Wedel

Zum Schluss waren sie stehend k.o.

Nach 3:0-Führung verlieren die Fußballer des VfL Pinneberg das Finale des Stadtsparkasse-Wedel-Cups. TuS Osdorf Sieger beim Turnier der netten Gesten

Wedel. Torwart David Fock, im normalen Sportlerleben Ligaobmann, breitete entsetzt die Arme aus: „Will denn keiner mehr decken?“ Die Fußballer des VfL Pinneberg – teils von der ersten Mannschaft (Thomas Koster, Fabian Knottnerus, Sascha Richert), teils von der zweiten (Jerome Hagedorn, Stefan Staegemann, Gökhan Ertürk) – knickten ein wie die Pappeln im Wind. Beim Stadtsparkasse-Wedel-Cup in der Steinberghalle verloren sie das Finale nach einer 3:0-Führung gegen den TuS Osdorf (Landesliga) 3:4.

Sogar „Tausend-Sascha“ Richert, der das Endspiel zunächst mit seinem Hattrick geprägt hatte, stand schwer atmend an der Bande. Die Kraft reichte einfach nicht mehr, sich des Osdorfer Ansturms zum Schluss zu erwehren. Schon der Erfolg im Halbfinale über Gastgeber Wedeler TSV war mühsam genug zustande gekommen, nämlich im Neunmeterschießen. Es rächte sich, dass die Pinneberger lediglich sechs Feldspieler aufgeboten hatten.

„So sehen Sieger aus“, sangen die Osdorfer. Nach Niederlagen in den Endspielen der vergangenen zwei Jahre steht die modern gestaltete Siegestrophäe nun endlich in ihrem Clubheim am Blomkamp. Im anderen Halbfinale hatte der Tabellenzweite der Hammonia-Staffel die SV Halstenbek-Rellingen ausgeschaltet. Nach dem 1:0 von Ali Arslan und dem 1:1 von Patrick Hippe gelang Felix Schlumbohm der Siegtreffer kurz vor dem Ende der 14 Minuten Spielzeit. Die Revanche für das 0:1 im Oddset-Pokal am 13. Dezember war geglückt. Jaques Rodrigues de Oliveira ließ die Riesenchance zum 2:1 der Halstenbeker ungenutzt, wurde am Ende aber trotzdem zum besten Feldspieler gewählt.

Auf der Tribüne nahmen HR-Manager Detlef Kebbe und HR-Präsident Hans Jürgen Stammer ihren früheren Stürmer Ali Arslan in den Arm. Unten auf dem Parkett wischte VfL-Trainer Michael Fischer dem Osdorfer Stürmer Swen Müller freundschaftlich über den Kopf. Die Schiedsrichter Michael Zibull (Heidgrabener SV), Kevin Rosin (SV Lieth) und Marcel Hass (Germania Schnelsen) freuten sich ebenso über das herzliche Miteinander wie die arbeitslosen Sanitäter des DRK. Beim Turnier der netten Gesten prangte sogar ein Banner an der Hallenwand, das an ein am 9. Dezember 2012 gestorbenes Ehrenmitglied erinnerte. „In Gedenken an Heinrich ‚Bombe‘ Brügmann stand in grüner Schrift auf weißem Hintergrund zu lesen.

Die Wedeler Gastgeber schrieben wieder einmal schwarze Zahlen, obwohl 450 Zuschauer nach 750 vor einem Jahr eine Enttäuschung bedeuteten. Die Sympathien des Publikums flogen vor allem dem Allstar-Team um Andree Otto (Coach), Dennis Schoppe, Frank Jäger und Sergej Schultz zu. „Nächstes Jahr trainiere ich vorher“, kündigte Frank Jäger, 50, als Konsequenz von drei sieglosen Auftritten an.

Wütend knallte TSV-Spielmacher Mark Hinze, der verletzungsbedingt pausierte, mit der flachen Hand gegen die Barriere. Das war im Halbfinale gegen den VfL, als Pablo Moreira den letzten Neunmeter an den linken Pfosten schoss. Moreira kickte früher für die Pinneberger, bevor er sich nach einem halben Jahr bei TuRa Meldorf nun den Wedelern anschloss. Am Rande des Geschehens bestätigten Detlef Kebbe und Hans Jürgen Stammer, dass HR-Mittelfeldspieler Jan Eggers nun ebenfalls zum WTSV wechseln wird.

Keinen Bedarf haben die Wedeler zurzeit an Torleuten. Früher ein Fliegenfänger beim Hetlinger MTV zeigte Oliver Firgens so großartige Leistungen, dass die Jury trotz eines David Fock im dritten Frühling gar nicht anders konnte, ihn als besten Keeper auszuzeichnen.

Punktlos blieb der FC Roland Wedel. Das soll sich am Sonnabend, 28. Dezember, nach Möglichkeit ändern. Dann ist der kleine WTSV-Bruder um 14 Uhr mit Beteiligung des SuS Waldenau, Rissener SV, SC Cosmos Wedel und der WTSV-Zweiten Gastgeber beim Willi-Freyer-Gedächtnis-Turnier.