Pinneberg
Wedel

Wedeler TSV 1:3 – von Aufstieg war ja nie die Rede

Mitte der zweiten Halbzeit war Leben am Rande des Hamburger Stadtparks. Bei einer Rudelbildung direkt vor der Bank des Wedeler TSV tauschten die Akteure persönliche Grußbotschaften aus.

Wedel . Gleich darauf forderte Wedels Verteidiger Dominik Lange mit wild rudernden Armen (noch) mehr Unterstützung der lautstarken Fans ein: „Helft uns.“ Doch den Ball nochmals ins Tor des VfL 93 zu brüllen, schaffte auch der treue Anhang nicht. Nach einem 1:3 (0:2) bei Tabellenführer VfL 93 drohen die Wedeler Landesliga-Fußballer die siegreichen Gastgeber allmählich aus den Augen zu verlieren.

Verloren war das Spitzenspiel der Hammonia-Staffel möglicherweise schon, bevor der Anpfiff ertönte. Außer dem gesperrten Christopher Dobirr fehlten den Wedelern nämlich auch die „Kampfschweine“ Marc Rupscheit (erkrankt) und Dirk Hellmann, der sich beim Warmmachen einen Muskelfaserriss eingehandelt hatte. Anton Freundt (Leistenprobleme) lief nicht im Vollbesitz seiner Kräfte auf. Beim Seitenwechsel erlösten die Trainer Thorsten Zession und Heiko Barthel den Stürmer.

Für Freundt kam Mark Hinze, der in der 64. Minute einen Foulelfmeter zum 1:2 verwandelte. Hüseyin Ayik war von Gene Carlson zu Boden gedrückt worden. Aus der Gelben Karte für Carson wurde in der 77. Minute eine Gelb-Rote, weil der Spieler einen Flankenball mit der Hand ins Tor von Oliver Firgens geschlagen hatte. Die Hoffnungen auf ein Remis währten nur drei Minuten, dann stellte Stefan Winkel den vorherigen Tore-Abstand mit einem unhaltbaren Schuss in die linke Ecke wieder her.

Die Gegenwehr nach dem Wechsel gefiel Thorsten Zessin, auch wenn seine Elf mit ihrem Latein meist schon vor dem Strafraum am Ende wirkte und kaum Chancen erarbeitete. Kritik erntete Wedel aber für die demütige Haltung in Halbzeit eins. Dominik Lange und Sebastian Loether ermöglichten mit einer Uneinigkeit das 1:0 von Olufemi Smith (16.). Nach dem 2:0 von Nils Mahncke (22.) war die Partie fast entschieden. „Wir haben nicht an uns geglaubt“, sagte Zessin, der trotzdem Gelassenheit verbreitete. Vom Aufstieg jedenfalls hat in der aktuellen Saison nie jemand in Wedel gesprochen.