Pinneberg
Quickborn

Alles geben für den Klassenerhalt

Intensiv arbeitende Trainingsgemeinschaft des TuS Holstein ist in der Regionalliga das ranghöchste Tennis-Team im Kreis

Quickborn. Es ist noch keine Entscheidung im Abstiegskampf zu erwarten, aber auf jeden Fall bereits „High Noon“ für die Tennis-Herren von TuS Holstein Quickborn. Wenn die Mannschaft am Sonntag, 19. Januar, um 12 Uhr in der Halle am Harksheider Weg zum ersten Regionalliga-Heimspiel gegen den Suchsdorfer SV antritt, muss sie das mit dem Bemühen tun, unbedingt Zählbares herauszuholen, auch wenn das gegen einen schwer einzuschätzenden Rivalen schwer wird.

In der kürzlichen Auftaktpartie beim TTK Sachsenwald (2:4) hatte sich schon angedeutet, was auf die Quickborner, die auch in diesem Winter eine Spiel- und Trainingsgemeinschaft mit dem TC an der Schirnau (Kaltenkirchen) bilden, als Aufsteiger zukommt. „Die Mannschaften sind sehr ausgeglichen, in jedem Match müssen die Spieler alles geben, an die Grenzen gehen“, sagt Trainer Kay Schmidt. Der Gesamteindruck verstärkt sich indes, dass der TuS-Kader nur mit höchster Kraftanstrengung das rettende Ufer wird erreichen können. In der Zwischenzeit hatte der Gegner aus dem Kieler Nordwesten dem TTK Sachsenwald beim 3:3 nämlich einen Punkt abgeknöpft.

Die Hoffnungen auf eine gelungene Hallensaison trotz zwei Absteigern werden beim TuS wenigstens dadurch gestärkt, dass zwei spielstarke Amerikaner verpflichtet wurden. An Nummer eins spielt ab sofort Erik Chvojka, 27, ein US-Boy mit tschechischem Pass, der in der aktuellen ATP-Weltrangliste auf Platz 500 rangiert. Außer ihm stieß auch noch William Boe-Wiegaard, 30, ein gebürtiger Norweger, zum Team. Der ist an Nummer drei gemeldet, dazwischen rangiert noch Florian Barth gemeldet, der Top-Leistungsträger, eine feste Größe und vor allem moralischer Rückhalt der Mannschaft.

Florian Barth erhält die Chance, mit Topleuten zu trainieren

Linkshänder Barth, 24 Jahre alt, weiß sich offensichtlich auch in der zweithöchsten deutschen Klasse zu behaupten. Der Henstedt-Ulzburger setzte sich in seiner Auftaktpartie gegen den cleveren Österreicher Maximilian Neuchrist mit 6:3, 7:5 durch. Kai Schmidt, gerade von einer Fuß-Operation genesen, ist immer wieder beeindruckt, wie Barth seine Gegner in die Knie zwingt und Punkte sammelt. Im Doppel lief es bei der Saisonpremiere dagegen nicht, denn er verlor zusammen mit TuS-Youngster Maximilian Todorov, 14, mit 2:6, 1:6 deutlich. Trotzdem: Florian Barth bekommt in den kommenden Wochen die Gelegenheit, Spitzenleute auf dem Court zu begegnen, sei es in Punktspielen oder beim Training. In der ATP-Weltrangliste steht Barth derzeit etwa bei Rang 800, in der deutschen Rangliste auf Platz 65.

Maximilian, bei der DM im vergangenen Jahr in der U14 erst im Endspiel gestoppt, ist der jüngere Bruder von Alexander Todorov, 20. Der punktete in jüngster Vergangenheit ziemlich regelmäßig, entschied seine Einzelpartie gegen Lucas Leppin (TTK) mit 12:10 im entscheidenden dritten Satz (Match-Tiebreak).

Die Brüder Todorov, die sich vor allem bei Turnieren immer mehr in den Vordergrund spielen, wohnen bei den Eltern in Timmendorf. Sie werden jede Woche etwa zwei bis dreimal von ihrem Vater Peter zum Training nach Quickborn gefahren. Alexander besitzt allerdings auch einen Führerschein und nimmt dann seinen Bruder mit auf die Reise in den Kreis Pinneberg. Kai Schmidt schätzt vor allem die Zuverlässigkeit und den Trainingsfleiß der Tennis-Brüder mit bulgarischen Wurzeln.

Nachwuchskräfte des TuS haben mehrfach ihr Talent angedeutet

Zum erweiterten sechsköpfigen Kader gehört auch Jannik Kumbier. Der 18-Jährige wohnt in Neumünster und schloss sich 2013 dem TuS Holstein an, weil er hier die besseren sportlichen Perspektiven als in seinem Verein (Olympia) sieht. Sein Punktspieldebüt fiel beim 5:7, 3:6 gegen den Niederländer Nick van der Meer zwar erfolglos, aber andererseits auch nicht entmutigend aus. Hinter Jannik Kumbier drängen noch einige Nachwuchsspieler nach vorn. Da ist zum einen der in Itzehoe beheimatete Moritz Wölk, dem eine gute sportliche Zukunft prophezeit wird. Auch Philipp Storjohann, Sohn des stellvertretenden Vorsitzenden im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, Gero Storjohann (Bad Segeberg).

Die restlichen Gegner für den TuS nach dem Spiel gegen Suchsdorf sind noch der Club an der Alster, Uhlenhorster HC, Club zur Vahr Bremen und Oldenburger TeV.