Pinneberg
Fußball-Landesliga

SV Rugenbergen ist bereit für das Finale

Foto: Helm

Dank des 4:0 beim HSV III dürfen die Bönningstedter Fußballer das Entscheidungsspiel um den Oberliga-Aufstieg bestreiten

Bönningstedt. Wolfgang Borchert hatte seine Bekleidung extra den Vereinsfarben angepasst. Der 65 Jahre alte Hauptsponsor des SV Rugenbergen, Inhaber einer Zeitarbeits-Firma, trug eine schwarze Jacke und eine rote Hose. Rosarot sind nun die Zukunftsaussichten der Bönningstedter Landesliga-Fußballer. Nach einem 4:0 (2:0) auswärts über die HSV-Dritte stehen sie als Vizemeister der Hammonia-Staffel fest, doch nur mit einem Erfolg am 9. Juni im Entscheidungsspiel gegen Vorwärts/Wacker Billstedt können sie die Rückkehr in die Oberliga verwirklichen.

Nur eine Flasche Sekt ergoss sich über die Häupter der Sieger

Trainer Ralf Palapies formulierte es hinterher so: "Das Halbfinale haben wir überstanden, es folgt noch das Endspiel. Im Ziel sind wir erst, wenn wir auch das gewonnen haben."

Lediglich eine Flasche Sekt ergoss sich nach dem Abpfiff des ausgezeichneten Schiedsrichters Ali Karaduman (SV Groß Flottbek) über die Häupter der diesmal in Schwarz und Weiß angetreten Sieger. Die Freude über die Vizemeisterschaft war groß, aber eben noch nicht überschäumend. Vielleicht lag die Zurückhaltung auch daran, dass die Bönningstedter frühzeitig alle Zweifel an ihrem Sieg ausgeräumt hatten. Noch nicht einmal eine Viertelstunde war absolviert, als sie schon 2:0 führten.

Das Team war schon frühzeitig nicht mehr auf Schützenhilfe angewiesen

Henning Hülsebusch und Dennis Masurat straften sich damit selber Lügen. "Wir müssen nicht auf Teufel komm' raus stürmen, sondern haben 90 Minuten Zeit, diese Partie zu unseren Gunsten zu entscheiden", sagten beide Routiniers vor dem Spielbeginn auf dem Kunstrasenplatz an der Ulzburger Straße (Paul-Hauenschildplatz 4) übereinstimmend.

Dann aber wirbelte Hülsebusch gleich, dass es eine Freude war. Mit einer akrobatischen Einlage erzwang er einen Eckball, den Tim Weber von der linken Seite vor das Tor schlug. Tim Vollmer stieg von allen am höchsten und köpfte den Ball mit Wucht unter die Latte (1:0). Von diesem Zeitpunkt an war die Bönningstedter Mannschaft nicht mehr auf Schützenhilfe des Nachbarn SC Egenbüttel in Quickborn angewiesen.

Erst recht nicht mehr nach der 14. Minute, als Sebastian Obe den Ball nach einem Querpass von Maik Grabow zum 2:0 über die Torlinie des HSV gegrätscht hatte. Hülsebusch (43., 52.) und Grabow (53.) vergaben weitere glasklare Möglichkeiten, frühzeitig die endgültige Entscheidung herbeizuführen. "Es wird schwer. Einige von uns bekommen jetzt möglicherweise konditionelle Probleme", glaubte Wolfgang Borchert, als in der Begegnung genau eine Stunde absolviert war.

Der frühere Stürmer der ersten Mannschaft irrte sich gründlich. Der Tabellendritte ließ nichts mehr anbrennen und kam in der 65. Minute gar zum 3:0. Tim Weber spitzelte einen Freistoß aus dem Halbfeld am Torwart vorbei ins Netz und lief dann zur Seitenlinie, um seinen Trainer zu umarmen. Gelassen gratulierten die Bönningstedter dann noch Christian Dirksen, der mit einem Flachschuss in die linke Ecke das 4:0 erzielte (73.).

Lob gebührte aber vor allem der Bönningstedter Defensive, die eigentlich keine zwingende Torchance der HSV-Dritten zuließ. Es war imponierend zu sehen, wie Vollmer ein ums andere Kopfballduell mit dem in der Luft doch so gefährlichen Andreas Achtmann gewann.

Der junge Fin Heidebrecht entwickelt sich zu einer festen Größe

Der junge Außenverteidiger Fin Heidebrecht hat sich inzwischen zu einer festen Größe im Team gemausert. Das Fehlen von Patrick Kiene, Thorsten Heine, Jan Knoefel und Artur Frost, die mit guten Leistungen in den vorangegangenen Partien ebenfalls zur Vizemeisterschaft beitrugen, war nicht zu sehen.