hoch gelobten Stürmers Milos Ljubislavljevic, an dem das Spiel letztlich völlig vorbei lief. In der 28. Minute hätte der Mann mit dem Zungenbrecher als Familienname nach einem Zuspiel von Max Scholz allerdings zwingend den Ausgleich erzielen müssen. Der Ball rollte jedoch am linken Pfosten vorbei ins Toraus. Als Scholz in der 72. Minute an den Pfosten schoss, unterbrach Schiedsrichter Stello (SC Egenbüttel), der zwei Getränkepausen genehmigte, die Partie mit einem Pfiff. Scholz stand im Abseits.