Pinneberg
Fußball

Gift versprühen, das war einmal

Elmshorner Hallenkick läuft in friedlicher Atmosphäre ab. Gencler Birligi überrascht alle

Elmshorn. Kehraus in der KGSE-Halle, für Mandy Brüggemann, die zwölf Jahre alte Schwester von SVL-Torwart Tim Brüggemann, und die Colmorgens (Britta, Tanja, Marcel) hieß das fegen, fegen, fegen. Wie gehabt ließen die Fans aus Klein Nordende das Konfetti säckchenweise auf die Tribünenbesucher regnen - und das, obwohl die Landesliga-Fußballer der SV Lieth beim Elmshorner Weihnachtsturnier den Hattrick verpassten. Die Kreisliga-Kicker Gencler Birligis verdarben dem Ausrichter den dritten aufeinander folgenden Turniersieg im Finale, das der Außenseiter dank Toren von Asan Saliev und Baris Öztürk 2:0 gewann.

Ein bisschen, aber auch nur ein bisschen regte sich in dieser Partie Liether Unmut. Die fleißige Mandy muss sich ziemlich erschrocken haben, als Bruder Tim in Richtung von Michael Nehrheim losspurtete und dem Schiedsrichter mit verzerrten Gesichtszügen kurz die Meinung geigte. Es ging um die Zweiminutenstrafe, die der Unparteiische des FC Union in einer entscheidenden Phase des Endspiels gegen Thies Harbeck verhängt hatte. Damit sanktionierte Nehrheim die zweite Grätsche in wenigen Sekunden in die Beine von Zour Ikoev. Dabei spielte es für den Schiedsrichter keine Rolle, dass der Liether klar den Ball getroffen hatte. Es war eine von wenigen Szenen während der mehr als sechs Stunden am Hainholzer Damm, in denen sich die Gemüter erhitzten. "So freundschaftlich wie diesmal ging es in den vergangenen Jahren hier nie zu", äußerten Michael Bartl und Klaus-Jürgen Klein aus der Turnierleitung übereinstimmend.

Mit kleinen Gesten trugen die Kicker selbst zur freundschaftlichen Atmosphäre bei. Vor dem mit Spannung erwarteten Halbfinale zwischen der SV Lieth und dem FC Elmshorn kickte zum Beispiel FCE-Akteur Benjamin Zabel den Ball beim Anstoß zum Elmshorner Lars Gersdorf und der spielte den Ball sogleich zurück. In der achten von 14 Spielminuten raufte sich Zabel dann die Haare: rechter Innenpfosten, linker Innenpfosten, dann hüpfte der Ball in Brüggemanns Arme, so knapp schrammte der FCE an der Führung vorbei. Im Gegenzug glückte Daniel Arndt dafür das 1:0 der Klein Nordender, Mehmet Ormangören und nochmals Arndt erledigten den Rest (3:0).

Zuvor hatte das Gencler-Team die Tornescher auseinander genommen und durch Tore von Zaur Ikoev (mit sechs Treffern Torschützenkönig) Nihat Meric (2), Ümit Poyaz und Baris Özürk 5:1 gewonnen. Niemanden gab es, der den Kreisliga-Drittletzten (Staffel 8) nicht als verdienten Turniersieger würdigte. "Sie haben einige sehr gute Fußballer in ihren Reihen", sagte zum Beispiel Jan Lüneburg, der beim FCE nicht zum Einsatz kam. SVL-Manager Torben Roß reichte den Wanderpokal neidlos weiter und freute sich, dass der Tag mehrere hundert Euro zu Gunsten der Aktion von Radio Hamburg "Hörer helfen Kindern" einbrachte.