Pinneberg
Fußball: Heimsieg gegen Halstenbek-Rellingen

TSV Wedel entzaubert den Nachbarn - auch dank Mus

Die technischen Fähigkeiten bei den Spielern des Aufsteigers kamen diesmal voll zum Tragen. HR war praktisch chancenlos.

Wedel/Halstenbek. Der TSV Wedel deklassiert Halstenbek-Rellingen mit 5:1. Was soll man dazu noch sagen? Vor allem als Trainer der Blamierten. "Auch in dieser Höhe war der Sieg der Wedeler gerecht", blieb Thomas Bliemeister fair und gerecht. "Bei uns war heute nicht der nötige Einsatz und nicht der erforderliche Kampfeswille da."

Und dann war da ja auch noch das Duell der beiden spektakulären Torjäger - der temperamentvolle Antonio Ude im HR-Trikot und der eher stille, aber pfiffige Mümin Mus im Grün des TSV. Und diesen Vergleich entschied Mus sozusagen mit 3:0 für sich.

Drei der fünf Wedeler Treffer erzielte Mus. Und Ude? Der sah in der 90. Minute sogar noch Gelb-Rot, man ist geneigt, hinzuzufügen, natürlich wegen Meckerns.

Allerdings wäre das nicht die ganze sportliche Wahrheit. Es war einfach zu erkennen, dass Antonio Ude noch nicht wirklich bei HR angekommen ist. Er wird viel zu selten an- und frei gespielt, muss lange Wege gehen, um sich die Bälle zu erkämpfen.

Ganz anders Mümin Mus, sozusagen der gefährliche Endpunkt des schnellen, trickreichen Kombinationsspiels der Wedeler Mannschaft.

Das brachte nach 22 Minuten den ersten Erfolg. In der Mitte hatten sie einmal wieder so viele Kurzpässe gespielt, dass einige der Anhänger wieder über die "Daddelkönige" schimpfen wollten. Da bekam der Torjäger den Ball, machte noch zwei, drei Schritte und schlenzte den Ball mit dem Außenrist ins HR-Tor. Das war das 1:0. Drei Minuten später bereits der zweite Schlag. Diesmal hatte HR-Torwart Dennis Schultz den Mus-Schuss noch abwehren können, aber dann war Gianluca D'Agata zur Stelle und erhöhte auf 2:0.

Minuten später noch so eine Gianluca-Trickschau. Nacheinander ließ er drei der HR-Abwehrrecken wie Pappkameraden stehen, schoss dann allerdings über das Tor. Es war dann ein 18-jähriger Lehrling, der mit seinem Kopfballtor die Halstenbeker zurück ins Spiel brachte. Es war André Stemmanns erstes Tor für die Liga, neun allerdings hat er bereits für die zweite Mannschaft erzielt.

Nach diesem Anschlusstreffer ließen die Gäste erkennen, dass sie mit energischer Gegenwehr und gewonnen Zweikämpfen den Wedeler Zauberkünstlern den Schneid abkaufen konnten.

Aber dann wieder Mus. In der 49. Minute wieder so ein kurzer Steilpass. Diesmal trickste er Torwart Schultz noch aus und Wedel führte mit 3:1. Danach, das wurde immer deutlicher, war der HR-Widerstand gebrochen. Der eingewechselte Hendrik Besten (für Jaques Rodrigues) erhöhte in der 80. Minute auf 4:1 und es blieb Mümin Mus vorbehalten, mit seinem dritten Tor in der 82. Minuten den Schlusspunkt zum 5:1 zu setzen.

Wedels Manager Detlef Kerbe gab übrigens bekannt, dass mit dem 20-jährigen Geoffrey Hansen vom VfL 93 ein weiterer offensiver Mittelfeldspieler verpflichtet wurde.