Pinneberg
Fußball

Den Mann mit Tordrang zieht es nach Australien

Fürs Studium verlässt Nil von Appen den FCE. Thorsten Cornehls Debüt als TuS-Coach

Elmshorn. Kaum haben die Landesliga-Fußballer des FC Elmshorn und Nil von Appen wieder zusammengefunden, trennen sich ihre Wege endgültig. Gestern informierte der 21 Jahre alte, mit Tordrang ausgestattete "Sechser vor der Abwehr" den FCE-Vorsitzenden Helge Werner Melzer, dass er ein kurzfristiges Angebot angenommen hat, in Melbourne Betriebswirtschaft zu studieren. Auswärts gegen das Team von Teutonia 05 tritt von Appen am Sonntag ein vorerst letztes Mal für den Tabellenführer der Hammonia-Staffel in Aktion.

So reibungslos wie neuerdings klappte die Kommunikation nicht immer. Von Appen verspielte einige Sympathien, als er Ende der vergangenen Saison vorgab, erkrankt zu sein, stattdessen aber trotz Vertrags in Elmshorn beim FC St. Pauli II zur Probe mittrainierte. Der Wechsel scheiterte dann an den "keineswegs überhöhten" (Melzer) Elmshorner Forderungen. Von Appen deutete an, in Niedersachsen studieren zu wollen und nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Als er dann doch wieder anfragte, ob noch ein Platz für ihn im Landesliga-Kader frei sei, wurde er zunächst in die Zweite (Bezirksliga) gesteckt. "Dort hat er sich dann nicht hängen lassen, sondern wieder für die Erste empfohlen. In vier Partien hat er immerhin zwei Tore für uns erzielt. Jetzt bedauern wir es, dass er uns verlässt", sagt Helge Werner Melzer. Ein freundschaftlicher Abschied ist von Appen auf jeden Fall gewiss.

Der breit gefächerte FCE-Kader sollte aber in der Lage sein, diesen Verlust aufzufangen. Trainer Bernd Gerulat hat die Qual der Wahl zwischen 21 nahezu gleichwertigen Spielern. Nur Baris Öncan ist derzeit noch außer Gefecht gesetzt. An der Kreuzkirche betritt der vor seiner Elmshorner Zeit ausschließlich im Bereich des schleswig-holsteinischen Verbandes tätige Coach nun Neuland. Nie zuvor absolvierte eine von ihm trainierte Mannschaft ein Punktspiel auf Grand. Spielbeginn: 10.45 Uhr. PZ-Tipp: 3:0 für den FC Elmshorn.

TuS Holstein - SV Halstenbek-Rellingen

Vor seinem Debüt als Trainer des TuS Holstein verbreitet Thorsten Cornehl Gelassenheit: "Die Halstenbeker sind der Favorit. Aber man kann sich auch an seinen Aufgaben steigern." Während Cornehl ohne Robert Dettlaff (beruflich unterwegs) und Henrik Krause (Knieprobleme) plant, bangen die mit zwei Spielen in Rückstand geratenen Gäste (Tabellendritter) um die lädierten Marco Kebbe und Oliver Wroblewsky. "Gewehr bei Fuß" steht aber Veton Hajrizi, der beim 1:3 im Test gegen Germania Schnellen (Halstenbeker Torschütze: Oliver Jurkic) überzeugte. Spielbeginn: Sonntag, 14 Uhr. PZ-Tipp: 2:1 für HR.

SC Egenbüttel - Camlica Genclik

Nach mehrwöchiger, verletzungsbedingter Abwesenheit kehrt Stefan Steen zwischen die Rellinger Pfosten zurück. Dass Camlica-Coach Cumhur Cakir die Brocken hinwarf und bei der Gelegenheit Vorwürfe an die Spieler richtete, sieht SCE-Co-Trainer Mario Schacht "eher als Nachteil für uns.

Die Camlica-Akteure werden beweisen wollen, zu Unrecht kritisiert worden zu sein." Zudem kündigte Schacht eine "Überraschung" an. Was genau gemeint ist, ließ er sich nicht entlocken. Spielbeginn: heute, 19.30 Uhr. PZ-Tipp: 1:1.

VfL Pinneberg - Teutonia 10

Nach zwei sieglosen Auftritten gehen die Pinneberger fest davon aus, gegen den Aufsteiger wieder die Kurve zu kriegen - egal ob Thorben Reibe (Knieprobleme), wertvollster Neuzugang, nun mitmachen kann oder nicht. Freude bereitet zurzeit Nachwuchsstürmer Steve Carstensen, der beim 4:5 im freundschaftlichen Vergleich mit Oberliga-Meister SC Victoria neben Christopher Dobirr, Nicola Maksimovic und Jan Eggers zu den Torschützen zählte. Spielbeginn: Sonntag, 15 Uhr. PZ-Tipp: 3:1 für den VfL.

SV Lieth - Eimsbütteler TV

Der Spielausfall gegen die SV Halstenbek-Rellingen kam den Klein Nordendern nicht einmal ungelegen. Die angeschlagenen Daniel Burmester, Eike Pannen und Tim Brüggemann (Torwart) sind wieder bei Kräften. Zwei Argumente sprechen nach Ansicht von Manager Torben Roß für die Klein Nordender: "Auf eigenem Platz sind wir noch ungeschlagen. Vergangene Serie haben wir dem ETV eine 3:0-Abreibung erteilt." Spielbeginn: Sonntag, 15 Uhr. PZ-Tipp: 1:1.

HEBC - TSV Uetersen

In Bestbesetzung und nach schon drei Auswärtstriumphen steht für die Uetersener Mannschaft nichts anderes als drei Punkte zur Debatte. Ein gemeinsames Frühstück ist bereits um 8 Uhr im Klubheim angedacht, dann kann es sogleich losgehen. Spielbeginn: Sonntag, 10.45 Uhr. PZ-Tipp: 1:0 für den TSV Uetersen.