Pinneberg

Liga passt - sportlich und finanziell

Die VfL-Volleyballer sehen der neuen Saison zuversichtlich entgegen. Lars Lydorf löst Daniel Pötz als Kapitän ab.

Pinneberg. In der Premierensaison der Dritten Volleyball-Liga Nord segelten die Männer des VfL Pinneberg auf ruhigem Kurs. Ohne konkrete sportliche Zielsetzung in die Spielzeit 2012/13 gestartet, legte die Mannschaft von Trainer Joachim Müller gleich vier Siege vor und geriet auch später nicht mehr ins Schlingern. Vielmehr gelang es sogar, Titelfavorit, Meister und Zweitliga-Aufsteiger SV Lindow/Gransee in der von den Gegnern gefürchteten Pinneberger Jahnhalle mit 3:2 niederzuringen und eine von nur zwei Niederlagen beizubringen.

Für die kommende Saison muss sich die Crew aber zumindest ein neues Mitglied suchen. Mit dem 39 Jahre alten Außenangreifer Daniel Pötz geht der Kapitän nach erfolgreichen Jahren auf der Brücke von Bord. Der Bankkaufmann möchte sich künftig mehr der Familie und dem Beruf widmen, will daher nur noch aus Spaß Volleyball spielen. Für den Notfall aber will sich Pötz als Stand-by-Spieler bereithalten.

Ein Nachfolger im Amt des Spielführers ist mit Lars Lydorf bereits gefunden. Der sprunggewaltige und schmetterfreudige Außenangreifer, von seinen Teamkameraden nur "die Lok" genannt, war in der zurückliegenden Drittliga-Saison nicht selten der Mann für die entscheidenden Punkte, und er riss zudem oft in kritischen Phasen mit seinen Aktionen die gesamte Mannschaft mit.

Das Durchschnittsalter des Kaders soll etwas gesenkt werden

In der zweiten Drittliga-Saison kann Trainer Müller weitgehend auf dasselbe Personal wie 2012/13 bauen. Zwischenzeitlich drohte der Ausfall der Diagonalspieler Stefan Imke und Bahne Diekmann, doch mittlerweile haben beide Routiniers ihre Verletzungen auskuriert und sind wieder ins Training mit ihren Mannschaftskameraden eingestiegen.

Um das Durchschnittsalter des Kaders, das jenseits der 30 liegt, zu senken, soll demnächst zumindest noch ein jüngerer Außenangreifer dazu stoßen, der aber laut Einschätzung von Zuspieler Sebastian Rieck nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ins Team passen müsse. "Das ist bei uns das A und O, im Zweifelsfall sogar noch wichtiger als spielerische Qualitäten", sagt der Fernsehjournalist.

Nicht zuletzt dem relativ hohen Altersschnitt ist es auch geschuldet, dass die Pinneberger Volleyballer in den vergangenen Wochen mehrere Anfragen des Verbandes, für die Saison 2013/14 eine Lizenz für die 2. Bundesliga zu beantragen, abgelehnt haben. "Wir fühlen uns in dieser Spielklasse sehr wohl, sowohl sportlich als auch unter wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten", erklärt Rieck. In der Dritten Liga sei der Spielbetrieb finanzierbar, und das allgemeine Leistungsniveau der Spielklasse passe ebenfalls.

Später Saisonstart im Oktober bereitet Pinnebergern Sorgen

Wenig Gefallen finden die Pinneberger Volleyballer dagegen am Rahmenspielplan für die Drittliga-Saison 2013/14. Los geht es erst am 19. Oktober mit dem schweren Auswärtsspiel bei der TSGL Schöneiche (Brandenburg), die ihr Team im Frühjahr aus wirtschaftlichen Gründen aus der 2. Bundesliga zurückzog. Anschließend treffen die VfL-Männer auf den Angstgegner aus Norderstedt.

Spielpraxis in der Saisonvorbereitung wollten sich die Pinneberger am 7. und 8. September bei der 22. Auflage des OTB-Volleyball-Cups in Oldenburg verschaffen, doch daraus wird nichts, weil ausgerechnet an diesem Wochenende ihr Mannschaftskamerad Felix Bromm Hochzeit feiert und dazu Trainer wie auch seine Mitspieler eingeladen hat. Um den totalen Kaltstart zu verhindern, haben die Pinneberger Volleyballer daher erstmals seit einigen Jahren wieder für den Pokalwettbewerb gemeldet.