Elmshorn

Helmer will seinen Ex-Club ärgern

Im Pokalfinale saß der Sohn des Ex-Profis bei Victoria nur auf der Bank, jetzt läuft er für Elmshorn bei der Revanche auf

Elmshorn. Der Tag der Abrechnung naht. Im Oddset-Pokalspiel der fünften Runde (Achtelfinale) gegen den SC Victoria streben die Oberliga-Fußballer des FC Elmshorn Revanche für die im Endspiel des Wettbewerbs 2012/13 erlittene 1:2-Endspielniederlage an.

Als an jenem 20. Mai abgerechnet wurde, hatte der Sieger mit einem Schlag über 100.000 Euro zusätzlich auf seinem Konto, der Verlierer geschätzt nur zehn Prozent dieser Summe. Ein paar Tage später erklärten die Elmshorner ihren Verzicht auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Teamchef Eugen Igel erinnert sich noch ganz genau daran, wie die Euphorie nach dem Oberliga-Titelgewinn in tiefe Niedergeschlagenheit umschlug. Nun will er endlich einmal enttäuschte Gesichter in den Reihen der Blau-Gelben, die sich schon im Viertelfinale 2011/12 – 4:2-Sieg an der Wilhelmstraße – als Stolperstein für die Elmshorner erwiesen hatten, sehen. Doch die Gastgeber stecken in einem Tief, nachdem sie in den jüngsten sechs Punktspielen fünf Niederlagen bezogen. „Das verlorene Selbstvertrauen stellt sich nicht auf Knopfdruck wieder ein“, sagt Igel.

Aber vielleicht wachsen ja Kim Helmer, 23, und Maurizio D´Urso, 22, die vor ihrem Wechsel an die Krückau für den SC Victoria kickten, über sich hinaus. „Es ist fraglos ein Spiel, auf das ich mich sehr freue“, räumt Helmer ein. Im Pokalfinale 2012 gegen Germania Schnelsen (2:1) wirkte er noch die komplette Spielzeit mit. 2013 gegen die Elmshorner war er 120 Minuten lang Zuschauer. „Ich hatte mich um meinen schwer erkrankten Großvater in Dortmund gekümmert und war außerdem im BWL-Studium eingespannt. Für mich war es in Ordnung, dass andere spielten“, versichert der Sohn des 68-fachen Nationalspielers Thomas Helmer, der 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft in England Europameister wurde.

Der Club legte ihm keine Steine in den Weg, als ihm der FCE-Trainer Achim Hollerieth ein stimmiges „Gesamtpaket“ und die Aussicht auf seinen Stammplatz unterbreitete. Einvernehmlich wurde der Vertrag mit einer Laufzeit bis 2014 aufgelöst. Kim Helmer blickt auf zwei „schöne Jahre“ an der Hoheluft zurück, in denen er Freundschaften schloss, vor allem zu SCV-Stürmer Benjamin Hoose, der ihm im Krückau-Stadion einige Male über den Weg laufen wird.

Vergleiche mit seinem berühmten Vater haben den gebürtigen Dortmunder, der bei Bayern München mit dem Kicken begann, nie interessiert. „Was er erreicht hat, schaffen nur wenige. Ich muss kein Nationalspieler sein, um ein glückliches Leben führen zu können“, sagt der Innenverteidiger. Dem Ex-Club ein Bein zu stellen, das kann seiner Ansicht nach nur gelingen, „wenn wir wieder zielstrebiger sind, dem Gegner keinen Raum lassen und insgesamt eine Topleistung wie beim 4:2 in der Runde davor gegen Eintracht Norderstedt abrufen.“ Spielbeginn: Sonnabend, 13 Uhr (im Krückau-Stadion). HA-Tipp: 2:1 nach Verlängerung für den SC Victoria.

Oddset-Pokal, Achtelfinale

TuS Osdorf – SV Halstenbek-Rellingen

Die Halstenbeker wissen, was sie auf dem gefürchteten Grandplatz am Blomkamp, wo Oberliga-Mannschaften Teams schon reihenweise strauchelten, erwartet. Ihr Coach Thomas Bliemeister, mit dem VfL Pinneberg und der SV HR zweimal (unterlegener) Pokalfinalist, ließ den Tabellenzweiten der Hammonia-Staffel gegen Teutonia 05 (4:1) und den TSV Uetersen (3:1) von Torwart-Trainer Jürgen Stars beobachten.

Beim 2:1 über die zweite Mannschaft des VfL Pinneberg nahm er den Gegner dann persönlich in Augenschein. Um sich mit der Platzbeschaffenheit vertraut zu machen, absolvierten die Halstenbeker ein Testspiel auf Grand gegen die eigenen A-Junioren (5:1). Nichts überließen sie dem Zufall. „Aber der Pokal steckt voller Tücken", weiß Thomas Bliemeister aus eigener (leidvoller) Erfahrung. Spielbeginn: Freitag, 19 Uhr. HA-Tipp: 7:6 nach Elfmeterschießen für die SV Halstenbek-Rellingen.

Blau-Weiß 96 – Bramfelder SV

Gegen den Tabellenletzten der Oberligaletzten sieht der Schenefelder Abteilungsleiter Andreas Wilken gute Chancen aufs Weiterkommen. Patrick Marciniak ersetzt den nachträglich für drei Spiele gesperrten Florian Jensen im Tor. Spielbeginn: Sonnabend, 13 Uhr. HA-Tipp: 2:1 für den Bramfelder SV.

TSV Uetersen – Altona 93

Uetersens Trainer Peter Ehlers denkt angesichts dieser Paarung an seine Glanzzeit zurück. In der Saison 1989/90 hatte er das Altonaer Team als Kapitän in der ersten DFB-Pokalrunde beim 0:1 auswärts gegen den 1. FC Schweinfurt 05 aufs Feld geführt. Spielbeginn: Sonntag, 14 Uhr, HA-Tipp: 3:1 für Altona.