Elmshorn

American Day: Viel amerikanischer geht es kaum

Das Football-Team der Elmshorn Fighting Pirates besiegt die St. Pauli Buccaneers vor 3000 Zuschauern am American Day im Krückaustadion 40:0

Elmshorn. Rot, Weiß und Blau sind die Nationalfarben der Vereinigten Staaten von Amerika, doch dieser Kombination machte beim alljährlichen American Day das knallige Gelb der Trikots, in denen die Footballspieler des EMTV ihre Punktspiele bestreiten, Konkurrenz. Mehr als 3000 Zuschauer hatte das ganztägige Vergnügen ins Krückaustadion gelockt, und am Ende des Tages gingen alle zufrieden nach Hause: die Footballfans, weil die Fighting Pirates ihre Hausaufgabe gegen die St. Pauli Buccaneers mit 40:0 (14:0, 7:0, 12:0, 7:0) souverän lösten, die übrigen Schaulustigen, weil sie sich auch abseits des Spielfeldes gut unterhalten fühlten.

Die organisatorische Leistung von mehr als 40 Helfern beeindruckte Pirates-Headcoach Stefan Mau nach Spielende beinahe noch mehr als der Kantersieg seines Teams. "Das ist schon mein zweiter American Day in Elmshorn, aber dieser war noch besser inszeniert als der im vergangenen Jahr", sagte der 51 Jahre alte Leiter einer Handelsagentur in der Hamburger Speicherstadt.

Lange bevor die Football-Asse das Spielfeld betraten, herrschte Hochbetrieb im Krückaustadion. Kinder und Jugendliche nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Sport- und Spielgeräte zu erproben, darunter Attraktionen wie die zwölf Meter hohe Riesenrutsche des Landessportverbandes Schleswig-Holstein. Besonders Wagemutige durften sich auch beim Bungee-Jumping oder beim Bullriding, dem Ritt auf einem mechanischen Stier, versuchen - viel amerikanischer ging es kaum.

Spannung wollte dann beim allzu einseitigen Regionalliga-Duell der Freibeuter zwischen den übermächtigen Piraten und den hoffnungslos unterlegenen Bukaniern, benannt nach karibischen Seeräubern des 17. Jahrhunderts, allerdings nicht aufkommen. "Wir hatten nach der Niederlage bei den Ritterhude Badgers etwas gutzumachen, und das ist uns gelungen", sagte Mau. Vor allem die Defensive der Heimmannschaft ließ kaum etwas zu, fast alle Spielzüge der Footballspieler von Traditionsclub FC St. Pauli scheiterten frühzeitig. Die Elmshorner Offensive war dagegen kaum zu stoppen. Allein Runningback Alexander Jakusch erreichte dreimal die gegnerische Endzone, weitere Touchdowns gelangen Philipp Theege, Dennis Wetzke und Sascha Schlegel.

Mau freute sich zwar darüber, dass sein Team keine Punkte zugelassen hatte ("Ein Shutout ist immer schön."), ärgerte sich andererseits aber darüber, dass sein Team es zweimal versäumte, nach Touchdowns mit einem Schuss durch die Torstangen um jeweils einen Punkt zu erhöhen. Das könne auch einmal den Sieg kosten, möglicherweise schon im nächsten Regionalliga-Spiel am Pfingstwochenende bei den Hildesheim Invaders. In Niedersachsen müsse sich sein Team aber ohnehin steigern, wären die St. Pauli Buccaneers doch nicht mehr als ein Aufbaugegner für die Pirates gewesen.

Zufrieden war Mau mit dem Heimdebüt der zu Saisonbeginn verpflichteten Eric Jones (USA) und Scott Norlund (Kanada). Lange hätten sich die Pirates gegen Übersee-Importe gesperrt, jetzt sei die Zeit reif gewesen, sagt Mau. Die beiden Offensivkräfte sollen die Mannschaft in erster Linie stabilisieren. "Andere Clubs holen Quarterbacks, wir haben uns dagegen für zwei Teamspieler entschieden." Den American Day als Generalprobe für die deutsche Meisterschaft am kommenden Wochenende in Berlin nutzte die Cheerleader-Gruppe Maniacs. Mit drei Teams ist der EMTV in der Bundeshauptstadt vertreten, und unter diesem Aspekt kam der Elmshorner Cheerleading-Beauftragten Sylvia Nowak die Gelegenheit für die Mädchen, sich und ihr Programm noch einmal vor zahlreichen Zuschauern zu präsentieren, gerade recht.

Positiv fiel auch das wirtschaftliche Fazit von EMTV-Football-Abteilungsleiter Jörg Lorenz nach dem American Day aus. "Die Umsätze waren sehr gut." Einmal mehr wollen die Freibeuter die aus dem Event resultierenden Einnahmen in ihre Jugendarbeit investieren. "Unser Ziel ist es, jeden Jugendspieler mit einer kompletten Football-Ausrüstung ausstatten zu können." Immerhin 230 Euro kostet das Equipment inklusive Helm, Gesichtsmaske, Brustschutz und diversen Polsterungen.