Schenefeld

Erzrivalen trennen sich in friedlichem Kreisderby 1:1

Beim Fußball-Landesligaduell zwischen Blau-Weiß 96 und TBS spielten auch die Fans mit

Schenefeld. Andere sind zu blöd zum Gewinnen, die Landesliga-Fußballer von Blau-Weiß 96 aber sind zu intelligent für einen Spitzenplatz in der Hammonia-Staffel. Mehrere kluge, junge Leistungsträger verabschieden sich aus Schenefeld, um fern der Heimat ihr Abitur zu vergolden.

Abwehrspieler Patrick Wolst war der erste, der sich in dieser Saison verabschiedete, um seinem Studium (in China) Vorrang einzuräumen. In einigen Wochen folgt ihm der vielseitige Jan-Niclas Galke, den es nach Flensburg zieht. Gerrit Gomoll konnte das kurzfristige Angebot, in Wien Wirtschaftsrecht zu studieren, nicht ausschlagen. Das 1:1 (0:1) gegen TBS Pinneberg war der vorletzte Auftritt des Mittelfeldkämpfers im blau-weißen Trikot.

„Wir hatten das einkalkuliert und unseren Kader entsprechend ausgerichtet. Aber es wäre gelogen, zu behaupten, dass uns diese Verluste nicht hart treffen“, sagt Trainer Selcuk Turan. Schließlich konnten auch die verletzten Timm Thau und Ferdinand Adelmann nicht mitwirken. Abteilungsleiter Andreas Wilken weilte als Haupt-Ausschussvorsitzender der Schenefelder Ratsversammlung in der weiß-russischen Partnerstadt Luninez. Ihm blieb nach Toren von Roberto Rodriguez (0:1/15.) und Gerrit Gomoll (1:1/47.) ein Unentschieden der durchschnittlichen Sorte erspart.

Passgenauigkeit leidet unter dem hohen Tempo beider Mannschaften

Ihr hohes Tempo brachten beide Teams oft nicht mit Passgenauigkeit in Einklang. TBS-Stareinkauf David Pedroso Bussu setzte in den 23 Minuten seines Mitwirkens keine großen Akzente. Als es dann im zweiten Durchgang hektischer wurde, fällte der junge Schiedsrichter Thore Holst (FTSV Altenwerder) nicht immer aber oft die richtigen Entscheidungen.

Das Schönste war, dass die bislang als besonders hitzköpfig bekannten Pinneberger vergleichsweise gelassen auf einen umstrittenen Pfiff des Unparteiischen reagierten. Auch die TBS-Fans verdienten Anerkennung. „Ist das dein Ernst, Victor?“, rief einer, als Verteidiger Blay wegen Meckerns die Gelbe Karte sah. Die Spieler beider Teams gingen fair miteinander um. Blau-Weiß-Abwehrspieler Lars Briewig klatschte Gegenspieler Burak Bayram bei dessen Auswechselung ab, Eico Westphal, der auf dem Spielfeld ebenso austeilte wie einsteckte, begrüßte den eingewechselten Nihat Meric mit einem Handschlag. So soll es sein.