Pinneberg
Bönningstedt

Nur der Trainer kam nicht auf seine Kosten

Enttäuschter Ralf Palapies moniert krasse Abwehrschnitzer bei Rugenbergens 3:4 gegen Altona 93 nach einem munteren Spiel

Bönningstedt . Der Abpfiff war ertönt und Ralf Palapies saß in der Sonne. Entspannt, so schien es. Dann schnellte der Trainer des SV Rugenbergen plötzlich aus seinem Stuhl hoch und legte los. „Das war eine ganz schlechte Abwehrleistung“ , schimpfte er. „Bei den Gegentoren gucken sie sich immer bedeppert an, anstatt sich vorher zu verständigen.“ Genau so war es beim 3:4 (1:2) des Bönningstedter Oberliga-Teams an einem unterhaltsamen Nachmittag vor 290 zahlenden Besuchern gegen Altona 93. Die kamen auf ihre Kosten, Palapies nicht. Drei der vier Gegentreffer resultierten aus Fehlern, die man sich nicht leisten darf, wenn man zur Spitzengruppe der höchsten Hamburger Liga zählen will.

Pech hatte Dennis von Bastian, den die Zuschauer wegen seines Gefühls im großen Zeh immer wieder gerne sehen, aber bitte nur weit weg vom eigenen Strafraum. Erst verursachte der Edeltechniker mit einem Rempler einen Freistoß, den Dennis Thiessen mit einem Schuss in die linke Ecke zum 1:1 der Gäste verwandelte (17.). Als ein weiterer Altonaer Freistoß in den Strafraum geflogen kam, fabrizierte von Bastian eine „Kerze“. Der Ball prallte ans Schienbein von Rogstad Shields. Torwart Dennis Schultz, diesmal Kapitän, hechtete vergeblich – 1:2 (35.). „Zwei Gegentore per Standards, das darf nicht passieren“, grämte sich Steven Tegeler, der aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von Tolga Güvenir (Mandelentzündung) in die Innenverteidigung gerückt war.

Damit nicht genug. Beim 1:3 von Gian-Pierre Carallo verhielt sich Rechtsverteidiger Hendrik Rühmann zu passiv, und Keeper Schultz kam möglicherweise zu früh aus dem Tor geeilt (66.). Beim 2:4 sah die gesamte Abwehr zu, wie Marko Sumic den Ball per Kopf an Schultz vorbei über die Torlinie streichelte (83.). Das war es, was Palapies meinte: Die Abstimmung und Kommunikation klappten an diesem Nachmittag überhaupt nicht.

Dabei hatten die Gastgeber überragend begonnen. Nach einem missglückten Abwehrschlag von AFC-Schlussmann Vladimir Babuschkin sendete Max Scholz den Gruß aus über 30 Metern zurück. Von der Unterkante der Querstange prallte der Ball über die Torlinie, so sah es jedenfalls Schiedsrichter-Assistent Knut Hagenow – 1:0 für den SV Rugenbergen (3.). Drei Minuten später verfehlte Milos Ljubisavljevic das gähnend leere Tor, von Bastian scheiterte mit seinem Freistoß an Babuschkin (10.). Die Bönningstedter waren es, die den Ton angaben, aber nur zu Beginn. Dann traten die Altonaer SVR-Torjäger Pascal Haase aus dem Spiel. Der pfeilschnelle Stürmer, bis dahin ein Unruheherd, musste wegen einer Verletzung des linken Sprunggelenks gegen Sebastian Munzel ausgetauscht werden (24.).

Wenigstens Jan Melich ließ sich das nicht gefallen. Der eingewechselte Mittelfeldspieler funkte einmal so dazwischen, dass eine kleine Rudelbildung entstand. In der 75. Minute erzielte Melich mit Vollspann das 2:3. So sieht entschlossene Gegenwehr aus. Scholz setzte sich gegen Babuschkin durch und weckte mit dem Treffer zum 3:4 erneut Hoffnung auf einen Punkt (86.). Babuschkin warf sich danach Ömer Solmaz vor die Füße und begrub den Ball unter sich. So waren die Partie und vorläufig auch der Kampf um den dritten Platz für die Bönningstedter in der zweiten Minute der Nachspielzeit verloren.