Pinneberg
Basketball

Zweite Bundesliga kommt für die Damen des SC Rist zu früh

Dem Meister der Regionalliga Nord fehlen trotz einer grandiosen Saison die Erfahrung und die Mittel für Verstärkungen aus Nordamerika, um in der höheren Klasse konkurrenzfähig zu sein.

Wedel Zweitliga-Basketball ist seit einigen Jahren Männersache in Wedel. Im Damenbereich endete diese Ära in der Saison 2011/12 mit der Auflösung der Spielgemeinschaft von SC Rist und SC Alstertal-Langenhorn. Die beiden Kooperationspartner gingen nach einer enttäuschenden Spielzeit, in der den Rist Scala Ladybaskets in der 2. Damenbasketball-Bundesliga (DBBL) Nord nur ein einziger Sieg gelang, getrennte Wege.

Profitiert hat davon fast ausschließlich der SC Rist. Unter Vereins-Jugendkoordinatorin und Headcoach Gundula Laabs gelang der Aufbau eines neuen, jungen Teams, das seit zwei Jahren von Erfolg zu Erfolg eilt. Die Wedelerinnen starteten in der 2. Regionalliga Nord, wurden ohne Niederlage Staffelmeister. Damit aber nicht genug, Titelgewinn und Aufstieg in die 1. Regionalliga folgte der Gewinn des Hamburger Pokals beim Final-Four-Turnier, der den Rist-Damen als Zugabe ein DBBL-Pokal-Erstrundenspiel gegen Zweitligist Wolfpack Wolfenbüttel bescherte, das die Wedelerinnen 49:62 verloren.

In der aktuellen Saison machen die Rist-Damen ebenfalls Furore. Nur eines von bislang 13 Punktspielen verloren sie, das jüngste 88:43 (44:18) über das chancenlose Gästeteam der Tiergarten International School aus Berlin in der heimischen Steingberghalle beseitigte die letzten theoretischen Zweifel am zweiten Titelgewinn in Folge.

Doch die Zeit scheint noch nicht reif für ein Comeback in der 2. Bundesliga. „Wir können in der aktuellen Klasse zwar mit jedem Gegner mithalten, aber wir haben auch viele Spiele nur knapp für uns entschieden“, sagt Gundula Laabs. Für die höhere Liga reiche das nicht, und für Verstärkungen aus dem Mutterland des Basketballs, für Erst- und Zweitliga-Clubs fast ein Muss, fehlen die Mittel. „Die Verpflichtung von Spielerinnen aus den USA ist aus finanziellen Gründen nicht möglich“, sagt die Rist-Trainerin, der der Saisonverlauf beim Pokalgegner Wolfenbüttel, für den sie einst selbst spielte, als warnendes Beispiel dient. „Das Wolfpack hat mehrere Amerikanerinnen im Kader, ist aber trotzdem nur Tabellensiebter.“

Ob alle jungen Rist-Damen beim Wedeler Club weitermachen, ist ebenfalls noch nicht sicher. „Viele Spielerinnen stehen kurz vor dem Abitur, nicht alle wissen, ob und wo sie anschließend studieren“, sagt Gundula Laabs. Fest steht schon jetzt, dass Mona Frey einen USA-Aufenthalt plant. Für einige erfahrenere Basketballerinnen hätten mittlerweile zudem Beruf und Privatleben Priorität.

In dieser Saison warten auf die Wedelerinnen noch maximal drei Aufgaben, allesamt gegen Teams aus der Metropolregion. Letzter Punktspielgegner sind am Sonnabend, 22.März (19Uhr, Steinberghalle), die Harburg Baskets. Fast einen Monat später später gilt es für die Rist-Damen, beim Final-Four-Turnier um den Hamburger Basketball-Pokal in der Sporthalle Wandsbek die im Vorjahr gewonnene Trophäe zu verteidigen. Halbfinalgegner ist am Sonnabend, 26.April, mit der BG Hamburg-West der aktuelle Spitzenreiter der 2. Regionalliga Nord. Im Erfolgsfall wartet auf den Favoriten im Endspiel am Sonntag, 27.April, um 16Uhr der Sieger der Partie BG Halstenbek/Pinneberg (Oberliga Hamburg) gegen Harburg Baskets.

Eine bittere Pleite musste das U17-Nachwuchs-Bundesligateam der Metropolitan Baskets Hamburg, eine Mädchen-Spielgemeinschaft von Ahrensburger TSV und SC Rist, in den Play-offs der Nordgruppe einstecken. Die Mannschaft des Trainer-Duos Marc Köpp/Katharina Kühn unterlag auch im zweiten Viertelfinale einer Best-of-three-Serie den Girls Baskets Braunschweig/Wolfenbüttel nach zwei Verlängerungen 61:78 (59:59, 50:50, 25:20).

Damit ist die Saison für die Talente aus der Metropolregion beendet, obwohl das Resultat den Spielverlauf in Wedel nach Auffassung von Headcoach Marc Köpp nicht korrekt widerspiegelte. In der regulären Spielzeit führte das Heimteam meist, musste den Ausgleich nach 40 Minuten in letzter Sekunde hinnehmen. In den beiden Verlängerungen reichten die Reserven des Heimteams aufgrund hohen Tempos und starker Foulbelastung nicht mehr.

1. Basketball-Regionalliga Nord, Damen: SC Rist – Tiergarten ISC 88:43 (44:18)

Statistik: Viertel: 27:10, 17:8, 22:18, 22:7.

SC Rist (Punkte): Katharina Kühn (24), Sonja Baulecke, Svenja Härm (jeweils 12), Franziska Schreiner (11), Sara Kalipke (9), Mona Frey, Katharina Körner (je 7), Antonia Kuntze (4), Ida Hüners (29, Jana Meier.

U17-Bundesliga, Mädchen, Play-off-Viertelfinale: Metropolitan Baskets Hamburg – Girls Basket Braunschweig/Wolfenbüttel 61:78 (59:59, 50:50, 25:20) nach zwei Verlängerungen

Statistik: Viertel: 15:10, 10:10, 17:13, 8:17.

Verlängerungen: 9:9, 2:19.

Metropolitan Baskets Hamburg: Merle Xenia Bitter (17 Punkte), Lena Winkelmann, Jasmin Zimmermann (jeweils 11), Julia Zollenkopf (8), Mirja Beckmann (7), Merle Schrader (4), Stefanie Maria Jacobs (2), Maxine Chiara Mönke (1), Annika und Katja Schultz.