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Elmshorn

Die vier Musketiere des EMTV

Im Feld der 130 Teilnehmer beim 2. fenjal-Cup halten sich die Elmshorner Nachwuchs-Fechter ausgezeichnet

Elmshorn. Im rund 5000 Mitglieder zählenden Elmshorner MTV bilden sie eine Minderheit. Gerade mal 60 Sportler zählt die Fechtabteilung des Großvereins, die allerdings eines der traditionsreichsten Turniere überhaupt in ihrem Jahreskalender stehen hat. Die älteren Clubmitglieder erinnern sich vielleicht noch an den Sparkassen-Pokal in den 1970er-Jahren, der später in den Fecht-Challenge-Cup umbenannt wurde. Mittlerweile heißt das größte Ereignis des Jahres auf der Planche „fenjal-Cup“, nachdem die Elmshorner mit dem Schweizer Kosmetikhersteller einen neuen Sponsor gefunden hat.

In Elmshorn wird eines der größten Turniere im Norden ausgetragen

Ein Jahr nach der Premiere ging das reine Einzelturnier, das seit über 30 Jahren organisiert wird, in der Sporthalle am Krückaupark erneut über die Bühne, und zwar in den Wettbewerben Degen und Florett (Schüler, Jugend A, B, Damen, Herren). Rund 130 Aktive machten mit in den überwiegend von Jugendlichen besetzten Konkurrenzen. „Ein Meldeergebnis, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war“, sagte Lorenz Mohr aus dem Vorstand der EMTV-Fechtabteilung. Mohr betont auch, dass die Veranstaltung jedes Jahr besser besucht wird und der Fechtsport allgemein in ganz Schleswig-Holstein wieder steigende Resonanz findet. Der fenjal-Cup ist im übrigen eines der größten Fechtturniere im Norden.

Auch Gerald Hinz, der wohl erfolgreichste Elmshorner Fechtsportler der vergangenen Jahre, deutscher Meister und bei diversen Weltcupturnieren am Start, begrüßt das wachsende Interesse an einer Sportart, die viele Jahre eine deutsche Domäne gewesen ist: „Es gibt bei uns eine Reihe von Talenten, die es zu etwas bringen könnten.“

Zu denen gehören beispielsweise Degenfechterin Leyla Schuchardt (Jahrgang 2003). Sie konnte sich erneut Gold sichern, nachdem sie bereits eine Woche vorher Landesmeisterin bei den Schülerinnen geworden war. Finn Frauen (Jahrgang 2002) konnte ebenfalls seinem Landesmeistertitel vom Vorwochenende einen Sieg in Elmshorn hinzufügen. Jannik Mengel und Jannik Fürstenau (beide Jahrgang 2003) durften sich jeweils noch über Silber und Bronze freuen.

EMTV-Ass Lennard Delfs ficht für Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim

Turnierleiter Lorenz Mohr freute sich vor allem über die Konzentration und Zielstrebigkeit, mit der die Elmshorner Musketiere zu Werke gingen: „Schließlich fechten die Schüler teilweise erst seit einem Jahr“, so der Elmshorner.

Am Vortag erlebte Vanessa Schwentner bei der A-Jugend ein Wechselbad der Gefühle. Schwentner hatte in den Vorrunden zunächst stark agiert und sechs von acht Gefechten für sich entschieden, ehe sie im Halbfinale überraschend deutlich gegen Clara Schoof vom FC Flensburg den kürzeren zog. Im Kampf um Rang drei war dann Wiedergutmachung angesagt, denn Vanessa konnte Dorothea Müller-Bergh aus Bad Segeberg letztlich ungefährdet mit 15:9 bezwingen – Platz drei für die Elmshornerin.

Einen Schritt weiter in seiner sportlichen Entwicklung ist Lennard Delfs. Fechterisch groß geworden beim EMTV, startet er mittlerweile für den Deutschen Olympiastützpunkt in Tauberbischofsheim. Delfs kämpfte sich im Herrendegen bis in das Finale vor, musste sich hier jedoch dem mutig angreifenden Segeberger Kilian Stadter nach einem spannenden Gefecht mit 13:15 geschlagen geben. Den dritten Platz belegte Jens Kahlert vom VfL Pinneberg, der Delfs im Halbfinale unterlegen gewesen war. Mit dem Damen-Degen kämpfte sich Sandra Hargina (VfL Pinneberg) auf den beachtlichen vierten Platz vor.

Außer dem fenjal-Cup steht bei den jugendlichen Fechtsportlern des EMTV jedes Jahr das beliebte Mitternachtsturnier im Blickpunkt. Dieses läuft jeweils kurz nach den Sommerferien und findet im lockeren Rahmen und mit diversen Turniergästen aus der näheren Region statt. Wer interessiert ist, mal bei einer Trainingsstunde der EMTV-Fechter mitzumachen oder sich allgemein informieren möchte, kann sich auch bei Abteilungsleiter Gerald Hinz melden (04125/1090, E-Mail-Adresse: gerald.hinz@gmail.com).