Pinneberg

Turnierleiter wird zum Matchwinner

Tennis-Routinier Jörn Hellfritsch organisiert zunächst den Thessaloniki-Cup und führt anschließend sein Herren-40-Team zum Staffeltitel.

Pinneberg . Von Tennis kann Jörn Hellfritsch nie genug bekommen - das gilt auch im mittlerweile gesetzten Alter von 44 Jahren. "Angefangen habe ich schon, als ich zehn Jahre alt war, also ziemlich spät im Vergleich zu heute", sagt der Geschäftsmann, der in seiner Heimatstadt ein alteingesessenes Kfz-Reparaturunternehmen leitet. Die Zeit, selbst Tennis zu spielen oder seinen Kindern Lucas, 15, und Pauline, 12, beim Spiel mit dem kleinen Filzball zuzuschauen, nimmt er sich aber trotzdem, so oft es geht.

Dritte Auflage des Jugendturniers lockt 105 Teilnehmer nach Pinneberg

Unlängst ergab sich für den Familienvater die Gelegenheit, beides miteinander zu verbinden - wenn auch eher ungeplant. Gemeinsam mit Ehefrau Tanja, die Jugendwartin des Pinneberger TC, und Vereins-Sportwart Toni Meinhardt organisierte Hellfritsch auf den Tennisplätzen im Pinneberger Rosengarten im Fahlt die dritte Auflage des Thessaloniki-Cups, bei dem sich 105 Teilnehmer aus dem gesamten norddeutschen Raum und aus Dänemark insgesamt 117 Matches lieferten. Damit aber nicht genug: Kaum war die dreitägige Veranstaltung mit der Siegerehrung ausgeklungen, da musste der Organisator selbst zum Racket greifen. In einem kurzfristig angesetzten Verbandsliga-Nachholspiel der Klasse Herren 40 galt es, mit einem Heimsieg letzte Zweifel am Gewinn der Staffelmeisterschaft auszuräumen. Und auch das gelang. Die Spitzenspieler Hellfritsch, Ole Rolfs, Andreas Otto und Christoph Schostek ließen ihren Gegnern vom TC Bredstedt nicht den Hauch einer Chance, gewannen 6:0 und führen unbesiegt mit 8:0 Punkten die Tabelle vor dem Verfolger und Kreisrivalen LTC Elmshorn (6:2) an.

Eine Pause gönnen durften sich Hellfritsch und Schostek aber im abschließenden Doppel, hatte sich doch einer der Gästespieler aus dem Kreis Nordfriesland so schwer verletzt, dass an eine Fortsetzung des Matches nicht zu denken war. Das zweite Pinneberger Duo dagegen freute sich darüber, seine imposante Serie mit 6:1 und 6:2 fortsetzen zu dürfen. Ole Rolfs und Andreas Otto sind Seite an Seite spielend seit 15 Jahren unbesiegt.

Die Doppel-Spezialisten werden auch am Sonnabend, 10. August, um 14 Uhr im Rosengarten alles daransetzen, ihre Bilanz weiter zu verbessern. Sportlich geht es in diesem Heimspiel gegen den TC Kellinghusen um nichts mehr, der Titelgewinn ist schon jetzt sicher. Umso gespannter warten die Pinneberger darauf, wer sich in der Parallelgruppe Platz zwei der Abschlusstabelle sichert und sich am Sonnabend, 31. August, zum Showdown um einen freien Platz in der Landesliga vorstellt. "Es wird wohl auf den Heikendorfer SV oder den TSV Holm hinauslaufen", vermutet Jörn Hellfritsch.

Dessen Kinder verpassten beim Thessaloniki-Cup den ganz großen Coup knapp. Zwar zogen sowohl Tochter als auch Sohn ins Endspiel ihrer Altersklasse ein, doch dort war jeweils Endstation.

Während sich Lukas Hellfritsch in der U18-Klasse dem Hamburger Linus Krohn vom Uhlenhorster HC mit 2:6 und 6:7 geschlagen geben musste, verlor seine Schwester Pauline gegen die Ostholsteinerin Lotta Hackbarth vom TC Lütjenburg 1:6, 3:6. Ihrem Vater nacheifern werden die Geschwister weiterhin. Ohne sie hätte er vielleicht gar nicht wieder mit dem Tennis angefangen, nachdem der frühere Aktive des Pinneberger TC, der SV Halstenbek-Rellingen und des LTC Elmshorn im Jahr 2000 abrupt aufhörte und sieben Jahre lang keinen Schläger mehr in die Hand nahm.

Hellfritschs Marathon-Bestzeit steht bei drei Stunden und vier Minuten

"Ich habe mich stattdessen auf den Marathon verlegt." Jörn Hellfritschs Bestzeit steht bei drei Stunden und vier Minuten, gelaufen vor einigen Jahren beim Hamburg-Marathon. Irgendwann aber hat es dann wieder in den Fingern gejuckt, und Hellfritsch griff doch wieder zum Racket.

Von den Leistungen, der Motivation und auch von der Stimmung auf und an den Feldern beim dritten Thessaloniki-Cup im Rosengarten zeigte sich der Organisator einmal mehr begeistert. "Alle drei bisherigen Turniere waren toll, aber dieses hat die anderen noch getoppt." Das lag nicht zuletzt an den spielerischen Fähigkeiten einiger Akteure. So überstand Akugue Noha vom TSV Glinde die Punktrunde der Klassen U 12/10 ohne Niederlage. Spannend bis zuletzt war die Punktrunde im Hauptfeld der weiblichen U 18, in dem drei Mädchen jeweils auf 6:2 Matchpunkte kamen.

Thessaloniki-Cup, Ergebnisse: Jungen: U 10: Rasmus Becker (TSV Holm) - Moritz Wittenburg (BW Ratzeburg) 6:4, 6:4 U 12: Elmar Möller (Tennis Aarhus) - David Kilian (Rissener SV) 6:0, 6:2. U 14: Younis Hemeicheh (LTC Elmshorn) - Victor Labitzke (TV Frohnau) 6:2, 61. U 18: Linus Krohn (Uhlenhorster HC) - Lucas Hellfritsch (Pinneberger TC) 6:2, 7:6. Mädchen: U 14: Lotta Hackbarth (TC Lütjenburg) - Pauline Hellfritsch (Pinneberger TC) 6:1, 6:3. U 14, B-Runde: Maja Waters (TC Neumagen-Drhon) - Maria Paradalis /Pinneberger TC) 6:0, 6:1. U 18, Hauptfeld: 1. Katharina Huhnholz (TC An der Schirnau) 6:2 Matchpunkte, 2. Sonja Marie Gärtner (SV Blankenese) 6:2 Matchpunkte, 3. Julia Rados (Pinneberger TC) 6:2 Matchpunkte, 4. Nadine Isken (Grün-Weiß Silschede) 2:6 Matchpunkte), 5. Alina-Marie Bergfeld (TV Uetersen) 0:8 Matchpunkte. U 12/10, Hauptfeld: 1. Akugue Noha (TSV Glinde) 4:0 Matchpunkte, 2. Anastasia Sandik (TC an der Schirnau) 2:2 Matchpunkte, 3. Elena Filippa Stachow (THC Altona-Bahrenfeld) 0:0 Matchpunkte), 4. Anna Schostek (Pinneberger TC) 0:4 Matchpunkte.