Pinneberg
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Das bittere Los der Außenseiter

Clubs unterer Klassen dürften in Runde eins des Fußball-Oddset-Pokals erneut fast unlösbare Aufgaben antreffen

Pinneberg. Der HEBC stand 1983 als Bezirksliga-Club mit starken Akteuren wie dem späteren Nationalspieler Thomas Wolter mal ganz dicht davor, den seinerzeit noch nicht von einem Sponsor begleiteten Hamburger Pokal zu gewinnen. 3400 Zuschauer sahen das 5:6 nach Elfmeterschießen gegen den Hummelsbütteler TV. „Ansonsten hast du als unterklassiges Team doch gar keine Chance, den Wettbewerb zu gewinnen“, sagt Patrick Kinastowski, Coach des in die Kreisklasse abgestiegen TuS Hemdingen-Bilsen. Die Regionalliga sowie die erste und die zweite Hamburger Liga geben den Ton an.

Das genau ist der Grund, warum er sich mächtig auf die SV Halstenbek-Rellingen (Oberliga) als Gegner in der diesjährigen ersten Runde des Oddset-Pokals freut. „Ein attraktives Los. Wir können etwas lernen und haben auch ein paar mehr Zuschauer als gewöhnlich.“ Neuzugang Jens Meyer (kam von Sportfreunde Pinneberg) will im defensiven Mittelfeld rennen, dass ihm die Lunge aus dem Hals hängt. Ein offensives Mittelfeld wird es bei vier Klassen Unterschied erfahrungsgemäß nicht geben. Lukas Redler ist auf glühende Torwart-Handschuhe eingestellt. Hinterher wird der Grill angeworfen. Wenn es dann keine zweistellige Niederlage geworden ist, sind alle zufrieden.

Die Halstenbeker, Finalteilnehmer 2005 und 2010, reisen mit der Empfehlung an, ein Testspiel gegen Landesliga-Aufsteiger SV Eidelstedt mir rundum erneuerter Mannschaft dank Toren von Mladen Tunjic, Julian Mentz und Gastspieler Enrik Nrecaj (Eintracht Norderstedt) 3:1 gewonnen zu haben. Der VfL Pinneberg (Oberliga) fährt mit Wut im Bauch zum FC Schnelsen (Kreisliga). VfL-Coach Michael Fischer hätte diese Partie liebend gerne vor dem Aufbruch am Freitag, 25. Juli, ins Trainingslager nach Aschendorf (Emsland) ausgetragen. Die Schnelsener stellten sich quer. Die Pinneberger wollen sie das trotz der Anstrengungen, die am Sonntag hinter ihnen liegen, büßen lassen.

Die Kreisliga trifft auf die Oberliga, das ist auch in den Partien von Roland Wedel gegen Germania Schnelsen und des SC Pinneberg gegen den SV Rugenbergen der Fall. Der Wedeler Keeper Dominik Subbe ist wohl der Einzige, der von einem Elfmeterschießen träumt, nachdem er beim 3:2 über den SV Rickling im Rahmen eines Trainingslagers in der Nähe von Neumünster einen Strafstoß abgewehrt hatte. Über die Höhe der Niederlage will SCP-Trainer Stephan Roesler nicht diskutieren, nachdem sich sein verstärktes Team gegen Blau-Weiß 96 (Landesliga) beim 0:2 gut aus der Affäre gezogen hatte. Dass sich Blau-Weiß-Stürmer Timo Carstens in dieser Partie wie befürchtet einen Kreuzbandriss einhandelte, bezweifelte der behandelnden Arzt zunächst. Gewissheit bringt eine Kernspintomografie, „doch meine Laune ist schon besser“, so Spartenleiter Andreas Wilken vor dem Gastspiel bei Inter Eidelstedt.

Der Zufall wollte es, dass sich der Kummerfelder SV (Kreisliga) und der TSV Uetersen (Landesliga) sich nach dem 0:3 beim WKK-Cup in Tornesch fünf Tage später am Ossenpadd wiedersehen. Die breite Brust gehört den Uetersenern, nachdem sie schon am dritten Turnierabend dank des 2:0 über Ausrichter FC Union vorzeitig als Turniersieger feststanden.

In den Blickpunkt rückte dabei Maik Stahnke, der einen Foulelfmeter verwandelte und damit bei allen drei TSV-Siegen bisher als Torschütze glänzte. Ihr letztes Turnierspiel am Freitag bestreiten die Uetersener gegen die Zweite des FC Union, die für den Heidgrabener SV – Pokalspiel in Haseldorf – einsprang.

Oddset-Pokal 2014/2015, 1. Runde, Freitag, 19 Uhr: SC Pinneberg – SV Rugenbergen, TV Haseldorf – Heidgrabener SV; 19.30 Uhr: 1. FC Quickborn – Eintracht Rellingen; Sonntag, 12.30 Uhr: Inter Eidelstedt – Blau-Weiß 96; 13 Uhr: Rellinger FC – Hetlinger MTV, 14 Uhr: Voßlocher SV – TuS Osdorf, 14.30 Uhr: Sportfreunde Pinneberg – Union 03. 15 Uhr: Roland Wedel – Germania Schnelsen, TuS Hemdingen-Bilsen – SV Halstenbek-Rellingen, TSV Sparrieshoop – Wedeler TSV, Kummerfelder SV – TSV Uetersen, TSV Heist – TBS Pinneberg, Union Tornesch – Eimsbütteler TV, Tangstedter SV – SSV Rantzau, Kickers Halstenbek – SC Egenbüttel, TuS Borstel – SV Lieth, TSV Seestermüher Marsch – TSV Holm, Cosmos Wedel – SuS Waldenau, Holsatia/EMTV – TuS Holstein, TuS Appen – SV Hörnerkirchen, TuS Hasloh – Ahrensburger TSV; 17 Uhr: FC Schnelsen – VfL Pinneberg. Oddset-Pokalverzicht: Gencler Birligi, Moorreger SV.