Pinneberg
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Es ist ein wenig deprimierend

In den letzten vier Partien holt der VfL Pinneberg nur einen Punkt. Das 0:1 gegen BU war laut Coach eine „Voll-Katastrophe“

Pinneberg . Ab dem fünften Rang abwärts gibt’s nur noch Siegprämien der Kategorie zwei. Da freut sich der Schatzmeister innerlich, doch der Trainer ist traurig. Mit zwei Niederlagen innerhalb von 46 Stunden verspielten die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg ihren vierten Tabellenplatz.

Eine kleine Steigerung nach dem 0:1 (0:0) gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst und ein frühes Kopfballtor von Tim Vollmer nach einer Flanke von Luis Diaz reichten dem Team nicht, sich das 1:3 (1:2) auswärts gegen den Oststeinbeker SV zu ersparen. In den jüngsten vier Partien holten die Pinneberger damit nur einen von zwölf möglichen Zählern. „Dass wir trotzdem noch Fünfter sind, zeigt, wie gut wir vorher gearbeitet haben“, sagte Coach Michael Fischer.

Das hörte nach dem Abpfiff der Partie gegen die Barmbeker noch ganz anders an. Fischer beschwerte sich bitter über „die wahrscheinlich schlechteste Saisonleistung“ und Keeper Tim Brüggemann, der sich bei einem Freistoß von der Mittellinie verschätzte und den erst kurz vorher eingewechselten Christian Merkle das Siegtor der Gäste köpfen ließ. In der 90. Minute war das die Entscheidung. „Es war nicht Tims erster Klops. Am Montag spielt Norman Baese“, entschied Fischer spontan. Nach einem Gespräch mit dem Keeper änderte er seine Meinung. In Oststeinbek genoss nochmals Brüggemann das Vertrauen. Beim dritten Treffer des OSV von Emmanuel Gyasi boxte er auf Knien am Ball vorbei (53.). „Den muss er halten“, urteilte Fischer.

Fehler mussten sich aber auch Benjamin Brameier und Florian Holstein ankreiden lassen. Vor Gyasis 1:1 (21.) hatte sich Brameier einen Fehlpass in der Vorwärtsbewegung des gesamten Teams geleistet. Beim 1:3 ließ sich Holstein vom Torschützen ausspielen. Nicht zu vermeiden war nur das 2:1 der Oststeinbeker, das Mehmet Eren mit einem fabelhaften Schuss aus 25 Metern erzielte (36.). Das hatten die Pinneberger nun davon, dass sie einer Verlegung der Partie zugestimmt hatten. Ursprünglich sollten die Mannschaften am 15. März gegeneinander antreten. Wegen der Teilnahme etlicher OSV-Kicker am Viertelfinale des DFB-Futsal-Cups für Hamburg Panthers baten die Oststeinbeker seinerzeit um einen neuen Termin.

Vor einem Monat zeigte der VfL noch Biss und Form. Artur Frost ließ sich als dreifacher Torschütze beim 3:0 über den SV Rugenbergen feiern. In Oststeinbek fehlte der flinke Außenstürmer aus privaten Gründen in der Startelf. „Er muss sich weit hinten anstellen“, droht ihm Fischer. Die VfL-Durststrecke begann auswärts gegen den SC Alstertal-Langenhorn, als sich Frost wegen einer verbalen Entgleisung die Rote Karte einhandelte. „Trotzdem habe ich ihm gegen BU wieder vertraut“, betont Fischer. Belohnt wurde er dafür seiner Ansicht nach nicht. In der vierten Minute blieb Frost aussichtsreich am Barmbeker Keeper Dennis Wolf hängen. „Das kommt eben dabei heraus, wenn man den Torwart tunneln will“, ärgerte sich Fischer. Es wurde ein zähes Spiel, geprägt vom Sängerwettstreit der Anhänger beider Lager. „Kühe, Schweine, Dorfvereine“, riefen die Gästefans, die sich selbst als „Barmbeker Pöbel“ bezeichnen und sich verbal vor allem auf den „Sch… FC Elmshorn“ einschossen und die Gegentore für den FCE in Buchholz lautstark feierten.

Florian Holstein mit einer besseren Rückgabe in die Arme des Torhüters (55.) und Frost (65.) ließen weitere VfL-Chancen ungenutzt. Alexander Borck (80.) und Sören Badermann (84.) verfehlten mit ihren Kopfbällen das Ziel. „Kein Tempo, kein Einsatz, eine Voll-Katastrophe“, schimpfte Fischer. Schwach spielten für seine Begriffe vor allem die Außenverteidiger Christian Kulicke und Fabian Knottnerus. Mit Thomas Koster und den Diaz-Zwillingen für Kulicke, den angeschlagenen Sascha Richert und Frost in der Anfangsformation wirkten die Pinneberger in Oststeinbek bemühter. Fischer war nach einem versöhnlichen Schlusswort zumute: „Letztlich stehen wir in der Tabelle noch immer glänzend da. Man darf auch nicht vergessen, dass einige müde sind und wir nicht mehr über die personellen Möglichkeiten wie noch vor einiger Zeit verfügen.“

Vorne fehlt vielleicht ein Knipser, der Hendrik Boesten (SV Lieth) in seiner Sturm- und Drangzeit einmal war. Bei der SV Halstenbek-Rellingen trotz viel Talent und erwiesener Qualität am Ende gescheitert bekommt Boesten, 25, nächste Serie in Pinneberg eine neue Chance in der Oberliga.