Barmstedt

Der Hattrick kommt so langsam in Mode

Rantzaus Torben Mohr trifft in der Bezirksliga dreimal, erinnert an Mario Jurkschats Torwirbel bei Rugenbergen gegen HR

Barmstedt. "Er ist pfeilschnell und vor dem Tor schon eiskalt", sagt Andreas Behnemann. Bei den Bezirksliga-Fußballern des SSV Rantzau nimmt Torben Mohr mit seinen 20 Jahren eine Entwicklung, die sogar dem kritischen Trainer gefällt. Das "pfiffige Kerlchen" (Behnemann) aus Langeln schuf mit einem Hattrick (8., 35., 44.) vor der Pause die Voraussetzung, dass die Barmstedter den SC Egenbüttel im Duell von zwei hoch ambitionierten Teams 6:2 (3:0) besiegen konnten.

Erst im Sommer 2012 war Mohr zusammen mit Roman Dohrn und Robin Berg vom damaligen Kreisliga-Aufsteiger TuS Hemdingen-Bilsen in die nächsthöhere Etage gewechselt. Nach kleinen Schwierigkeiten, sich den neuen Anforderungen anzupassen, brachte er es in seiner ersten SSV-Saison immerhin auf elf Einschläge. Gegen die Rellinger offenbarte Mohr nun eine ganz besondere Qualität: Er hielt die gesamte erste Halbzeit durch, obwohl er frühzeitig einen Tritt auf den linken Mittelfuß abbekommen hatte. In der Pause wurden die Schmerzen dann aber doch zu stark. Behnemann ließ ihn in der Kabine.

Gleichzeitig nahm SCE-Coach Marc Zippel drei Wechsel auf einen Schlag und diverse Umstellungen vor. Es wurde noch eine turbulente zweite Halbzeit auf dem Sportplatz Düsterlohe. Antonio Ude (46.) und Philipp Koberger (49.) sorgten dafür, dass die Gastgeber plötzlich nur noch 3:2 führten. Das 4:2 von Tobias Thiede (55.) gab dem SSV keine Sicherheit, aber Torwart Malte Ladehof, der weitere fünf Minuten später Udes Foulelfmeter an den Pfosten lenkte. "Einen Strafstoß zu verballern, das ist mir ungefähr zwei Jahre nicht passiert", übte der routinierte Fehlschütze Selbstkritik. 90 Minuten "Werbung für den Bezirksliga-Fußball" (Behnemann) wurden von Robin Berg (5:2/75.) und Matthias Tuleweit (6:2/83.) abgerundet.

Die unterlegenen Rellinger teilten ihr Schicksal mit der SV Lieth , die gegen den SV Eidelstedt eine 2:6 (1:2)-Heimniederlage bezog. Der Klein Nordender Trainer Frank Pagenkopf legte Wert auf folgende Feststellung: "Es war nicht das letzte, sondern das allerletzte Aufgebot, mit dem wir antreten mussten." Urlaubs-, Studiums- und krankheitsbedingt pausierten etliche Leistungsträger. "Der Fehlbestand an Spielern wird mich die ganze Saison begleiten", fürchtet Pagenkopf. Dann ging es mit einem bildhübschen Kopfball-Eigentor von Lennard Kampf schon in der ersten Minute "gut" los. Niklas Paaschen per Foulelfmeter (1:2/42.) und Thies Harbeck (2:3/54.) hielten die SV Lieth noch einige Zeit im Spiel. Zum Schluss aber zeigten die Eidelstedter, dass sie diese Saison mehr als nur Mittelmaß anstreben.

Der TSV Sparrieshoop gelang nach dem 5:0 in Holm am ersten Spieltag erneut ein Paukenschlag. Konstantinos Papatrechas (12.), Dennis Arendt (29., 40.), Kevin Oehlers (39., 82.), Uwe Lohse (62.), Christian Perez (66.), Christian Mikut (81.) und Michael Nöthen (84.) trugen die Treffer zum 9:0 (4:0) über den SC Ellerau zusammen. "Im Gegensatz zum ersten Saisonspiel sind wir diesmal 90 und nicht nur 45 Minuten marschiert", freute sich Trainer Bernhard Schwarz, der dem Team spielerisches Format einhauchte. Die Holmer entschädigten sich unterdessen mit einem 1:0 (1:0) auf dem Grandplatz des Rissener SV für den missglückten Saisonstart. Nach gelungener Vorarbeit von Jan Dostal erzielte Fabian Tiede den einzigen Treffer (22.).

Das Duell von zwei Oberliga-Reserven endete mit einem klaren 3:0 (1:0) des FC Elmshorn II bei der SV Halstenbek-Rellingen II . Am Erfolg der Gäste dank Toren von Tomasz Koziol (5.), Tim Weber (45.) und Patrick Hiob (80.) gab es letztlich nichts zu beanstanden. Warum der nach internen Unstimmigkeiten von der Ersten zur Zweiten abgeschobene Tim Jeske nicht bei den Elmshornern mitwirkte, beantwortete das Sturm-Ass anschließend als Zuschauer des Oberligaspiels der Halstenbeker gegen den SV Rugenbergen: "Ich darf dort nur trainieren, für die FCE-Zweite aber nicht spielen."

Zum Aufgebot der SVR-Ersten sollen bald wieder fest die Diaz-Zwillinge Luis und Daniel zählen, die urlaubsbedingt in Rückstand gerieten und in der Zweiten zum Einsatz kamen. Obwohl aus dem Bönningstedter Oberligateam auch Gary Voorbraak mitwirkte, hieß es bei Hansa 11 2:4 (1:2). Vorbraak (1:1) war ebenso Torschütze wie Vincent Gandert (2:2), doch dann verschliefen die Gäste einen Einwurf und einen Eckball. Roland Wedel hatte beim 5:1 (2:0) über den Glashütter SV II nach Toren von Daniel Lopez, der in der letzten Minute die Gelb-Rote Karte sah, Josip Dilber (2), Andrej Scherer und Marco Meins überhaupt keine Schwierigkeiten.