Ellerbek

Schön, dass sie bald zusammenspielen

Anna Lena Seemann gehört zum Team der Ellerbeker Handball-Frauen, ihre jüngere Schwester Merle stößt nächste Saison dazu.

Ellerbek. Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind Anna Lena und Merle Seemann endlich sportlich vereint. Die beiden Schwestern freuen sich darauf, dass sie mit Beginn der neuen Saison das erste Mal überhaupt in einem Team zusammenspielen werden - beim TSV Ellerbek, in dem sie aufgewachsen sind und die Begeisterung für Handball entdeckten, im Laufe der Jahre aber in unterschiedlichen Teams.

Anna Lena, 22, gehört zum aktuellen Kader der Oberliga-Mannschaft. Die Kreisläuferin wurde kürzlich vom Frauen-Management des TSV darauf angesprochen, ob ihre vier Jahre jüngere Schwester Merle denn nicht Interesse hätte, zukünftig für Ellerbek in Aktion zu treten. Derzeit spielt Merle noch in der A-Jugend-Mannschaft des benachbarten MTV Herzhorn.

"Dort wird es bald aber keine starke A-Jugend mehr geben", sagt die Schülerin des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums in Halstenbek, die im nächsten Jahr ihr Abitur machen wird. "Ich komme gerne zurück zu meinem alten Verein." Dem Handball-Talent ist dabei klar, dass für sie der Sprung von der Jugendklasse zu den Erwachsenen kein leichter wird, baut aber darauf, dass sie den Anschluss schnell finden und dem gehobenen Niveau entsprechen wird.

"Ich finde, es wird allmählich auch Zeit, dass wir mal zusammenspielen", sagt Anna Lena, die betont, dass sie sich mit ihrer Schwester in jeder Beziehung glänzend verstehe. Das kann die im zentralen Rückraum spielende Merle nur unterstreichen: "Ich bin sicher, dass wir auf dem Feld prächtig harmonieren werden." Trainer Timo Jarama: "Eine so emsige und ehrgeizige Spielerin wie Merle passt schon aufgrund ihrer Dynamik prima ins Team. Sie wird ihre Chance bekommen."

Im Alltag kreuzen sich die Wege der beiden Schwestern im Allgemeinen nur sporadisch. Anna Lena absolviert in Flensburg ein Lehramtsstudium für Sport und Deutsch. Wegen der Semesterferien kommt sie zurzeit allerdings häufiger mal nach Hause, zu ihren Eltern besteht ein sehr gutes Verhältnis. Vater Walter Seemann ist Kassenwart des Vereins und weiß damit am besten, ob ein Aufstieg der Ellerbeker Frauenmannschaft in die 3. Liga sinnvoll und vor allem finanziell machbar ist. "Das ist ein Kraftakt, der schwer zu bewerkstelligen wäre", sagt Seemann.

Vor dem 22. Spieltag belegt Ellerbek in der Oberliga den dritten Platz, punktgleich mit Spitzenreiter ATSV Stockelsdorf und der HSG Kropp/Tetenhusen (alle 34:8 Punkte). Die Schützlinge von Coach Jarama haben allerdings nicht die optimale Ausgangsposition gegenüber Stockelsdorf, gegen das zweimal verloren wurde. Der direkte Vergleich würde bei Punktgleichheit am Ende also gegen Ellerbek sprechen.

Ob Anna Lena Seemann ihren Teil zu einem gelungenen Saisonabschluss beitragen kann, hängt davon ab, ob sie ihre zwischenzeitlich aufgetretene Verletzung komplett auskurieren wird. Die 22-Jährige klagte längere Zeit über Schmerzen im Fuß, befürchtete sogar einen Bänderriss. Nun ist doch alles nicht mehr ganz so schlimm, und sie ist wieder einsatzbereit.

Das lässt sich von zwei anderen Spielerinnen vor dem kommenden Heimspiel gegen den TSV Jörl (Sonntag, 16 Uhr, Harbig-Halle) nicht sagen: Melina Dahms hatte eine Zahn-Operation, Nadine Cramer ist durch einen Magen-Darm-Infekt geschwächt. Nach einer kurzen Punktspielpause gehen die Ellerbekerinnen aber als Favoritinnen ins Spiel, zumal die Hinrunden-Partie gegen den Gegner aus dem Kreis Schleswig-Flensburg deutlich mit 41:27 gewonnen wurde. Timo Jarama will allerdings keinerlei Risiko eingehen, behält das konzentrierte Prozedere bei der Einstimmung aufs Spiel bei: Um 14.30 Uhr betreten die Spielerinnen die Halle, kurz nach 15 Uhr folgt eine spieltaktische Besprechung. Gegen 15.20 Uhr geht es zum Aufwärmen in die Halle, und um 15.55 werden die Mädels wieder im Gang vor der Kabine stehen und darauf brennen, das es endlich losgeht. "Dieser Ablauf ist so eingespielt wie unsere Abläufe auf dem Feld", sagt Anna Lena Seemann.